Vor einem Jahr – genau am 08.02.2014 – gab es Bilder zu meinem NEUEN Teppich. Der ist mittlerweile etwas abgetreten und bedarf partiell der Erneuerung: die etwas andere Teppichpflege. So wandelt sich der Gesamteindruck Mal für Mal und die Isolierschicht aus Papier schützt immer mehr gegen die Kälte des Fussbodens (ein Teil meiner Atelierwohnung befindet sich über einer Toreinfahrt). Als Ergänzung zum einen Jahr alten Teppichartikel stellen wir ein Dutzend Aufnahmen hiermit ins Netz⇓:
Mannheim, Montag, 09.02.2015: Anreise mit dem Südwestexpress. Neu. Schnell. Kundenfreundlich – vor allem die Kontrolleure und Kontrolleurinnen. Macht richtig super Spass, damit durch die Pfalz zu brausen. Mannheim, Ludwigshafen (Mitte), Neustadt an der Weinstrasse, Kaiserslautern, Landstuhl … Eine schnelle Verbindung, so zwischen ICE und Regionalverkehr. Das kommt gut an, denn wer will schon nach Neustadt-Bobig oder nach Hassloch. Kaiserslautern ist angesagt, Homburg, Saarbrücken und so weiter und so fort. Bis Koblenz.
Info-Tafel am Kircheneingang
Die ersten Einstellungen fanden wir im versteckten Bereich der evangelischen Stadtkirche⇐; oft bietet ein kleiner Rundgang um diverse Gebäude mehr Informationen als das Betreten der Räumlichkeiten. Nichts ist einzuwenden gegen den Besuch von Kirchen, Schlössern etc., meistens findet man im Internet virtuelle Rundgänge und der Fotograf kann sich anderen Dingen widmen, die noch nicht vernetzt sind. Ein Spaziergang durch den offenen Garten offenbarte denn auch die Dinge, die Kirchenmitglieder sonst noch so treiben, ausser Gottesdienste besuchen⇓:
Von der Prot. Kirche blickt der Kirchenbesucher auf Burg Nanstein⇓:
Ja, da will ich hjoch, nicht rein, wie irgendein Bundeskanzler – an einer Tür rüttelnd – mal sagte.
Der Weg, eigentlich zwei, ist selbst für ältere Genossen und Genossinnen noch relativ leicht begehbar. Doch bitte nicht montags, da ist Ruhetag, weshalb wir halt keine Bilder vom Innern der Burg machen konnten. Das Drumherum potztausend bot reichlich Stoff für die Kamera und wir haben noch Material zur Schilderung des Anstiegs und der Umgebung zur Verfügung, mit zum Teil recht maroder Bausubstanz⇓:
Ja, jedem prägen sich bestimmte Bilder ein, und so fotografiert dieser jenes und jener dieses. Am Ende ergibt sich das Bild einer Kleinstadt, die ihre Höhen und Tiefen zeigt.
Ein Highlight bietet der eigentliche 600m lange Anstieg von der Schlossstrasse aus⇓:
Diese Art von Holzschnitzerei hat sich im Mittelalter über ganz Europa aus dem Norden kommend verbreitet und wird nicht nur in der Pfalz als Brauchtum gepflegt. Der eigentliche Sinn dieser Kunst liegt in ihrer langsamen Verwitterung. Von Jahr zu Jahr wandeln sich diese ungeschlachten Kerle bis sie vor lauter Altersschwäche kaum mehr zu erkennen sind. Sie verschwinden auf dämonische Weise übers Wurzelwerk einfach im Erdreich, bis zur natürlichen Wiederauferstehung.
Zur Burg an sich⇓:
Auf dem Rückweg fanden sich an der Burg und in einer Weg-Kehre folgende Informationen⇓:
Zum Schluss schweifen wir erstens in die Ferne⇓:
Und zweitens in die mitmenschliche Nähe⇓:
Fini. Wer etwas zu sagen hat, darf sich gerne äussern …
Wem – heute – steht es an, über Freiheit zu denken. Den Unterdrückten gewiss. Sie besitzen sie nicht. Sie erkämpfen? Mit welchem Mut, mit welchen Waffen? Freiheitswille nicht nur für sich selbst! Für die Anderen? Für die Welt? Vietnam – wer kämpfte in Vietnam um Freiheit? Wer in Europa? Junker spielte dem Grosskapital in einer Rücksichtslosigkeit in die Hände, dass es an anderen Stellen an Money mangelt. Putin lebt seine Machtgelüste aus. Der Nahe Osten gebiert seinen endgültigen Untergang. Freiheit heute heisst: Zerschlagen! Töten! Willkür koppelt sich an ein Ideal. Die letzte Freiheit: Dritter Weltkrieg? Europa kennt siebzig Jahre Frieden und Demokratie. Stehen diese Errungenschaften nun zur Debatte? Gäbe es ein Medikament zur Bewahrung der Humanität, es müsste millionenfach produziert werden. Welcher pharmazeutische Weltmarktführer wäre dazu bereit?
Und über Hambach? Sein Schloss? Hier ein paar Fotos⇓:
Besitzt dies nicht eine hellenistische Dimension?Ein Gitter nur zum Schein: Das Tor ist geöffnet…Freiheit gegen Bares
Wenn das so weitergeht, überleben von der Menschheit lediglich die Reichen und Begüterten; ihre Zahl ist vergleichsweise begrenzt. Wahrscheinlich flüchten sie rechtzeitig auf ’ne Insel oder ins Weltall, sind sie doch nicht nur Erdenbürger.
Sie begreifen sich als Eroberer von Welten ausserhalb unseres Vorstellungsvermögens.
Wer im Mittelalter ahnte schon das Gold Amerikas?
Im Kleinen erfreuen wir uns der Freiheit. Auf Schloss Hambach findet der aufmerksame Besucher unter einer Ranke von Efeu eine Tafel:
L U D W I G B Ö R N E
1786 – 1837
EIN DEUTSCHER JUDE
EIN DEUTSCHER EMIGRANT
EIN DEUTSCHER PATRIOT
WEGBEREITER DER DEUTSCH-FRANZÖSISCHEN VERSTÄNDIGUNG
Dieser schreckliche Winter soll ja in den kommenden Tagen temperaturmässig noch um ein paar Grad schrecklicher werden, heute schien zumindest ab und an die Sonne und das verleitet natürlich zu Exkursionen mit dem Fotoapparat. Nicht in die Ferne, der Neckar fliesst gleich bei mir um die Ecke, ein, zwei Kilometer mit dem Fahrrad und die unbebauten rechtsseitigen Ufergestaden laden zur Arbeit. Gegenüber ein Teil des städtischen Areals des Mannheimer Hafens (Jungbusch), und würde man weitergehen: Die Neckarspitze käme bald in Sicht. Zwölf Aufnahmen will ich veröffentlichen, das wäre dann so etwas wie der Start in ein weiteres Berichtsjahr über Land und Leute rund um Mannheim↓: