Armsheim

Dies ist keine Schleichwerbung!

Armsheim – wie verdammt und zugenäht landet der Fotograf in Armsn? Doch egal, ist Armsheim ein stilles Örtchen am Rande der Welt? Selbst im Winter in lieblichen Weinhügeln gibt’s genug zu heben, dafür sorgen die ortsansässigen Winzer in penibler Reinlichkeit. Die wie sanfte Wellen in ruhiger See wogende Hügellandschaft firmiert unter dem international bekannten geografischen Titel: Rheinhessen! – gehört jedoch zu Rheinland-Pfalz, heute. Was die Geschichte schreibt: mag sich morgen wieder ändern.

Moderne Infrastruktur mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Am Bahnhof

Die Bahn ist modern und Armsheim zentral, Mainz, Worms, Bingen, Kaiserslautern → alle zum Greifen nah, selbst mit dem Rad. Alzey vor allem! Der Bahnhof von Armsheim offeriert ein Geschmäckle von Strassenbahn, die Busse gleich gegenüber. Um die Ecke eine feine Fassade – Backstein.

Anwesen in der Bahnhofstrasse

Ins Zentrum, sprich Ortsmitte zu gelangen, bewegt der Besucher sich entlang der Bahnhofstrasse. Übrigens, um etwas abzuschweifen: das Wort Strasse birgt so einiges in sich – Trasse (z. B.: Bahntrasse), Rasse (z. B.: Hunderasse), Asse (z. B.: Schachtanlage Asse), usw.

Irgendwo ‚Am Dörrenböhl‘ wird es gebäudemässig älter und damit interessanter, Gehöften ähnliche Hinterlassenschaften mit verstecktem Blick auf die evangelische Kirche: Zum Heilgen Blut Christi 

Die Bahnhofstrasse ist ellenlang
Nur zur Information

In der heute aufgehübschten Mitte verwechselt der Besucher katholisch und evangelisch. Am Fléville-Platz jedenfalls steht man vor der katholischen Pfarrgemeinde St. Remigius, wo man Sorgen teilen kann.⇓

Und gleich nebenan die Kirche der evangelischen Gemeinde – beide Konfessionen schier brüderlich vereint: Vor der Bahnhofstrasse 4⇓

Den Zutritt zum Gotteshaus gewährt der Seelsorger Kurt Bendler, gesprächsoffen und vertrauensvoll; er händigt die Schlüssel aus (siehe Artikelbild). Durch ein schmiedeeisernes Tor gelangt der Besucher in den die Kirche im Eingangsbereich umgebenden Kräutergarten, da kommen Gedanken an Hildegard von Bingen plötzlich in den Sinn. Es ist wohl mehr ein gut bestückter Schaugarten mit Pfefferminze, Wilder Malve (Pissblume), Salbei, Herzgespann, Spitzwegerich, Thymian, Oregano, Eberraute (Zitronenduft), Frauenmantel, Lungenkraut, Bärlauch (mit starkem Knoblauchgeruch), Himmelsschlüssel, Ziest (Reinigungskraut), Johanniskraut, Gartensalbei et cetera.

Den abgelegenen hinteren Gartenwinkel dominiert eine geschweisste Materialplastik aus Holz, Stein und Stahl mit dem Titel ‚Der Schlangenbändiger‘ von Jakob Markus Baumgärtner. Leider befindet sie sich sehr den Blicken entzogen und hätte einen frontaleren Aufstellungsort verdient.

Im Innern des dominanten Sakralbaus Zum Heilgen Blut Christi verweist eine Präsentation mit mehreren Porträtversuchen auf den Glaskünstler Hans Gottfried von Stockhausen (Seligpreisungsfenster):⇓


Irgendwann überwindet der Besucher seine Scheu und bittet in der Hauptstrasse eine offenherzige Dame (zufällig in der Toreinfahrt) um ein Glas Wasser; Grund: fehlende Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, Vergesslichkeit; sie bringt eine Sprudelflasche, dazu ein Glas und man beginnt sich kurzweilig zu unterhalten, dabei entsteht eine Porträtaufnahme, die wir hier gerne veröffentlichen, Bild links, und das herzerwärmende Anwesen, Bild rechts!

