Monat: Januar 2016

  • Pro Deutschland – for Germany

    Pro Deutschland – for Germany

    Ein Gedicht:

    Eine Performance:

    SONY DSC SONY DSC SONY DSC SONY DSC SONY DSC SONY DSC SONY DSC SONY DSC SONY DSC SONY DSC SONY DSC SONY DSC Todesfuge im Keller

     

    Fotos Matthias Plath

    Performance Franz Bellmann

    Wege scheinen frei. Woher Du kommst, wohin Du gehst, Du marschierst, Du ruderst von einem Land ins andere. Zäune halten Dich und Deine Kinder nicht auf. Es gibt Umwege. In Kälte und Eis. In politischer Kälte und Eis. Durch Flüsse und Ströme. Durch Wind und Wellen. Durch Schicksal und Tod. Deine Liebsten: ertrunken. Deine Liebsten: gehängt. Deine Liebsten: gemeuchelt. Deine Liebsten in Sicherheit und Freiheit. Du stirbst aus Verzweiflung: Deine Liebsten unerreichbar in Sicherheit und Freiheit. Stellt Dir vor, wir Deutschen müssten flüchten – nach Russland – weil die von Napoleon befehligten Truppen nach der wunderschönen Pfalz einmarschierten. Nix mehr mit Fran¢ois Hollande oder Pompidou: Napoleon befehligt jetzt die Truppen. Sie heissen rechts.

    Nicht Recht.

  • Eine Geburtstagsreise zu der Wiege der Deutschen Demokratie

    Eine Geburtstagsreise zu der Wiege der Deutschen Demokratie

    Oftmals wandere ich durch die liebliche Weinregion und die riesigen Berge der Pfalz, meist allein, manchmal mit Conny*, auch besuche ich Ateliers und Freunde oder folge einer Einladung.

    Am 16.01.2016 darf ich eine Geburtstagsgesellschaft begleiten. Angie* wünscht sich Bilder zu ihrem 50. Jahrestag. Rechtzeitig reise ich von der Kur aus St. Peter-Ording zurück und erkundige mich telefonisch nach den Reisedaten. Abfahrt um 14:30 Uhr ab einem bekannten Hotel in den Mannheimer Quadraten. Ein paar Absagen, viele Gäste. Ich denk‘ mir, die, die da sind, müssen fotografiert werden, fürs Album, zur Erinnerung. Angie trifft mit Mutter und Gatten ein:⇓

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    Die Begrüssung ist herzlich, die anwesenden Gäste aufs Programm gespannt, der Bus parkt gleich um die Ecke. Geschenke werden übergeben, liebreizende Küsse und Händedrücke verteilt.

    Ich fühle mich super wohl und freu‘ mich, dass das Wetter mitspielt, wegen der Kamera und so, ein Regenschauer? Und dann? Da hätten wir die Geburtstagsgesellschaft ins Hotel gebeten, um die Gruppenaufnahme zu realisieren, so bleibt uns der Vorplatz, doch zunächst unser Event-Manager Sualk*:⇓

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    Und wo bleiben die Gäste?⇓

    Nicht so einfach, eine wilde Horde unter der Fuchtel zu haben! Ich zähle 14 Anwesende, dazu kommen der Busfahrer und der Fotograf, beide nicht in den obigen Aufnahmen.

    Man begibt sich unter erwartungsvollen Gesängen zum 500 000 Euro teuren Bus, der kommt grad aus der Produktion, da machen wir doch gerne mal Werbung:⇓

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    Unser Event-Manager trommelt die Leut‘ z’am, der Fahrer befindet sich in leutseliger Bereitschaft, gleich darf’s losgehen.

    Im Bus bekommt der Gruppenleiter seinen Auftritt und erläutert die geplante Reiseroute:

    Es fährt der Wagen nach Hambach ins dortige Schloss, eine Führung mit hoch qualifiziertem Personal ist geordert, eine anschliessende Klausur (Klassenarbeit in Deutscher Geschichte) mit einkalkuliert: Haben die Mitreisenden auch alles verstanden? Eine Frage z. B. lautet: ›In welchem Jahr fand das ♠Hambacher Fest♠ statt? Geht es doch um Demokratie! – auch in unser ach so gebeutelten Zeit. 

    Wir fahren über den Rhein und blicken auf Ludwigshafen:⇓

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    Bei Wein, Weib und Gesang verläuft die Fahrt wie im Flug und plötzlich: unser erstes Reiseziel:⇓

    Das Hambacher Schloss
    Das Hambacher Schloss mit Deutschlandfahne

    Nun denn: Wir machen uns auf zum revolutionären Part unserer Klassenfahrt. In der Kälte und im strammen Wind einige Zigaretten noch für die Nikotinabhängigen, dann betreten wir das Heiligtum!⇓

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    Grosses Palaver im Empfangsraum, die Klamotten werden abgelegt, das Haus ist gut beheizt. Unsere Führung lässt auf sich warten, wir täuschen uns in der verabredeten Uhrzeit. 

