Werke in Privatbesitz – der Freundeskreis

Liebe Leserin, lieber Leser, 

der „Freundeskreis F. B.“ startete als Geschäftsidee. Im Jahr 1990. Die Idee ist alt, sehr alt, wahrscheinlich so alt, wie es Geschäftsbeziehungen gibt. Ich brauchte lediglich darüber nachzudenken. Wer zahlt schon gern in bar, wenn Rate möglich ist. Wer hängt sich ein Kunstwerk in sein Heim, wenn es Unsummen kostet. Klar, gewiss, für manche von uns zeigen sich darin keine Finanzierungsprobleme. Das Gros der Kunstbegeisterten zählte die Mark, zählt den Euro. An diesen Realitäten musste und wollte ich mich orientieren. So dachte ich an Kaufhäuser, Möbelgeschäfte, an was weiss ich auch immer. Ich dachte plötzlich in Raten, meine Werke gegen Ratenzahlung, über Monate hinweg, über Jahre. Ohne Angst. Voller Vertrauen. Und testen, ein Test war angesagt. So umgarnte ich meine Schwester Christine, übrigens eine hervorragende Malerin. Wir sprachen viel über dieses Thema. Zusammen mit Ludwig, ihrem Gatten. Immer mal wieder. Ein Frühjahr lang. Bis in den Sommer hinein.

 

Walzbild "Eine andalusische Liebe", 1989, Öl, Wachssignierkreide, Papier, DINA 3, Privatbesitz Edgar Landherr, DSC08663
Walzbild „Eine andalusische Liebe“, 1989, Öl, Wachssignierkreide, Papier, DINA 3, Privatbesitz Edgar Landherr, DSC08663

Im August entschied sich Edgar Landherr (http://www.galeriealtaripa.com/landherr/zum Beitritt. Der erste im „Freundeskreis F. B.“, was für eine Sensation! Das Ereignisdatum: 06.08.1990. Ein Malerkollege, was für eine Anerkennung von einem Künstler, der die altmeisterliche Malschule vertritt. Wir pflegen heute noch lose Kontakte. Eben telefonierten seine Frau Angie und ich über Dieses und Jenes. Nach dem ersten Ankauf folgt, wenn der Mensch ein bisschen Glück hat, der zweite. Freddy war’s, Freddy „Schiffi“ Wagner, ein Klassenkamerad aus dem Helmholtz-Gymnasium in Karlsruhe. Er erwarb eine Komposition mit dem Titel „Rohrkonstrukt mit viel Blau“, ein Erstlingswerk aus dem Zyklus „Walzbilder“, gemalt 1989, und er war mit 30.- DM dabei, mehr als zwei Jahre lang. Er trat am 15.08.1990 ein.

Beispielgebend eine grossformatige Walzarbeit, wie sie noch heute im Atelier zu betrachten ist, Foto DieRedaktion, wir sind bemüht, eine Aufnahme besserer Qualität zu erhalten.

Als dritter im Bunde gesellte sich einer meiner grössten Förderer dazu: Ludwig Roth. Er fand zwei meiner besten grossformatigen Walzarbeiten, die versteckt im Atelier an einer Wand lehnten, und schlug zu. Er erwarb G 233 (GR 94), eine „Komposition mit viel Blau- und Brauntönen“, fertig gestellt 06.90, mit dem Format 120 cm x 110 cm und G 236 (GR 97), „Himmel über Rohrleitungs…“, die Notiz ist leider unleserlich, aus der Zeit um 07.90, Format 130 cm x 130 cm, gerade frisch gewalzt. Ich bin ihm noch heute dankbar für den voluminösen Ankauf. Nummer Vier scheiterte; nicht im ökonomisch gedachten Wert, es scheiterte eine persönliche Beziehung (06.09.1990, DieRedaktion). Es herrscht ein totales Chaos in meinen Aufzeichnungen: Zwei Arbeiten gingen am 12.09.1990 nach Australien, Beate und DavidAm 14.09. drei Arbeiten an meine Geliebte nach Hochspeyer. Am 18.09. ein weiterer prekärer Ankauf.

Der Erwerb von Susanne und Ulrich befindet sich nach wie vor bei mir im Atelier. Die Unterstützung dauert fort. Trotz Bitte um Abholung des Werkes. Es handelt sich um „Farbe vor Holocaust“ und ist mittlerweile total überbezahlt. Die früheren Kontakte rissen ab, die Überweisungen nicht. Trotz mehrerer Versuche bleibt mir nur: Warten. Beitritt am 25.09.1990 um 22:00 Uhr. (Links ein Detail von „Farbe vor Holocaust“, Foto DieRedaktion.)

Ach, ich habe einen Menschen vergessen!!! Sabine. Ein Eintritt in den „Freundeskreis F. B.“: Ute öffnet sich meiner Unternehmung. Herr Müller und Herr Feine werden Mitglied, Vertreter der Firma FIA Farbwerkzeug GmbH+ Co. KG aus dem idyllischen Wangen, siehe Vita: 1988. Der Ankaufsvertrag wurde am 24.10.1990 geschlossen. Ab diesem Zeitpunkt durfte ich unentgeltlich Produkte der Firma nachfragen. Über mehrere Jahre hinweg. Immer mal wieder. Was für ein Glück! Die Malvorführung in Köln, was für ein Glück! Selbst mit ehemaligen Trainern vom FCB (Udo Lattek) wurde über Kunst palavert. Das ging mir mit der Zeit dann doch auf die Nerven. Noch vor der so wichtigen Vereinbarung mit Herren Müller und Feine gingen Werke nach Weinheim in den Holzweg, zu Iris, und in die Langstrasse in Mannheim, zu Ute.

Wir schreiben inzwischen das Jahr 1991.

Nach anfänglichen Verkaufserfolgen: eine kurzweilige Durststrecke. Die Sommergasse in Weinheim durfte bestückt werden. Drei Werke wählte Fritz aus, mit der Bitte um Aufhängung zur Probe. Nach Telefonat am 27.01.1991 wurden die Bilder zu vereinbartem Preis im Freundeskreis angekauft. Es handelte sich um zwei Spachtelarbeiten auf Papier  „Kant denkt, Gott lenkt“ und „Der Taumel“, sowie um eine Mischtechnik mit dem selben Malgrund betitelt „Häuser“. Die Bedingungen legten wir am 16.12.1990 fest. Den eigentlichen Ratenkaufvertrag unterzeichneten wir noch am 27.01.1991. Der Kunstfan leistete seine Unterschrift mit einem roten Kugelschreiber, dessen Farbe bis heute überdauert hat. In der Folge ereigneten sich so wunderliche Dinge wie Ankäufe aus der Kurfürstenstrasse 18 aus Karlsruhe über mehrere Arbeiten auf Papier, die, zunächst als unbefristete Dauerleihgaben zur Verfügung gestellt, ihre Käuferin fanden. Was sich über einen pauschalierten Vertrag mit Maria realisieren liess. Und so wundersame Ereignisse wie Stornos aus der Neustadter Böhlstrasse durch SofiaZu kurz kam bislang Kaiserslautern.

Herr Walt Jörgy (sein eigentlicher Name ist der Redaktion bekannt) kaufte „Die verlassene Kirche“, G 205 (GMT 24) aus dem Jahr 1989 mit dem Format 80 cm x 75 cm, Öl auf Nessel, wenn ich mich recht erinnere. Zum Erwerb erhielt er eine kleine Spachtelarbeit als Dreingabe. Der Beitritt zum Freundeskreis fand ein paar Tage vor Weihnacht 90 statt. Und zwei weitere Beitritte aus 12.90 liess ich unerwähnt, hatte ich vergessen, über blättert. Deshalb die Irritation mit der Durststrecke. „Grundfarben auf Palettenscheps“ fanden Platz in Karlsruhe bei Christine, „Fleur du Bon“ und Dreingabe „Torso mit Schoß“ München bei Heidi und LotharDas Neustadter Storno wurde zurückgenommen. Damit hatte ich nicht gerechnet. Eine mir inzwischen völlig abhanden gekommene Kunstliebhaberin, damals wohnhaft in Plankstadt, begeisterte sich für eines meiner Werke. Und beglich den ausgehandelten Kaufpreis in bar, SabineAm 07./08.02.1991 nächtlicher Atelierbesuch. Ein Ankauf für Anfang März avisiert. Das Bild „Suchende-Findende“ ging über den „Ladentisch“ an UtaEin Grosskunde: Wolfgang zeichnete am 17.02. und nahm mehrere Bilder zunächst zur Ansicht mit. Erworben wurden dann tatsächlich „Idol und Bewunderung“, „Fassade“ und „Torso mit Schoss“. Die Entscheidung zog sich einige Tage hin. Man erwartete die Lieferung eines Einrichtungsgegenstandes. Ein blaues Sofa: Louis Philipp. Aus der Schweiz, aus Zürich lag Interesse von Bernard vor: Eine Metallskulptur wurde am 07.03. erworben, in bar bezahlt und die Versandkosten übernommen. Am 20.03. schauten Mutter und Tochter / Angelika und Sabine in meine Werkstatt. Sie nahmen „Wege zur Sinnlosigkeit“ mit. Ich habe ihnen zwei Dreingaben als Dankeschön überlassen. Ein Mittarbeiter der Mannheimer Volksbank begeisterte sich für einen meiner „Sonnenaufgänge“, die immer aussahen wie Untergänge. Übrigens ein weiterer, bislang unerwähnt gebliebener Zyklus. Nach dreitägiger Ansicht in den eigenen vier Wänden wurde das Bild G 215 (GR 85) am 28.03. von Markus angekauft. Von einer weiteren Grosskundin darf berichtet werden: Eintritt mit Ankäufen zum 15.04.1991. Nach Mannheim zu GabrieleNach Ostfildern zu Martina ging „Liebesgespräch“ aus dem Jahr 1990, der Beitritt geschah am 15.05.1991Mein Freund Werner beehrte mich schon am 29.04. mit einem Atelierbesuch. Er erfreute sich an einer „Dame mit Hut“(1990), meiner Erfindung „Cyklopaia“ (1991)und einer „Katzenstudie“ (1990). Er wurde ab dem 11.06. Mitglied im Freundeskreis. Eine mir näher stehende, sehr freundliche und kunstbegeisterte Dame aus Wiesbaden, übrigens selbst Künstlerin, war von einer Spachtelarbeit überzeugt. Der Erwerb lag noch vor Werner am 02.06., Ulla beglich in bar. Ein Politiker aus Dossenheim tratt einfach dem Kreis bei und beliess es zunächst bei Ankaufsoptionen. 01.07.1991. Die Auswahl fand später durch Carlo statt. Nach Hirschberg zu Inken wanderten zum 15.07. zwei Walzbilder auf Papier: „Idol und Masse“ und „Idole vor Stelen“, beide aus 1990. In die Beethoven-Strasse in Mannheim verirrten sich zum 01.09. gleich mehrere Werke…Josi und WolfgangIn Andechs, kurz zuvor noch Mannheim, blieben zwei Arbeiten bei Erika: eine Reiss-Collage und ein Spachtelbild. Ab und an ergibt sich noch ein Postkartenverkehr. Eintritt zum 01.09. „Studie über Haarausfall“ erwarb ein lieber Bekannter, der Peter, wir laufen uns immer mal wieder über den Weg. Eintritt am 01.10. Olaf, der einige Tage bei mir wohnte – Studienbeginn – verliebte sich in ein Drehbild ohne Titel aus dem Jahr 1988. Dafür erhielt er als Dreingabe ein handsigniertes Plakat, Mitglied ab 15.10., Hängeort Altenburg. Ich muss ganz weit zurück…zum 21.01.1991. Ein ehemaliges DAMAKA-Mitglied, langte kräftig zu, es handelt sich um das Tafelbild „Komposition mit viel Grau“, G 199 (GR 74), aus 1989. Ich hoffe, sie hat es noch. Die Hochspeyer-Vertragsunterlage darf man getrost als Rarität bezeichnen: ein Kussmund ziert das Papier, die Signatur im Abdruck des Lippenstifts. Barzahlung. 13.10. Am 14.10. wanderte „Die Spekulation“ nach Ludwigshafen. Nach Cottbus gingen vier gespachtelte Papierarbeiten. Eintritt zum 15.11., IlkaNach Gornau drei Werke, zum 01.12., FalkNach Neupetershain ein Werk, zum 01.12., Claudia.

