Monat: August 2017

  • Tauber / Altmühl / Donau (Teil 3 von 3)

    Tauber / Altmühl / Donau (Teil 3 von 3)

    Eine Radtour von Wertheim nach Ingolstadt

    Die Wege und Strecken von Wertheim nach Kelheim hatten es in sich. Summa summarum 350 km entlang zweier beschaulicher Bäche, entlang durch weltbekannte Ortschaften, – Rothenburg ob der Tauber, um nur eine zu nennen, überlaufen von aus- und inländischen Touristen – entlang prächtiger Motive für den Fotografen, dem das Abseitige und Alternative gelegener ist als immer wieder Kirchtürme, Fachwerk, Burgen und Schlösser; die Welt in beiden Tälern sieht oft anders aus wie in Werbeheften und Faltplänen beschrieben, abgelichtet und dokumentiert, sie zeigt Leben und Fakten, Existenzen und Wahrheiten, welche man finden kann, wenn man nur schaut und schaut und schaut!

    In Kelheim war der städtische Info-Point angesagt und sonst nichts: Schifffahrtszeiten im Donautal Richtung Donaudurchbruch zum Kloster Weltenburg! Beste Information, kurze detailreiche Beratung und ab zur Kasse an der Anlegestelle, 15:00 Uhr, gerade noch geschafft – 8,50 € für Mann und Rad. Dauer der Fahrt: 45 min, so das Stakkato – so die Eile! Nix wie weg!

    Von Kelheim bleiben zwei Fotos, jeweils vom Strom aus aufgenommen, das erste bebildert die Befreiungshalle Kelheim, das zweite die Franziskaner- und Michelskirche.

    Zitat laut Bayrischer Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen zur Befreiungshalle: „Die von König Ludwig I. in Auftrag gegebene Gedenkstätte für die siegreichen Schlachten gegen Napoleon in den Befreiungskriegen 1813-1815 wurde von Friedrich Gärtner in Anlehnung an antike und christliche Zentralbauideen begonnen und 1863 von Leo von Klenze nach geänderten Plänen vollendet.“



    Der Ausflugskahn brechend voll, die Gäste frohester Stimmung: das Schiff legt ab zur Reise durch eine der spektakulärsten Passagen, die die Donau in Deutschland zu bieten hat. Von der Quelle, Passau usw. mal abgesehen. 

    Kurz nach Beginn der Kreuzschifffahrt
    Erste Felsen (aus Kalkstein) tauchen auf
    Blick zurück auf die Befreiungshalle
    Der Donaudurchbruch bei Weltenburg ist Naturschutzgebiet und Geotop
    Die sog. Weltenburger Enge

    Aus dem Reich der Fabel: die drei (feindlichen) Brüder
    Kurz vor der Ankunft
    Das ist nicht der Colorado-River …
    Gott sei Dank … wieder an Land

    Ein letztes Mal Übernachtung (5). In Neustadt an der Donau. Keiner bot die kostengünstigste Möglichkeit, nicht mal im Rathaus weiß man Bescheid. Erst in einer Hotellerie, wo ich 41.- € hätte berappen müssen, verwies man mich an einen ‚Konkurrenten‘: In einer kleinen Pension mit Zimmern, Apartments und Ferienwohnungen, der Pension Werle (25.- € ohne Frühstück), kam ich unter. Wäsche waschen war angesagt (kostenlos), bis zum Morgen der Weiterreise nach Ingolstadt über Vohburg an der Donau war sie noch feucht. Egal, auf dem Lenker im Fahrtwind trocknete alles so nach und nach recht schnell!

    Die letzten geschossenen Aufnahmen stammen aus der Gegend um Vohburg: Wasserkraftwerk, Industrieanlagen und der schönen Donau:⇓

    Das Laufwasserkraftwerk bei Vohburg
    Ein Teil des Kraftwerks (seit 1992) mit Radwanderweg

    Kraftwerksimpressionen zwischen Vohburg und Ingolstadt – vielleicht besser Ingoldstadt – Automobilindustrie!


    Ein verabschiedender Augenblick zur Donau:⇓


    Das Ende der Dienstreise besiegelte eine schmerzhafte Furunkulose, na wo wohl? Auf weiteres Radeln musste leider verzichtet werden, in Ingolstadt fährt die Bahn über Würzburg und Osterburken nach Mannheim.


