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HOCHSTEIN – Kupferschmelz

Gleich hinter Winnweiler am Ortsrand von HOCHSTEIN entdeckt der Radwanderer das Hochsteiner Willkommen. Und das Fabrikgelände zwischen der Alsenz- und Werkstrasse, der Bahntrasse und der Bundesstrasse 48: das GWS – was immer das heißen mag. Vielleicht Gas, Wasser, Heizung? Jedenfalls soll da eine Firma Kupfer erschmolzen haben, das Werk wurde jedoch – da nicht konkurrenzfähig – mit Beginn der 2000er Jahre geschlossen und dümpelt, von einigen (?) auf dem Areal befindlichen Betrieben abgesehen, vor sich hin. Betreten leider verboten!


Toreinfahrt zum Fabrikgelände

Der eigentliche Plan war den Alsenztal-Radweg von Enkenbach-Alsenborn über Alsenz nach Bad Kreuznach zu nehmen. Der Radweg ist vergleichsweise leider einer der miesesten. Entlang dem Glan und der Blies z. B. radelt man hervorragend durchgeplant! Siehe Berichte weiter unten. Da kamen GWH – und einige Kilometer später das Eisenhüttenwerk – gerade recht. Wenigstens zwei Sehenswürdigkeiten abseits der Strecke außerhalb des Alltäglichen, Postkartenmotive dienen der örtlichen Werbung und sind meist (verständliche) Schönfärberei und willkommenes Material für touristische Prospekte und Internetauftritte.


Versteckt hinter Bäumen und wilden Ranken dämmern hinterm Willkommen die Ruinen hervor. Ein Blick in die Vergänglichkeit Deutscher Industriekultur. In Grossstädten würden derlei Gebäude künstlerischen Unternehmungen und der damit folgenden Gentrifizierung zugeführt. In den abseits gelegenen Ortschaften jedoch wartet der Schleifer meist vergeblich. Oft über Jahre, falls sich je eine Investition auftut.


Durchdringt man das Gestrüpp, da zeigt sich die komplette Malaise. Das ehemalige Hauptgebäude sieht aus wie unter Beschuss. Das Dach zerfällt, die Natur wuchert. Unten im Bild das abgrenzende Mäuerchen zur Regionalbahn und die Tunneleinfahrt. Nichts mehr funktioniert, lediglich der Verfall besitzt einen unbefristeten Arbeitsauftrag.


In einer Halbtotalen schwingt sich die Phantasie zu einer Wohngegend im Grünen auf. Herrliche Villen und Einfamilienhäuser umgeben von reichlich Baumbestand, fast in einem Talkessel gelegen. Wer wollte da nicht wohnen!⇓


Mit einer bunten Aufnahme des Ortsteils in der Werkstrasse und König Ubu verläßt der Radler Hochstein.⇓