Wir schreiben das Jahr 1992

Laut Kunstkaufvertrag vom 08.01.1992: zwei Werke, „Mann im Grün“ und „Die schöne Cyklopaia“, dazu eine Dreingabe nach Mannheim, MarkusLaut Kunstkaufvertrag (KKV) vom 10.01.: ein Werk „Am gegenüberliegenden Ufer“ und eine Dreingabe nach Schwenningen, IrmgardLaut KKV vom 23.01.: Titel des Werkes nicht notiert, wahrscheinlich „Tanz, fünftausend vor der Wende“, nach Karlsruhe. Stimmt, Spachtelarbeit, 90 cm x 60 cm, mit Passepartout und Rahmen. Zu RobertLaut KKV vom 02.02.: „Zwei Figuren mit Standbein“, Öl auf Papier, 1991, mit Rahmen, nach Mannheim, bei Werner. Laut KKV vom 11.03.: ein Walzbild, DIN A 3, „Idol und Fassungslosigkeit“ an einen Zahnarzt in Mannheim, Bert. Mit einer Option auf ein weiteres Werk. Laut KKV vom 12.03.: „Die Büglerin“an Markus, Öl auf Papier, 90 cm x 60 cm, mit Rahmen, nach Mannheim. Laut KKV vom 13.04.: drei Arbeiten nach Mannheim zu GabiLaut KKV vom 09.05.: nach Ladenburg zu UlrichLaut KKV vom ?????: zwei Arbeiten nach Mannheim an BertLaut KKV vom ?????: Recherche notwendig!!! ThomasLaut KKV vom 07.09.: „Torso“, Holz, Fundstück, h = 24,5 cm, nach Mannheim an Irene.

Wir gelangen ins Jahr 1993

Ratenbeginn 01.02.1993. Laut KKV vom ?????: G 212 (GR 82) mit dem Titel „Walzenproduktion“ aus 1989. Nach Altenburg, Seite 41. CarstenRatenbeginn 01.02.: keine Daten, nach München, Seite 42. HeidiRatenbeginn 01.03.: „Dolmen“, Öl auf Papier, Mischtechnik, 1989, nach Mannheim, Seite 43. ElkeRatenbeginn 01.03.: „Dreiecksbeziehung“, Öl auf Papier, 1992, Format 100 cm x 70 cm, Alu-Rahmen, nach Mannheim, Seite 44. IreneRatenbeginn 01.05.: „Der Lauscher an der Wand…“, Papier, gerahmt, 1990, 60 cm x 90 cm, nach Mannheim, Seite 46. KatjaLaut KKV vom 04.07.: „Akt, männlich“, Spachtelarbeit, Öl auf Papier, 1990, 60 cm x 90 cm, nach Mannheim, Seite 47. UtaNach mehrtägiger Ansicht Ankauf von zwei grösseren Werken zum 01.09., St. Leon-Rot, Seite 48. Elvira und BertholdStornierung wegen Umzug, Seite 49. Ratenzahlung läuft weiter, Ansparen ist angesagt, Mannheim, Seite 50. Josi und WolfgangRatenbeginn 02.09.: Ankauf einer Skulptur „Merry old England“, mit Sockel, Mannheim, Seite 51. WernerDas „Urbild zum figurativen Werk“ wird von Markus am 13.10.1993 erworben. Eine Spachtelarbeit, Öl auf Nessel, 140 cm x 110 cm, G 243 (GS 28), 1990.

Wir springen ins Jahr 1995

Konkretisierung der Vertragsunterlagen am 04.01. mit Susanne un UlrichKonkretisierung der Vertragsunterlagen am 11.01. mit Iris und WernerEdith erwirbt am 15.01. ein Bild aus dem Zyklus „Mein Tatra-Blick“. Spachteltechnik, Öl auf Papier, 90 cm x 60 cm, 1993. Siegfried kauft am 19.01. eine Stele aus Getränkedosen. Höhe 200 cm, 1992. Wolfgang genehmigt sich am 01.02. ein weiters Werk: „Der Cyklop ist angesagt“, Spachteltechnik, Öl auf Papier, 100 cm x 70 cm, 1992, aus dem Cyklopaia-Zyklus. Rose begeistert sich am 11.03. für ein Bild „ohne Titel“, eine Spachtelarbeit, Öl auf Papier,  88 cm x 58,5 cm, 1993, die Arbeit gehört zu den Werken, die nach kompletter Trocknung mit Ölfarbe eingeschlemmt und sofort poliert wurden. Marion erwärmte sich am 18.03. für „Hermann und Helena“, eine Spachtelarbeit aus dem Jahr ???, Öl auf Papier, Bildformat 56 cm x 80 cm, Papierformat 70 cm x 100 cm, mit Rahmen. Reinhold kam am 28.07. ins Atelier. Es ging um „Pittoreske Äusserungen zur erotischen Malerei“ aus dem Zyklus W.I.X.-Amor mit Bauchladen. Papier, Öl, Stifte,  Datierung offen, Bildformat 60 cm x 90 cm, mit Rahmen. Sylvia erwirbt am 23.09. ein Schrumpelpapier, „ohne Titel“, in Öl, 50 cm x 85 cm, aus 1993. Rose+Günther aus Viernheim zeichneten am 12.10.95 für „Mein Felsenblick“, Öl auf Schrumpelpapier, Rahmenformat 100 cm x 70 cm, aus dem Jahr 1993. (Erläuterungen zum Schrumpelpapier siehe Ansprachen, DieRedaktion.) Christa aus Mannheim trat am 14.11. in den Freundeskreis ein und wählte ein Werk aus dem Zyklus „Amor mit Bauchladen“ im Ankaufsjahr gemalt, 70 cm x 100 cm. Ohne Datum blieb der Vertrag mit Carola, allerdings wurde seine Rückgabe mit  dem 11.12.95 notiert, der Verkauf lief über die Galerie Hartmannstrasse 45. Es handelte sich um ein Werk aus der W.I.X.-Serie, 60 cm x 90 cm, mit Rahmen, in Öl auf Papier (gehämmertem Karton), gespachtelt.

Wir gehen ins Jahr 1996

Ein weiterer Ankauf durch Sylvia. Es wurde eine „Hommage à Beckmann“ gewählt, auf Schrumpelpapier, damals noch mit Knitterpapier bezeichnet. Am11.01.1996, das Bildformat 60 cm x 90 cm, aus dem Jahr 1993, alle anderen Daten wie gehabt. Zum 01.03. wurde Lothar Freundeskreisler. Er erstand drei Werke. Zu diesem Ankauf schreiben wir gesondert, DieRedaktion. Am 15.03. trat Hermann ein. Er nahm ein Müllbild mit dem Titel „Silbermine“ mit nach Weinheim. Format 130 cm x 105 cm, rückseitig signiert, keine weiteren Daten. Zwei Verträge mit Erika vom 17.05. und 19.06.1996 über verschiedene Arbeiten. Jacqueline war die Nächste am 06.07., sie verlangte nach einem Spachtelbild ohne Titel. Im Format 90 cm x 60 cm, gerahmt. Keine weiteren Daten.

Wir bewegen uns im Jahr 1997

Der erste Beitritt in diesem Jahr am 28.01.: Harald. Er nahm „Geschichte“ aus dem Jahr 1993, Öl auf Papier, Rahmenformat 100 cm x 70 cm, keine weiteren Daten. Es muss im März gewesen sein, Reinhold kaufte den „Versuch über ein Paar“. Der Vertrag weist als Datum den 7.7.46 aus, an diesem Tag wurde ich geboren. Der Beginn der monatlichen Ratenzahlungen wurde auf den 01.04.97 gelegt. Eine Spachteltechnik in Öl, poliert, 90 cm x 60 cm, gerahmt. Carola unterschrieb am 29.04. und nahm zwei Bilder mit. „Woman in Landscape“ aus dem Jahr 1990 und „Studie über eine glückliche Schmusekuh“ aus 1994. Beide Arbeiten gespachtelt, Öl auf Papier, Rahmenformat jeweils 70 cm x 100 cm. Am 05.05., da nahm Irene meinen „Karrierebruch“. Sie bewies immer sehr viel Geschmack! Gespachtelte Malerei, Öl auf Nessel, 90 cm x 120 cm, noch ganz frisch, 1997 signiert. Gertrud und Peter erwarben am 15.07. eine „Hommage à Motherwell“, gerahmt, mit den Abmessungen 70 cm x 100 cm, keine weiteren Daten. Am 19.10. erwarben Melanie und Heinz vier Arbeiten. Manfred am 07.12.1997, Infos später.

Wir schreiben das Jahr 1999

Moni bringt viel Interesse mit: Eine „Cyklopaia“ ist fällig. Eintritt am14.03. Der Ankauf hängt mit der Ausstellung „Terra Deponia“ in Worms zusammen. Das Bild stammt aus 1991, Öl auf Papier (Hahnemühle), Rahmenformat 100 cm x 70 cm, Signatur u. l., keine weiteren Daten. Annerose kommt am 23.03. ins Atelier und nimmt drei „Figuren“ mit, WVZ 153, 154, 155. Format jeweils 34,5 cm x 22 cm, Öl, Papier, Spachtel. Dieter sucht und findet „Breakdown“ am 30.03. in Worms. Ein Werk aus 1994, Öl, Stift, Weisspaste, Spachtel, poliert, Signatur r. u., hart haben wir um den Preis gefeilscht. Gregor aus Mannheim kaufte sich am 11.05. „Draht um einen gesprungenen Topf stricken„, eine Mischtechnik, WVZ 1193, alle weiteren Daten im Werkverzeichnis (WVZ). Irene vervollständigt ihre Sammlung am 28.07. mit dem Werk „Vincent umarmt seine Freunde„, WVZ 1292. Vassilios erwarb „Elvis“ oder „Hector beim Training“, WVZ 1605. Gregor kam am 04.12.1999 wieder und begeisterte sich an „Die Dosentreter von LU“, ein Materialbild, WVZ 1214.