    Die Digitalisierung einer sechstägigen analogen Radreise geht zu Ende. Die mächtigen Firmen des Internets werden sich nun darüber hermachen mit ihren Algorithmen und Fachleuten und nichts bleibt mehr eindeutig wie eine ungeheuerere Anstrengung, alles verwischt in Strömen und Kanälen elektronischen Wissens. Wo befindet sich jenes Bild, jener Passus, jene Beschreibung … Im Netz, wie man sagt … Irgendwo …

    Bis zur nächsten alternativen Radtour nächstes Jahr von Wissembourg nach Basel …

  • Tauber / Altmühl / Donau (Teil 2 von 3)

    Tauber / Altmühl / Donau (Teil 2 von 3)

    Eine Radtour von Wertheim nach Ingolstadt

    Knapp hinter Rothenburg ob der Tauber gilt es die Frankenhöhe zu überwinden, das bereitet vielen Radlern keine Freude. Irgendwo nordöstlich davon entspringt die Altmühl. Während die Tauber zum Main hin entwässert, sucht sich die Altmühl ihren Weg zur Donau nach Kelheim ( Wegstrecke für Radkundige ca. 250 km, mit Tauber-Tal Σ 350 km). That’s it!



    Okay, über Neusitz, Umweg Geslau, Windelsbach und Colmberg nach Leutershausen! Zur 2. Übernachtung! Im Volksbad zu Leutershausen!

    Im Freibad der Gemeinde darf sich der Wanderer über eine kostenlose Unterkunft für eine Nacht freuen. Mit Bad in der Altmühl, Dusche und WC-Benutzung, das Bier die Flasche kostet zwei Euro! Um neun Uhr abends wird abgeschlossen, um sieben Uhr morgens darf man die überdachte Schlafgelegenheit so sauber wie angetroffen wieder verlassen. Betreut wird das Anwesen von einem ehrenamtlich geführten Verein, der auch Investitionen zum Ausbau und Erhalt tätigt!⇓




    Das ist nicht alles, was der Ort zu bieten hat. Ein Flugpionier der ersten Stunde stammt aus Leutershausen, sein Name Gustav Weißkopf!⇓


    Für Neugierige etwas Leutershausen:⇓






    Wir verlassen unseren paradiesischen Schlafplatz und radeln weiter nach Herrieden, wo sich unterwegs ständig fotografische Motive entdecken lassen, die zum Anhalten zwingen:⇓








    In Ornbau war Verpflegung angesagt. Von dort ist es nicht weit zum Altmühlsee:⇓


    Es gäbe so vieles zu fotografieren, doch die Batterie ist all, wir steuern Gunzenhausen an, wo sich das Café LebensKunst befindet. Da wurde sie aufgeladen! Den lieben Damen von hier aus ein herzliches Dankeschön, sie gönnten mir zusätzlich ein mittägliches Nickerchen (zwei Stunden) auf einer Eckbank in einem Nebenzimmer des Restaurants, sodaß ich wieder zu Kräften kam!


    Strotzend vor Kraft und Energie kann man dann bis nach Graben kurz vor Treuchtlingen kurven. Dort befindet sich eine weitere Übernachtungsmöglichkeit (Nr. 3) auf einem Fussballplatz!

    Zwischendurch ein Porträt eines freizügigen Spenders – Wasser!⇓




    Im Stadion gibt es Kunst zu bestaunen:⇓


    Anderntags über Treuchtlingen nach Dietfurt. In Treuchtlingen ein weiteres Café der Lebenskunst, es sind insgesamt drei an verschiedenen Orten, eine tolle Einrichtung!⇓


    Schloss Treuchtlingen:⇓



    Eine landschaftliche Rarität sieht der Wanderer östlich von Solnhofen: die Felsen der ‚Zwölf Apostel‘. Wie auf einer Hinweistafel am Radwanderweg zu lesen ist, handelt es sich um die Überreste eines tropischen Riffs aus der Jurazeit (vor 150 Millionen Jahren). Das Gestein der Riffe hielt, da hart genug, über die Zeit und ist heute eine geologische Sensation!



    Bei Markt Mörnsheim ist ein lebenslustiger Unternehmer an der Altmühl stationiert, er führt einen Kanuverleih. Und Zigaretten besitzt er ebenso!


    Am Ortsrand von Breitenfurt befindet sich ein Schwimmbad, Eintritt 2,40 €, sehr gepflegt, mit riesiger Liegewiese, keine Übernachtungsgelegenheit. Jedoch: es lässt sich sich prima waschen und schwimmen.