Schräg gegenüber ein weiterer Blickfang, eine Schreinerei(?):⇓

Wir nehmen die Nikolauspforte und entdecken ein wahrlich grossstädtisches Ereignis:⇓

Durch die Mühlstrasse, das Schulgässchen und über Schleichwege erreicht man wieder das Gebäude der Ortsgemeinde Armsheim, an der Bahnhofstrasse, welche wir durchlaufen (ca. 1.3 km bis zum Bahnhof): und passieren den Friedhof.⇓

Das war’s dann, zum Schluss noch ein Schmankerl:⇓ 

Und ein Blick zurück!⇓

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Bürgerverein Innenstadt West Mannheim e.V.: BIW

Zwei wichtige Neuigkeiten per E-Mail-Verkehr:

Mein Ausland: Verrücktes Portland 

Amerika mal anders, Film von Ingo Zamperoni 

Das diesjährige Naked Bike Ride – einer offiziellen Demo gegen Autoverkehr mit mehr als 10.000 mehr oder weniger nackten Radfahrern. (Quelle: phoenix / WDR) 

„Keep Portland weird – Portland bleibt anders!“ Das Motto dieser Stadt im Nordwesten der USA ist nicht nur so daher gesagt. Im Einheitsbrei amerikanischer Städte sticht Portland heraus. Was genau macht diese Stadt so „weird“, so anders, so verrückt? ARD-Korrespondent Ingo Zamperoni sucht die Antwort in einer ganz speziellen Boomtown, die vor allem junge Leute anzieht. Aber nicht nur Tattoos, Vollbärte, Indie-Musik und Gothic-Chic bestimmen das Bild. Portland ist die Herzkammer des „maker movements“.

Hier wollen alle etwas machen, erschaffen und bewegen, und zwar am besten nachhaltig und umweltverträglich. Der Trend geht zum „Tini House“ – Leben in Häusern nach dem Motto „So groß wie nötig, aber so klein und sparsam wie möglich.“ Warum nicht ein altes Flugzeug zum Eigenheim umbauen?

Einzigartig im ansonsten eher prüden Amerika ist der „Naked bike Ride“. Nackt und auf individuell gestalteten Rädern gilt auf der gesamten Tour: Du radelst, und ich sag‘ dir, wer und was du bist.


Mein Vorschlag für die nächste Rad-Demo in Mannheim. Bitte rechtzeitig beantragen. Grüsse Franz


Antwort auf obige E-Mail (diese ging an alle BIW-Mitglieder) vom 25.01.2017 kam am 27.01.2017 von Gerhard Fontagnier: … ist in Planung als NAKED BIKE NIGHT RIDE am 10.6. Unterstützung willkommen!


Innerstädtischer Schandfleck am Swanseaplatz


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LE MOULIN DE LOUBETZ – Fournols / France

Im September anno 2001 belud ich mein eben erstandenes Mountainbike und fuhr nach Fournols in der Auvergne. Definiertes Ziel: LE MOULIN DE LOUBETZ, wenige Kilometer von Fournols mitten in der Pampa. Ein Freund aus vergangenen Zeiten überliess mir seine Mühle zur Betreuung. Eine Unterkunft so richtig nach meinem Geschmack. Kaum zwei Tage vor Ort erschien die Gendarmerie und wollte wissen, was denn so abgeht. Für alle Fälle dieser Art war ich mit einem Schrieb des Besitzers des Anwesens bewaffnet und ausweisen konnte ich mich auch.

Mitten in der Kontrolle stach mich eine Wespe zwischen den Schulterblättern, das war gewaltig schmerzhaft. Am nächsten Morgen erkannte ich meine Füsse nicht mehr: geschwollen so dick, dass ich nicht mehr in die Socken und Schuhe passte. Die Füsse mit Handtüchern umwickelt, schnappte ich mir mein Rad und strampelte zur Polizeistation in Fournols und fragte nach einem Mediziner. Der befand sich gleich um die Ecke und er behandelte mich mit einer Kortison-Spritze. Da wollte ich nur noch heim. Am anderen Tag war alles wieder gut und ich konnte das gewohnte Dasein ohne Probleme fortsetzen. Zunächst die Umgebung erkunden.

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Mit dem Rad/Bus/Zug nach Marokko

… Irgendwann anfangs 2000 packte mich wohl der Rappel. Im Lexikon steht dazu: „unvermittelt auftretende (vorübergehende) innere Verfassung eines Menschen, aus der heraus er auf verrückte, absonderliche Gedanken kommt und Dinge tut, die anderen unmotiviert, abwegig erscheinen“.

Frankreich

Erste Station nach einer mehrstündigen Zugfahrt: EPINAL in Frankreich.
Erste Station nach einer mehrstündigen Zugfahrt: EPINAL in Frankreich.

Das Leben im langweiligen Edingen verlor von Tag zu Tag immer mehr an Farbe, Tristesse gewann die Oberhand und von Grautönen wollte ich mich nicht beherrschen lassen: War ich doch im Malerischen als bunter Hund bekannt, was leicht nachvollziehbar in Präsentationen meiner farbstrotzenden Gemälde war. Also liess ich mich vom Rappel besiegen, schwang mich aufs Mountainbike, fuhr zum nächstgelegenen Bahnhof und verschwand, die Vogesen umgehend nach Epinal, wo ich mich auf die Rad-/Bus-/Zugreise nach Marokko machte.

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Malerei auf Karton

Linearisierung in Öl auf Malpappe (Karton), eine Auswahl:

 

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Essaouira – Kunst im „Öffentlichen Raum“

Kunst im „Öffentlichen Raum“ zeigt sich in Essaouira wie in anderen Städten vergleichbarer Grösse: allerdings auf die ihr eigene Art.

Wie in anderen mittelgrossen Orten findet der aufgeschlossene Betrachter ganz spezifische Werke, welche ein besonderes Bild einer Kommune ergeben. So prägen auch in Essaouira Wandmalereien (Graffiti) ganze Ortsteile im Sinne einer Verschönerungskultur.

Hier einige Beispiele:

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Essaouira – der Drahtesel

Wie es halt so ist mit den Fahrrädern dieser Welt: irgendwann landen sie auf den Schrottplätzen dieser Welt. In Essaouira hält der jeweilige Rad-Besitzer in unumstösslicher Treue zu ihnen. Benötigt er seinen stählernen Esel doch für Erledigungen, Besuche, kaum für Rundfahrten. An Hoteleingängen findet der Gast oft Uralträder mit Schloss zum sorgfältigen Gebrauch. Rennräder mit Elektroantrieb und spezielle Mountainbikes bekommt man selten zu Gesicht, es sei denn ein Weltenbummler kurvt gerade vorbei.

Immerhin: es existieren Reparaturwerkstätten, ebenso wird mit Drahteseln gebraucht und neu (?) gehandelt.

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Essaouira – Souira

Essaouira – Mannheim

Meine liebste Stadt heisst Essaouira. Vor langer Zeit habe ich sie immer mal wieder besucht, mit dem Rad von Deutschland aus, per Autostopp und nun par avion commercial. Das mag trivial klingen, einfach abheben und man ist nach dreieinhalb Stunden in Marokko. Und die Flughafentransfers? Mit dem Leihwagen nach Hahn! Mit dem georderten Taxi von Marrakech nach Essaouira! Eine Tagesreise insgesamt!

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Von Marrakech gibt es bedauerlicherweise nichts zu berichten, unser Taxifahrer liebt das Gaspedal:

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Essaouira – Talmest

In Marokko lässt es sich herrlich reisen. Die regionalen Busbetreiber, z. B. aus Essaouira – Lima Bus, fahren in die nähere Umgebung, oft bis zu vielen Orten, die exemplarische Bedeutung haben, wie Sidi Kaouki (Surfer-Paradies), Smimou (Regionalzentrum) und eben auch Talmest jeweils als Endstation. Nach Talmest, ca. 60 km von Essaouira zahlt man 12 Dirham, etwa einen Euro. Touristen sieht man in diesen Bussen nicht. Die Fahrzeuge sind meist stark frequentiert, da muss der Reisende mal stehen können. Ältere Personen, Frauen mit Kindern und Behinderte geniessen unbedingten Sitzplatzvorteil. Wer mit diesen zugegeben abgewirtschafteten Bussen fährt, so wie ich, bekommt ein buntes Gemisch von Menschen zu Gesicht, allesamt neugierig und aufgeschlossen, und der Ausländer fühlt sich wie daheim. Einer letzten Statistik gemäss seien die Dänen am glücklichsten, da vergass man wohl die Marokkaner zu interviewen. Nun gut, ich marschiere wieder zur bekannten Bushaltestelle in der Avenue Al Aqaba, heute nimmt das Fahrzeug die Richtung nach Marrakech (R207, (Route régionale)) und ich freue mich, dass ich nicht lange warten muss. Die Busse fahren soweit mir bekannt nur stündlich. An einem Verkehrskreisel findet der nahtlose Übergang in die N1 statt, die R207 bleibt aber bestehen. In Ounagha biegt die N1 links Richtung Safi ab und wir brauchen noch 40 km bis nach Talmest:

BEGEISTERT?

Am 21.09.2016 um 22:39 schrieb Thorsten Koch:

Hallo Franz,

ja, wie immer sehr schöne Bilder. Ich muss aber zu meinem Unglück zugeben, das ich vorher von Talmest noch nie gehört habe. Toll jedenfalls, ich beneide dich. Mein unangefochtener Favorit ist das Bild mit der Berg und Tal-Landschaft, wo im Vordergrund der Typ mit dem vollgeladenen Esel vorbei läuft oder reitet oder sonst was. Ganz großes Kino, danke dafür!

Thorsten