Wir kommen zur Jahrtausendwende
Dieter gefiel „Eule im Irrflug“, Eintritt am 10.02.2000, WVZ 1398. Reinhold lässt nicht locker, er nimmt am 01.04. „Seitenabsurdität“, WVZ 1519. Mahmut am 08.05. „Dorf am Berg“, WVZ 1382. Wolfgang war am 24.06. grosszügig: WVZ 1408, 1562, 1277, 209, 1368, 1572, 2009. Ebenfalls am 24.06. ging „Teuflischer Eindruck“ an Irene, WVZ 2009, 100 cm x 120 cm, Öl auf Schrumpelpapier, gespachtelt. Wolfgang bekam nicht genug, 01.07., WVZ 1502 und 1532. Wolfgang erneut am 07.07., WVZ 1595. Stefanos am 16.07., WVZ 1526 und 1251. Gabriele am 13.12., WVZ 2002.
Umgehend ins Jahr 2001
Rainer nahm „An den Ufern eines Stromes“ am 15.01., WVZ 1585.
Vorname unbekannt am 05.02., WVZ 1628. Edmée am 13.02., WVZ 1622. Beate und Heinz am 18.02., WVZ 1624, 1644 und 1645. Gisela am 16.03., WVZ 1516. Manfred am 15.08., WVZ 1694. Susanne und Ulrich am 18.08., WVZ 1700. DIE GRÜNEN am 18.12., WVZ 1676.
Wir schreiben das Jahr 2002
Rainer am 27.02., WVZ 1284. Irene am 27.02., WVZ 1379. Sylvia und Harald am 11.05., WVZ 1211, 1517, 1521. Barbara am 11.05., WVZ 2012. Jutta am 07.12., WVZ 2043. Krista am 07.12., WVZ 1646.
Wir schreiben das Jahr 2003
Irene am 18.02., , WVZ 2058. Gabriele am 11.12., WVZ 2006, 1504.
Wir kommen ins Jahr 2004
Klaus am 05.01., WVZ unleserlich (228?). Markus am 03.02., WVZ 2011, 1476. Markus am 10.05., WVZ 2338. Irene am 20.06., WVZ 2244. Bernhard am 01.08., WVZ 1653-56. Georg am 19.12., WVZ 1290.
Wir kommen langsam dem Ende entgegen: 2005
Krista am 01.02., WVZ 2131. Heinz am 08.02., WVZ 2140. Ulf, ohne genaues Datum, muss um die Jahreswende herum gewesen sein, ohne WVZ.
2006
Christian (Lampertheim), ohne genaues Datum, wahrscheinlich Anfang des Jahres, WVZ 2163, 2161. Waltraut, ohne genaues Datum, WVZ 1675. Manfred (eine Gabe) ohne Datum, WVZ 2237. Barbara (eine Gabe) ohne Datum, wahrscheinlich Jahresmitte, WVZ 2357. Evelin (eine Gabe) ohne Datum, WVZ 2269. Markus (eine Gabe) ohne Datum, WVZ 2021.
Vorläufiges Ende.
Wir forschen weiter, DieRedaktion.
Die Aufnahme wurde anlässlich einer Ausstellungseröffnung in Heidelberg gemacht, DieRedaktion.

Zurück ins letzte Jahrhundert: 1993

DIE RHEINPFALZ, Montag, 20. Dez. 1993

„Glück lebt nicht in Dosen“, Performance-Künstler Franz Bellmann klappert gegen Umweltbelastung, von Cornelia Wystrichowski

Auszüge aus einem längeren Artikel:

Foto Manfred Rinderspacher
Foto Manfred Rinderspacher

Klappern gehört zum Handwerk. Das alte Sprichwort nahm Franz Bellmann wörtlich und hüllte sich in ein wallendes, schepperndes, selbstgenageltes Gewand aus leeren Coladosen, mit dem er sich am Samstag…in die Ludwigshafener Fussgängerzone wagte. Eigentlich wollte er auch die Geschäfte im Rathaus-Center besuchen, doch die dortigen Ordnungshüter wollten die „Dosenglück“ genannte Performance nicht in ihren Konsumhallen dulden…“You can beat the feeling“, sagt er in Anlehnung an den CocaCola-Werbespot, und meint eigentlich, dass die Herstellung einer Dose einen ungeheuren Energieverlust bedeutet. „Die Dose sollte völlig abgeschafft werden.“…Wie hält es der Anti-Dosen-Prophet eigentlich selbst mit dem Konsumieren? „Ich bin kein Konsument“… er kaufe nur Frischware. Doch auch andere zu solchen Verhaltensweisen zu bewegen, sei „eine Sisyphusarbeit“. Genug Zeit dazu hat Bellmann…eingeplant: „Das laufende Dezennium“.

Dosenspaziergang in Ludwigshafen am Rhein, ein Blick zurück...
Dosenspaziergang in Ludwigshafen am Rhein, ein Blick zurück…

Der MM meldete unter Kunstobjekt Getränkedosen am selben Tag: „Die Menschen auf die Umweltprobleme durch Einwegdosen aufmerksam zu machen“, das ist das Anliegen des Mannheimer Künstlers…

Platzschein der STADT  LUDWIGSHAFEN  AM  RHEIN vom 17.12.1993 Sondernutzungserlaubnis für einen „Dosenspaziergang“ (Performance) in der Fussgängerzone am 18.12.1993, mehrere Auflagen formaler Art, Stempel, Unterschrift…

Foto Manfred Rinderspacher

Gebührenbescheid der STADT  LUDWIGSHAFEN  AM  RHEIN vom 24.03.1994…Für diese Erlaubnis wird gemäss § 1 der Satzung über die Erhebung von Verwaltungsgebühren in Selbstverwaltungsangelegenheiten der Stadt Ludwigshafen am Rhein i. V. m. § 4 der Anlage zu dieser Satzung eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 35,00 DM festgesetzt…Anlage: ein Zahlschein.

Dosen zwischen den Stühlen

Auftrag 26.4.99, gedruckt 29.4.99, Dosen zwischen den Stühlen.

Foto mit freundlicher Genehmigung durch Irene Kupsch und Bernhard Wondra

Über Kunst läßt sich nicht streiten…Auf jeden Fall eckt derjenige an, der mit seiner Kunst provoziert, mit der Wahrheit konfrontiert. Ein Beispiel hierfür bietet sich derzeit in Worms. Hier mußte ein Künstler erleben, daß von ihm großflächig arrangierte Objekte plötzlich vorzeitig vom Ausstellungsort entfernt wurden. Und zwar handelte es sich um einen Teil der sozialkritischen Präsentation „Terra Deponia“ des Dosenkünstlers Franz Bellmann im „Museum im Andreasstift“.

„Die verpackte Welt“, Foto Matthias Plath

Die Rasenfläche im Innenhof des Stifts beherbergte wahre Dosenberge und zu Objekten wie Kreuze, Stelen und Ster zusammengefügte Mahnmale der heutigen Wegwerfgesellschaft. Dies mußte jetzt aufgrund Drucks von außen vorzeitig weichen. Franz Bellmann… fühlt sich in der Nibelungenstadt wie Siegfried, an seiner schwächsten Stelle tief getroffen. Durch widrige Umstände erreichte ihn die Information zusätzlich erst nach der Entfernung.