    Ein paar Bilder von der Lehrstunde in Volksherrschaft – welche für viele in unserer heutigen Welt dringend angebracht wäre! Ein Besuch unserer Wiege der Demokratie schaffte Aufklärung!⇓

    Die Führung ist vorbei, die Gäste verlassen den umstürzlerischen Auflauf, sie sind wieder in der Neuzeit – der Demokratietest wartet nun auf sie.

    Wir bummeln am Rand der Pfälzer Berge entlang, ich glaub‘ die Region trägt den Namen Haardt? Auf jeden Fall beginnt jetzt eine kleine Sightseeingtour, unser Fahrer nimmt die Strecke mit Bravour, wir rollen durch die Dunkelheit, der Buslenker orientiert sich an seinem Navigationsgerät. Unter tätiger Mithilfe des plötzlich wieder in Erscheinung tretenden Managers landen wir glücklich im Landgut Buschmühle: etwas abseits der Weinstrasse in der Nähe von irgendeinem Weiler im Herzen der Pfalz.

    Man lässt sich in der antiquierten Gemütlichkeit (auch Ex-Kanzler Helmut Kohl wurde in der Buschmühle bewirtet) nieder, wartend auf Stärkung nach langer Fahrt und umtriebiger Ereignisse im Sinne der Deutschen Politik. Leider ist mir die Speisekarte abhanden gekommen, als Hauptgericht stehen Steak und Hirschbraten zur Wahl. Ich bevorzuge erst Steak, dann wähle ich neu. Die Gemeinde wird lustiger und lustiger, dazu eine kleine Diashow:⇓

    Von links nach rechts: Die Tafel – mit Angie beim Welcome / Die Bibliothek in der Mühle / Die Küche / Das Getränkelager / Die Preisverleihung nach erfolgreich bestandenen Test / Die Runde singt / Herbie* greift in die Saiten seiner Klampfe …

    Unseren Ausklang der Berichterstattung widmen wir dem Musikkünstler aus Mannheim:⇓

    Wir fahren nach Hause und lassen es im RIZ ausklingen!

    *Im Bericht wird auf Klarnamen verzichtet. DieRedaktion.

  • Die Nordseeküste bei St. Peter-Ording

    07.01.2016

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    05.01.2016

    o3.01.2016

    02.01.2016

    31.12.2015

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    28.12.2015

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    27.12.2015

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    25.12.2015

    Adios

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  • Tönning

    Tönning

    Tönning/Mannheim anno 2016

    Ich spazierte durch Tönning. Wie verschlug es mich in diese Stadt? In St. Peter-Ording, dem Ort meiner Unterbringung, nur Ording, Bad, Dorf und Böhl, die vier Ortsteile, in denen ich drei Wochen zu leben hatte, die Frage: Was tun an einem freien Tag, dem Neujahrstag? Der glasklare Entschluss: im Bummelzug nach Tönning!

    Fototasche gepackt, mich in warme Kleidung gesteckt und zu Fuss zum Bahnhof Bad St. Peter-Ording geeilt. Abfahrt 9:33 Uhr, Gleis 1, es existiert DSC_0609nur ein Gleis. Knappe Zeit, ohne Fahrschein, der Zugführer wollte los und liess mich ohne einsteigen. Ich solle in Tönning nachlösen, er vermutete wohl, ich wolle nach Husum. In Tating, zwei Stationen nach St. Peter, stieg ich aus, verabschiedete mich vom Zugpersonal und begab mich in kleinurbane Einsamkeit. Eine Stunde bis zur nächsten Verbindung nach Tönning. Ab Tating mit Fahrkarte. Ganz regulär und ohne zu schummeln.

    DSC_0613Nichts Aufregendes zu entdecken, ich bin hier schier im Niemandsland, in Nordfriesland auf der Halbinsel Eiderstedt! Viel Böllerkram in den Strassen und am winzigen Bahnhof. Die im Städtchen untergebrachten Touristen, die es an Silvester zum offiziellen Feuerwerk nach Bad St. Peter zog, bereiten bereits ihre Abreise vor. Ab nach Hamburg und sonst wo hin.

    Mein Zug ist wieder da. Über Garding, Katharinenheerd und Kating nach Tönning.

    In Tönning rumspaziert: Eindrücke sammeln, die Stadt erkennen lernen, Öffnung ins Visuelle. Fotoapparat umgehängt in Bereitschaft, meine Augen fast blind vor Appetit. Im Schlosspark eine kurze Ruhepause, einen Apfel zur Stärkung, einen Deich erklommen, weit schweifender Blick zum Hafen:

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    Die Wege sind kurz, weil Städtchen klein, Ballung im Zentrum um Marktplatz und Hafengelände. Das Flüsschen Eider nährt den Hafen, in der Nähe führt die Bundesstrasse 5 vorbei, etwas weiter flussabwärts befindet sich das bekannte Sperrwerk:

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    Und eine kleine Kanalanlage (siehe Bild oben rechts und unten) mit Durchlass für Schiffe:

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    Mein Weg führt durch Strassen, keine Schluchten, keine überdimensionierte Architektur, mittelalterliche Gefühle breiten sich aus, ein Ort ohne kapitalistische Hektik. Nur der Tourismus stört im Sommer die Regel. Hier ein paar zusammengewürfelte Impressionen verschiedener Gebäude/Fassaden:

    Bald geht es weiter … Arbeitspause! War zu Tisch. Wichtig schien mir, Kontakte zur einheimischen Bevölkerung zu knüpfen, was sich nicht einfach gestaltete, da die meisten Tönninger ihre Räusche ausschliefen. Wenige der very important persons feierten permanent weiter, sie traf ich im Imbiss am Markt:

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    Eine Einladung zur Einnahme von Alkoholika lehnte ich ab. Ich wäre wahrscheinlich nicht mehr rechtzeitig in die Kurklinik zurückgekommen. Für einen Teller Pommes liess ich mich engagieren. Und erfuhr so manches aus der vierköpfigen Schicksalsgemeinschaft.

    Mit Nirak zusammen am 09.01.2015 erneut in Tönning. Sie aus Cottbus, ich aus Mannheim. Urlaubsfreuden während einer Kur. Die glückliche und erfolgreiche Suche nach Zusammensein und Gemeinsamkeiten in einer Art Seelenverwandtschaft. Reden, fühlen, Verständnis. Wesensbezogene Gespräche und Einblicke, lange, bereits im Nahverkehrszug, auch schon zuvor. Sonst wäre dieser Ausflug nicht realisierbar geworden. Nun ist er zustande gekommen und wir vergnügten uns nicht nur im Hafen:

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    Im Gegensatz zum 01. Januar lag die Eider fast komplett unter einer Eisdecke, das Flüsschen ausserhalb des Ortes zeigte Eisgang:

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    Während einer Runde durch die Strassen trafen wir Bekannte und Unbekannte, Leute mit offenen Herzen ohne Scheu vor Kontakten und redseligen Unterhaltungen; auch wenn es lediglich Fragen nach dem richtigen Weg waren.

    DSC03741DSC03722Wir wollten zu Fuss nach Kating, vielleicht zehn Kilometer durch unbekanntes Gebiet. Über Klein- und Gross Olversum Spaziergang nach Kleeverblatt, danach Kating und weiter zur ausserhalb des Ortes gelegenen Bedarfshaltestelle der Deutschen Bahn AG. Eine tote Bisamratte am Strassenrand, li., ein tierisches Liebespaar, re., wir fühlten uns wie zwischen Leben und Tod. Zwischen Bedauern und Erstaunen. Uns bleibt nicht mehr viel Zeit wollte die Natur uns sagen, um so mehr wandten wir uns einander zu. Eingehängt bummelten wir über kaum befahrene Landstrassen, auf Feldwegen und Deichdurchlässen. L’union fait la force, aber nicht für immer. Unser war für den Moment die Gegenwart. Eine Augenblicksrealität in der ebenen Flachheit der Eiderstedter Ewigkeit. Ein Hauch von Liebe schwebt über den nichtbewirtschafteten Feldern. Nur die neuzeitlichen Windmühlen drehen sich in der Ferne unablässig im Wind.

    Begegnungen zu Zeiten der Wanderschaft:

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    Der Gang durchs Land, die Häuser:

    Zum Abschluss ein Blick auf die uns umgebende Landschaft:

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    ES IST VORBEI.

  • Garding

    Wer es nicht eh schon weiss: Garding befindet sich im Zentrum der Halbinsel Eiderstedt. In Nordfriesland. In Schleswig-Holstein. In Deutschland – Germany. Idyllisch gelegen zwischen St. Peter-Ording und Tönning, ← davon später in eigenen Artikeln.

    DSC_0659DSC_0671Garding nennt sich Mommsen Stadt.

    Bereits am Mini-Bahnhof führt man den Touristen, wenn er sich denn mit dem Zug hierher verirrt, in Richtung Zentrum zur St. Christian Kirche, wo sich im Garten des Gotteshauses eine Bronze-Büste vom Sohn des Ortes befindet.

    Am Neujahrstag schien das Örtchen wie verschlafen, keine Menschenseele unterwegs. Alle noch müde vom übermässigen Genuss.

    Nur Mommsen blickt wie verloren in altertümliche Ferne. Diese ewige Einsamkeit. In der Kälte, der Wärme, unter Regenschauern, immer im Wind, standfest…

    …In die schier unendliche Weite, wo der Himmel die Erde küsst: seine Landschaft!

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    Und um sich herum ein paar Ansichten der Kleinstadt:

    WIR verlassen den ausgestorbenen Ort und fahren nach Tönning (Artikel folgt).