Reisen ins Umland: *Schöner Wohnen* in LANDAU / PFALZ

Kurios das Ganze. Wussten wir doch Bescheid. Reisen wollen geplant sein. Wetter, Abfahrtszeiten, Ankünfte: Zug/Bus/Taxi – im Ernstfall: Notarzt – man steckt nicht drin. Und draussen schon gar nicht. Ein Schleudertrauma mit dem Drahtesel, das ist ganz persönlich betrachtet wie die ‚Todesfuge‘ von Paul Celan. Blau der Himmel, morgens, mittags und abends. In den Fernen Kraftwerke. Burgen. Hambach. Die Freuheit. Manchmal müssen Worte erfunden werden, was für ein heiterer Tag heute voller Freude. Was für ein Genuss, von Landau nach Neustadt zu radeln. Vom Rad weg während der Fahrt zu fotografieren. Während die Räder rollen. DSC06666Die Pfälzer Winzer, die Schüler, die Auskunft freudigen Mädchen: Sie alle warnten vor den Strapazen, als wäre Neustadt am Arsch der Welt. Von Landau aus. Fuhr ich nicht mit dem Rad einst nach Marokko! Verdammt lange her. Es herrschen aktuelle Gegebenheiten, immer wieder, vor allem im Weinbau und der Erdöl DSC06664 - Arbeitskopie 2fördernden Industrie, da denkt man unwillkürlich an Texas, an pechschwarze Ölfontänen, die mit Wucht wie Geysire aus dem Boden schiessen. Im Pfälzer Weinland ist alles sauber und ordentlich. Es geht ja nicht nur um Weinbau und dessen Ergebnis, auch die Touristen wollen gepflegt und umsorgt sein.

DSC06691 - Arbeitskopie 2Wir leben in einem sog. bipolaren Spannungsfeld, erst kommt die Arbeit, dann das Vergnügen. Heute lässt man sich bereits am frühen Nachmittag in Weingütern und Strausswirtschaften nieder. Wir geniessen radelnd die Sonne und frönen dem klaren, alkoholfreien Nass als Erfrischung und gegen Austrocknung. Auf Nachfrage erhielt ich von einem sehr aufgeschlossenen und gastfreundschaftlichen Ehepaar ein Glas Wasser und man füllte meine Flasche mit der köstlichen Flüssigkeit aus der Leitung: Hahnenneunziger nennen wir es.

DSC06065Ja, das mit dem Spannungsfeld ist so ’ne Sache. Im Titel: Landau. Wir jedoch berichten über eine kurzweilige Radltour. Dabei ist Landau so schön. Wir waren vor kurzen schon mal da, auf der Rückreise von Wissembourg nach Mannheim. Der Kurzaufenthalt von einer Stunde machte Lust auf mehr Landau, das, so schworen wir, holen wir nach. Da existiert noch eine Aufnahme von einem Reiterstandbild – Prinzregent Luitpold von Bayern – auf dem Rathausplatz (Markt), das Foto halten wir für veröffentlichungswert, obwohl der Reiter anderen Interessen nachgeht. Ich hab’s doch rausgenommen und dafür die Taube eingesetzt! Ich hoffe, das ist kein Affront und auch kein Fauxpas. Die Statue gibt’s im Internet massenhaft, auf belocal.de heisst der Dargestellte Luipold. Dass der Name falsch geschrieben ist, zeigt allein mein Rechtschreibprogramm. Übrigens: Die Taube hört auf Luitpold. So schreitet sie auch.

Das war vor ein paar Tagen.

Den Fans der Bildenden Künste gleichwohl dürfte der Name Streccius ein Begriff sein:

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Eine sehr noble Adress‘ für einen Kunstverein, auf dem Grundstück erlauben wir uns, zu fotografieren. Die Fassade des altehrwürdigen Gemäuers ist von unglaublicher Kraft…↓:

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Die im Garten ausgestellten Plastiken von eben solcher Power, eine Arbeit aus Holz (mittlerweile total am Verwittern) gefiel mir sehr – leider konnte ich den Namen des Urhebers nirgends finden:

Ein anderes Gebäude macht Lust auf Landau: Die Festhalle. Eingeschlagen in Buntsandstein findet sich über deren Haupteingang folgender Sinnspruch: »DER KUNST EINE STÄTTE / DER FREUDE EIN TOR / DEM STIFTER EIN DENKMAL / SO RAG‘ ICH EMPOR…«

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Ein paar Aussenaufnahmen des zentralen Gebäudes:

So im Vorbeigehen: Kunst im öffentlichen Raum…(bemalte Schaltkästen gegenüber Landgericht)

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Die Marienkirche↓:

DSC06581Landau oh Du Schöne, Du grandioses Juwel Pfälzer Pretiosen: die Zeit zu gering, Dich zu erfahren. Für uns bedeutet dies einige Besuche mehr. Gern. Im Laufe der nächsten Wochen, wie es so kommt. Mit dem Wetter, mit der Knete, mit dem Bock. Zukunft ist reichlich. Für Tagesreisen. Inclusive Radwanderungen. Der Kalmit soll ganz in der Nähe sein. Das müssen wir recherchieren.

Häuserfassaden faszinieren. Muss ein Gebäude ein Gesicht besitzen? So unverwechselbar wie die Gesichter der Menschen? Schon, ja, doch viel zu viele Vorder- und Rückseiten von Häusern der Nachkriegszeit formieren sich in nichts sagenden Strukturen, sog. ‚Sozialer Wohnungsbau‘ (z. B. das Mühlburger Feld in Karlsruhe), Plattenbauten in der ehemaligen DDR, das geht nicht nur in China endlos so weiter… Landau kennt diese Ecken sehr wohl. Und es kennt die unterschiedlichsten Gesichter von Baukultur. Egal die Fassade, keine kann verbergen, das Aussen lässt auf das Innere schliessen, dem sozialen Gefüge der Gesellschaft entsprechend. Meist liegt man richtig: mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit! In der Ravelinstrasse hatten wir Glück, wir baten um Einlass in den Hof, in den Garten, wir wurden nicht abgewiesen, wir durften eintreten, hier Aufnahmen vom Anwesen:

In der Ravelin (Aussenwerk älterer Festungen):

Hier endet unser Bericht. WIR werden ihn zu gegebener Zeit fortsetzen. Vielen Dank einstweilen für Ihr Interesse, Die Redaktion...
Hier endet unser Bericht. WIR werden ihn zu gegebener Zeit fortsetzen. Vielen Dank einstweilen für Ihr Interesse, DieRedaktion…

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