(Anmerkung: Nacht- und Nebelaktion, Die Redaktion.) Was war also geschehen? Thomas Schiwek, Leiter des Museums im Andreasstift…sah sich „zwischen den Stühlen“. Stadtrats-Mitglied der CDU Elvira Bickel hatte öffentlich dafür plädiert, die Blechdosen schon vor dem geplanten Ende der Ausstellung zu entfernen,…da viele Besucher bei dem Anblick der verstreuten Trinkbehälter „irritiert“ und „verständnislos“ reagierten.

Schiwek selbst war Zielscheibe solcher Anrufe, wie den von Hildegard D´Arco, die sich…„ja so geschämt hatte“. Auch von Seiten der FDP erreichte Schiwek eine negative Bewertung der Bellmannschen Kunst: „erklärungsbedürftige Müll-Ausstellung“ war die Formulierung. (Foto rechts mit freundlicher Genehmigung durch Irene Kupsch und Bernhard Wondra, DieRedaktion.)

Worms, derzeit öfter in kulturellem Gärprozess stehend, kann offensichtlich mit der Botschaft des Künstlers wenig anfangen; der Künstler selbst ist zwischen die eh schon gespannten Fronten geraten. Die endgültige Entscheidung Thomas Schiweks,…diente deswegen sogar eher zum Schutz des Künstlers, der, so Schiwek, als aufrüttelnder Dosenkünstler und nicht nur als Rasenvernichter in der Erinnerung der Wormser bleiben sollte.

„Die Bewässerungsanlage“, Foto Manfred Rinderspacher, entsorgt

…Wertstoffreich recyclebar, wenn alle mitmachen würden, unnützer Müll, wenn achtlos weggeworfen. Das war die Botschaft des Künstlers Franz Bellmann, dem die Grasüberwucherung seiner Objekte ein weiteres natürliches Stilmittel gewesen wäre. Aber eben unverstanden. Über Kunst läßt sich nicht streiten. Oder doch…?(hüf)

(Mit freundlicher Genehmigung durch Claudia Hüfner, siehe auch einen Artikel weiter, Die Redaktion.)

„Terra Deponia“ im Andreasstift

Auftrag 14.3.99, gedruckt 23.3.99,  „Terra Deponia“ im Andreasstift.  „Dosen im Kreuzgang, wo sonst die geballte Wucht der Geschichte vertreten ist – wie paßt das zusammen?“ gab Hans-Joachim Kosubek, stellvertretender Kulturdezernent der Stadt Worms bei seiner Begrüßung den provokanten Denkanstoß zu den Werken des Malers und Performancekünstlers Franz Bellmann…1992 entstand der Wandel von der Malerei zur Projektkunst mit dem Konzept: „Dosenglück“: Die großflächigen Bilder seiner gegenwartsbezogenen Arbeiten sind reliefartig gestaltet, farbstark demonstrieren sie eindringlich, wieviel Abfall die Erde wie eine künstlichen Haut überzieht…„Kritische Masse“, „Arche Noah“, „Photomania“ oder die Skulptur „Stangenware“ sprechen eine eindeutige Sprache; der Betrachter fühlt in beklemmender Deutlichkeit den Aufschrei der Erde durch Verbrauch und üppige „Möblierung“ einer Stadt mit Müll. (Foto links mit freundlicher Genehmigung durch Irene Kupsch und Bernhard Wondra, DieRedaktion.)

Schirmstelen in Edingen, Foto Manfred Rinderspacher
Schirmstelen in Edingen, Foto Manfred Rinderspacher

In dazu künstlerischer Spannung stehen die Arbeiten Bellmanns im weißen Saal des Museums und im Obergeschoß…„Dosenglück“ verbindet in einer Verschmelzung von gepreßten und gemalten Dosen vor schwarzblauem Hintergrund altes und neues Konzept…So sind Workshops… geplant, Anmeldungen hierfür im Museum. (hüf)…(Mit freundlicher Genehmigung durch Claudia Hüfner, beide Artikel in DIE RHEINPFALZ erschienen, hier stark gekürzt wiedergegeben, weiterer Hinweis: zur Ausstellung „Terra Deponia“ erschien ein kleiner Katalog, welcher käuflich zu erwerben ist, inclusive Versandkosten 15.-Euro, DieRedaktion.)

Blick in den Ausstellungsraum Andreasstift, Foto Manfred Rinderspacher

Ein Hinweis: Angekreuzt im MM vom 01.10.2003

Mannheims Dosenkünstler und Maler Franz Bellmann ist heute… im Fernsehen zu bewundern. Der SWR zeigt… in der Landesschau eine Glosse unter dem Titel „Im Namen der Dose“; Redakteur ist Eberhard Reuß. Anlass ist das Inkrafttreten des Dosenpfand-Gesetzes. (Ein Mitschnitt obiger Sendung kann unter Umständen beim SWR bezogen werden, Die Redaktion.)

Kunstschwanger im Sommer

Kulturfenster Mannheim Stadthaus N 1 vom 03.07. bis 30.09.2003.

Aus dem Zyklus „Geklaut“

Im Juli 2003 erhoben wir im Kunst-Kiosk „Kunstschwanger“ eine Quiz-Umfrage zu nebenstehendem Bild mit folgenden Aufgaben:

1.) Von wem stammt das mit einem roten Punkt ausgestellte Bild im Original? Name und Vorname des Malers!

2.) In welchem Jahr wurde es gemalt?

3.) Wie ist das Format des Originals?

4.) Mit welchen Materialien wurde das Werk erstellt?

5.) In wessen Besitz bzw. in welchem Museum ist das Bild zu bewundern?

6.) An welcher Stelle hat der Künstler signiert?

Wer die sechs Fragen korrekt beantwortete, durfte obiges Bild aus dem Zyklus „Geklaut“ als sein Eigentum betrachten. Siehe „Bilder und Ausstellungen“ auf dieser Webseite. Die Vergabe fand zur Finissage statt. Drei richtige Lösungen wurden eingereicht. Das Los musste entscheiden. Name und Anschrift des obsiegenden Ehepaares liegen uns vor, Die Redaktion.)