    Kurz vor Breitenfurt folgende Aufnahme:⇓


    EICHSTÄTT: die katholische Universitätsstadt! Als Info-Show:⇓


    Kurz vor Arnsberg grüsst der liebe Herrgott:⇓


    Und wir machen uns auf nach Kipfenberg, wo der vierte Schlafplatz beim VfB wartet. Der Abend im Stadion gestaltete sich äusserst kurzweilig, ein BMX-ler, was Bicycle Motocross bedeutet, befand sich, wie auch die Mannschaft des VfB, im Training. Dazu eine Porträtaufnahme von Felix:⇓


    Beilngries zeigt sich nicht nur vom Namen her so richtig bayrisch. Mit Flurer- und Roßturm und angrenzenden Gebäuden eine Augenweide! Der Flurerturm war die Dienstwohnung eines Fluraufsehers, der Roßturm diejenige eines städtischen Pferdehirten:⇓


    Ein paar Kilometer hinter Beilngries bei Kottingwörth hilft Anton ausführlich und detailreich weiter, er verweigert sich nicht der Fotografie:⇓


    Es ist nicht mehr weit bis man zur Schleuse 12 des Ludwig-Donau-Main-Kanals (LDM) kommt. Die folgenden Bilder wurden kurz vor Riedenburg aufgenommen. Und Kelheim liegt vor der Haustür! ⇓




    Das vorläufige Ende einer Alternativreise, wir sind in Kelheim, ab dort fahren wir mit dem Schiff die Donau aufwärts zur Engstelle vor Weltenburg, ⇒Teil 3 von 3! 

    ©Franz Bellmann

    Wir bedanken uns beim Franken-Tourismus Bayern für die Broschüre Tauber Altmühl Radweg vom Main zur Donau!

  • Tauber / Altmühl / Donau (Teil 1 von 3)

    Tauber / Altmühl / Donau (Teil 1 von 3)

    Eine Radtour von Wertheim nach Ingolstadt

    Der Länge der Tour mit dem Fahrrad entsprechend und den geografischen Gegebenheiten zwischen Wertheim und Ingolstadt wird Umfang halber ein Dreiteiler veröffentlicht. Bezug jeweils die Radwege Tauber- und Altmühl-Tal, sowie ein dritter Teil mit Donau-Durchbruch zwischen Kelheim und Abtei St. Georg in Weltenburg.

    Der Weg nach Wertheim dauert, die Bahn benötigt mit zwei Umstiegen etwa 3½ Stunden, dann ist von Mannheim nichts mehr zu sehen. Die Begrüßung in Wertheim lautstark mit dem kreuzlangweiligen Karnevalslied ‚Humba Täterä‘ und jeder Menge trinkfreudiger Touristen. Da kann der erholungssüchtige Radler nur flüchten, trotzdem drei Erinnerungsfotos aus besagter Stadt:⇓




    Die meisten Urlauber, egal ob mit Auto, Bahn oder sonst was angereist, suchen das Bad in der Menge, Verköstigung und den zungenlösenden Alkohol! Nach einer Stippvisite erfreut sich der Radwanderer deutlich stillerer Wege, die Masse der Besucher ballt sich zu den Stadtfesten in den jeweiligen Orten: ein Überangebot? Da hofft einer auf das Gelb von Sonnenblumen und erhält es reichlich:⇓


    In Bronnbach die absolute Abgeschiedenheit! Die Klosterverwaltung offeriert reichlich viele Sonderveranstaltungen für Musik und Kunst. Und Besinnlichkeit:⇓


    Das Radeln entlang dem Flüsschen Tauber hat es in sich: Doch die meisten strampeln mit Elektro-Unterstützung, da werden die immer wieder auftauchenden Steigungen problemlos bewältigt. Andere ‚pfeifen dann aus dem letzten Lungenloch‘. An der Altmühl wird es flacher, doch da kommt zuvor irgendwann die Frankenhöhe … Nun, von Bronnbach erstmal nach Tauberbischofsheim:⇓





    Lauda⇓


    Bei Königshofen, einem Ortsteil von Lauda⇓


    Ca. 3 km von Bad Mergentheim (Heilquelle) findet der alternative Radwanderer auf dem Fussballplatz von Igersheim ideale Unterkunft: eine weit ausladende Tribüne als Schutz vor Wind und Regenwetter. Das auskragende Vordach besitzt eine Fläche von fast 50 qm, darunter ein sauberes Liegeareal und drumherum eine total grüne Umgebung. Da darf der Fahrer seine Isolationsmatte und seinen Schlafsack ausbreiten zur ungestörten Nachtruhe. Die Fahrradroute führt dran vorbei, jedoch spät am Abend und nachts herrscht absolute Ruhe, ausgenommen Blitz und Donner und das Prasseln der Regentropfen auf dem Dach! Wir befinden uns 50 km von Wertheim entfernt.

    Ein Katzensprung ⇒ Weikersheim mit Schloss und Skulpturen-Ausstellung:⇓




    Die etwas andere Idylle:⇓


    In Archshofen wird der im Gegensatz zum Herkömmlichen stehende Radtourist von einer plauderfreudigen Familie gerne zu einem Bier eingeladen, eine willkommene Abwechslung für alle Beteiligten:⇓


    In Rothenburg ob der Tauber schließt der erste Teil des Berichts bevor es die Frankenhöhe hinauf zur Altmühl geht, zum Abschluss eine kleine Impression:⇓


    ©Franz Bellmann