 

Im Kubus „Kunstschwanger“ bei der Arbeit, Foto Manfred Rinderspacher

Kultur Regional im MM vom 28.07.2003:

Sein Atelier gewechselt hat derzeit … der in Mannheim und Edingen arbeitende Künstler Franz Bellmann. Die Stadt hat ihm das „Kulturfenster Mannheim“ als Ausstellungs- und Arbeitsraum zur Verfügung gestellt. Man trifft ihn deshalb fast täglich dort…

 

DIE RHEINPFALZ vom 11.08.2003

Wiederkehrende Prominente ohne Botschaft, das „Kulturfenster“ im Mannheimer Stadthaus N 1 ist vorrübergehend Franz Bellmanns Atelier, von Heike Marx

›Geht man im Mannheimer Stadthaus die Treppe hoch, stösst man auf eine Art Kiosk. Meist ist er nicht gerade umlagert; als „Kulturfenster Mannheim“ ist er kulturellen Angeboten vorbehalten. Im Sommer, wenn das lokale Kulturleben pausiert, lässt sich ein Mannheimer Künstler für etwa zehn Wochen hier nieder und eröffnet eine Mischung aus Atelier und Kunstobjekt. Derzeit hat ihn Franz Bellmann bezogen. Die eine Fensterwand hat er bereits bunt beklebt, so dass man schon von weitem sieht, da tut sich was. Und dass nicht sicher zu erkennen ist, ob es sich um Kunst handelt oder um etwas anderes, macht die Sache zusätzlich interessant…Das thekenartige Fensterbrett ist ausgeklügelt beklebt und die nüchterne tragende Säule neben dem Kioskeingang hat sich in den Blickfang einer Litfaßsäule verwandelt…Bellmann arbeitet stets in Reihen. Eine hat er aufgestellt, die aus lauter Kunstzitaten besteht und deshalb „Geklaut“ heisst. Es sind nicht die allbekannten Ikonen, die er kopiert, sondern Nebenwerke, bei denen er sich am charakteristischen Stil festbeissen kann. So ist das Quiz, zu dem er per Anschlag und Handzettel einlädt, auch nicht einfach…

Festival + Jubiläum: 25 Jahre Atelier für experimentelle Malerei und Bildhauerei vom 01.07.2010 bis 07.07.2010

Festival- und Jubiläumskuchen 2010, Foto Matthias Plath

Die Festivalzeitung, wie sie nach langen und schwierigen Vorarbeiten im Juni 2010 in Druck ging.

Foto Matthias Plath

Vorbereitende Massnahmen zur Durchführung des Festivals, auf der Aufnahme links sind zwei gerade aufgehängte Jazz-Portraits vom Fotografen Manfred Rinderspacher zu erkennen. Diese Präsentation zeigten wir zum Eröffnungstag des Jubiläums.

Frau Dr. Christel Heybrock im MM vom 30. Juni 2010

Forum für Weggefährten und Freunde, der Mannheimer Dosenkünstler Franz Bellmann feiert das 25-jährige Bestehen seines Ateliers mit Lesungen, Diskussionen, Kabarett und Kunst

…feiert er eine ganze Woche lang nun das 25-jährige…und wenn andere Leute in ähnlicher Situation sich ausufernd feiern lassen, macht er es just umgekehrt und lässt Freunde und Kollegen, Weggefährten und sogar Verwandte auf der Bühne seines Schaffens auftreten…

…Immer noch besteht der Garderobenständer aus diversen Blecheimern, Deckeln, einer Kuchenform und den verrücktesten, bunt bemalten Fundstücken, immer noch ziert eine türkisgrüne Skulptur mit dem Titel „Beuys“ jener Hut, der an den grossen Meister von Filz und Fett erinnert, während…ein schräg gekippter Plastikkorb das Ganze gefährlich instabil aussehen lässt…

„Beuys in Begleitung“, Foto Manfred Rinderspacher

…Einer, der mit seiner Kunst so in die soziale Breite und auf die Probleme der Gegenwart zielt statt ins grosse Geschäft und auf globalen Ruhm, dem nimmt man auch ab, dass er zum Jubiläum andere zu Wort kommen lässt, schliesslich haben sie alle ihn freundschaftlich begleitet…

…Wie fühlt er sich denn in der Mannheimer Kulturszene? „Oh, ich fühle mich wie im Paradies. Stellen Sie sich mal vor, alle diese Leute gäbe es nicht!“

Und ohne die Weggefährten, wie ist sie denn, die Szene hier? Da kommt ein ebenso entschiedenes wie mehrdeutiges „Hm“. Nichts sonst.

Aber nächstes Jahr, wenn er 65 wird, soll es wieder ein Atelierfest geben…

(Der gesamte Artikel kann bei uns eingesehen werden, Die Redaktion.)

 

Das MORGENmagazin berichtet am 01.07.2010

Vorträge, Kabarett, Lesungen, Franz Bellmann feiert ein mehrtägiges Fest zum 25-jährigen Jubiläum seines Ateliers

Seine „Dosen-Kunst“ ist fast schon legendär. Franz Bellmann hat sich nicht nur mit ihr einen Namen gemacht, gleichwohl sind es diese ungewöhnlichen Objekte, mit denen er deutschlandweit für Aufsehen sorgte. Unermüdlich ruft er sich…mit unterschiedlichsten Aktionen in Erinnerung – und appelliert…an das Umweltbewusstsein der Menschen.

Nora Noé beim Festival, nach der Lesung im Gespräch mit ZuhörerInnen, Foto Matthias Plath

Seit 25 Jahren hat Bellmann in Mannheim ein Atelier. Ein Jubiläum, das nun gebührend gefeiert wird: Vom 1. bis 7. Juli lädt er zu Vorträgen, Diskussionen, Lesungen, Kabarett und Musik ein. Der Kabarettist Einhart Klucke wird zu erleben sein, die Sängerin Nadia Ayche, die Autoren Nora Noé und Meinrad Braun und der Klangkünstler Hans-Karsten Raecke. In einer Diskussionsrunde sprechen Gäste über die Situation der Bildenden Künste vor Ort, Höhepunkt ist ein grosses Atelierfest am 7. Juli. Fast täglich wechselt zudem die Kunst in Bellmanns Räumen: Ausstellen werden die Fotografen Manfred Rinderspacher, Matthias Plath und Günther Wilhelm, aber auch die Malerin Christine Bellmann. (Zusammen mit Ihrem Gatten Ludwig Roth, eigener Hinweis, Die Redaktion.)

 

IN MEMORIAM: Die Künstlerin, Autorin und Aktivistin Eva Vargas

Abschied von einer Ausnahme-Aussteigerin, Nachruf im MM am 30. Juni 2010 von Simone Jakob

„Wenn das alte Trafohaus am Wehrsteg-West einmal leer steht, hab‘ ich meinen Seesack geschnürt und bin gen Süden gezogen“ – mit diesen Worten endete ein Interview mit der Heidelberger Rest-Art-Künstlerin Eva Vargas. Doch ihr grosser Traum – als Bäuerin auf Sizilien zu leben – hat sich nicht erfüllt. Eva Vargas ist am Montag nach langer Krankheit gestorben.

Die Heidelberger werden die Künstlerin, Songpoetin, Autorin und Aktivistin vermissen. Wer den Leinpfad flussabwärts ging, landete irgendwann vor ihrem Backsteinhaus, das wie ein verwunschenes Rapunzel-Schloss aus wildem Grün hervorlugte. Ein ausrangiertes Ofenrohr diente als Briefkasten und im Garten standen unzählige, bunt bemalte Schrottgebilde. Und bei jedem Spontanbesuch wurde man schnell selbst zum Künstler, denn aus dem Trafohaus direkt am Neckar hat Eva Vargas das „Rest-Art-Zentrum-Heidelberg gemacht…

…“Wer ein Zipfelchen vom Paradies erwischt hat, sollte es mit anderen teilen.“…

 


Hamburger Impressionen 2010

Säulengarten in Mannheim – Ausstellung Citykirche Konkordien

Der Säulengarten und die zugehörige Bilderausstellung in der evangelischen CityKirche Konkordien liefen vom 24.07. – 22.09.2002.

Die Präsentation wurde in der Information für haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende der Evangelischen Kirche in Mannheim „Namen-los“ mit einem Titelbild beworben, mitverantwortliche Redakteurin: Frau Irene Kupsch.

Frau Dagmar Burisch titelt im MM-Magazin vom 01.08.2002: Dosenkunst und farbsatte Malerei, CityKirche Konkordien zeigt Bilder und Skulpturen von Franz Bellmann

…“Inmitten der Stadt ’stolpert‘ man … über die fantasievollen Gestaltungen aus dem Strandgut unserer Überflussgesellschaft“…

…“In Artefakte verwandelt posieren…zerquetschte Getränkedosen in Form von Stelen und Kuben, einige erinnern an Schreine, die Kostbares bewahren:“…

…“Im Kircheninneren trifft man…auf das malerische Werk des Künstlers“… sie Bild unten. 

…“Und selbst Geschmecktes erhält Bildrecht in dem schokoladenbraun dominierten Gemälde ‚Tiramisu‘„.

(Die Einführung zur Ausstellungseröffnung sprach Frau Dr. Susanne Kaeppele, den Text finden Sie unter Ansprachen in der Kopfzeile dieser Webseite, Die Redaktion.)

Rückblick: Christel Heybrock findet im Mannheimer Morgen vom 27.04.2011 „Zwei Männer im Kontrast“

“Gerd Reutter (Homepage) und Franz Bellmann zeigen in Mannheim neue Arbeiten“- Gemeinsame Ausstellung vom 02. April bis 08. Mai 2011.

Gerd und Franz im Ausstellungsraum Reutter in der Kleinfeldstrasse 50

“Das Verbindende ist das Konträre“, der Kontrast spiegelt sich in den Keramiken von Gerd Reutter und den Müllbildern von Bellmann, die Verbindung fand sich in einer langjährigen Bekanntschaft und der daraus im Laufe der Zeit entstehenden Freundschaft und Zuneigung…

“Zur Eröffnung hatte Bellmann einen sagenhaften Überraschungsauftritt, der fast an die glorreichen Zeiten erinnerte, in denen er als Performancekünstler im scheppernden Getränkedosen-Outfit die Straßenpassanten erstaunte“.

(Der Auftritt kann auf dieser Webseite im alfabetisch gelisteten Themenbereich unter Videos aufgerufen werden. Zum Abschluss noch ein Ausstellungs- und Portrait-Foto von Manfred Rinderspacher, DieRedaktion)

Gerd Reutter schreibt per E-Mail am 15. Januar 2012:

Lieber Franz,

willst Du, dass ich Deine neu und grosszügig gestaltete Homepage kritisiere? Oder einen Kommentar zu unserer Ausstellung?

Christel Heybrock schreibt im MM „Zwei Männer im Kontrast“.

Dies war eine gelungene Ausstellung vom 2. April bis 8. Mai 2011. Werner Marx hielt die Einführung und Franz kam anschliessend mit einer Performance zum Thema „Katastrophe in Fukushima“. Viele Besucher kamen am Samstag, den 9. April zur „Langen Nacht der Museen“. Am Sonntag, den 17. April las Meinrad Braun (http://meinrad-braun.de/) aus seinem neuen Buch. Zum Abschluss unserer Ausstellung am Sonntag, den 8. Mai gab Hans-Karsten Raecke (http://www.raecke-klangwerkstatt.de/) ein kleines Konzert mit selbstgefertigten Instrumenten.

Nie vergessen werde ich die täglichen Schachspiele mit Franz dem grossen Meister.

Gerd Reutter