Monat: August 2014

  • In der Neckar Pampa – Jo Fisch

    In der Neckar Pampa – Jo Fisch

    Ein Gastbeitrag von Dr. Jens U. Meisterkleister (Arch., Unna):

    Ich bedanke mich recht herzlich dafür, dass unser Artikel über die Neckar Pampa beim Blog-Betreiber so rege Anteilnahme findet und es zu einer Veröffentlichung kommt. Das freut uns sehr, haben wir doch mit Herzblut in der Pampa recherchiert und fotografiert. Die Abende bei den Hausbesitzern vergingen beim Schach, gutem Essen, keiner Glotze und Gesprächen. Als Architekt interessiert mich vor allem, was Menschen in Eigenarbeit aus heruntergekommenen und vermeintlich abrissreifen Gebäuden herauszuholen verstehen. Ist ein Werk nach mitunter jahrelanger Tätigkeit wohnlich und arbeitsmässig gelungen, vergeben wir Preise und Auszeichnungen nicht nur als Pokal, sondern mit entsprechenden Dotationen.

    Fisch, der Maler
    Fisch, der Maler

    So im vorliegenden Fall der Neckar Pampa, den unsere Architektengemeinschaft mit einem Beitrag in Höhe von einem Liter Pastis honorierte. Dies ist preislich die bislang höchste Anerkennung. Jo Fisch, eigentlich Künstler, versteht sich selbst als Bauhandwerker und Modellierer. Dabei befand sich das Wohnhaus: ich weiss nicht mehr, steht es in Heiligkreuzsteinach, Hirschhorn, Elztal, gar Obrigheim, da muss ich nach recherchieren, in einem jämmerlichen Zustand. Die Natur – Efeu, Marder, Feuchtigkeit – breitete sich unaufhaltsam aus. Plötzlich, wie zum Glück für das Anwesen, tauchten Jo + Chris Fisch, zwei alte professionelle Sanierer, in der Pampa auf und übernahmen. Um sich eine deutlichere Vorstellung vom sanierungsbedürftigen Gebäudezustand zu gewärtigen, durften wir auf die fotografische Dokumentation der beiden Spezialisten zugreifen. Mit deren Erlaubnis veröffentlichen wir die folgenden Bilder⇓:

    Wir fotografierten im umgestalteten Gebäude. Das ist ja notwendig, will man die monatelange Arbeit nachvollziehen und das Ergebnis zumindest ansatzweise öffentlich mitgeteilt bekommen. Man muss sich nur vorstellen, fast drei Jahre Baustellenleben. Dazu die berufliche Existenz – Berufsleben, Malerei, Kunst, Garten. Kein Zuckerschlecken, oder -lecken? Da überkommt einen gewiss ab und an ein Hänger! Nicht nur körperlich, auch seelisch. Und die Finanzierung? Baumaterial. Hilfe. Wer kocht, wer baut? Wer hilft? Nachbarschaftshilfe??? Das Ergebnis der Baumaßnahmen hat uns überzeugt⇓:

    Über die Küche wollen wir noch ein paar Worte verlieren. Zunächst zeigen wir das Küchenfoto (in der Galerie oben rechts) noch mal in einer Vergrösserung⇓:

    Die Küche
    Die Küche, nach dem Fliegenfänger sind Kräuter zu sehen: Estragon, Salbei, Olivenkraut, vorne eine Reihe Bohnen, Rosmarin kommt vor, Thymian, Majoran usw. …

     

    Wir verlassen das Refugium der Hausherrin und begeben uns ins Atelier von Jo, hier Fotos von Gemälden aus den Räumlichkeiten des Hauses und dem Atelier⇓:

    'Sandstrand in Neckarhausen', Öl/Lw, 2007, Sign. r. o.
    ‚Sandstrand in Neckarhausen‘, 80×100 cm, Öl/Lw, 2007, Sign. r. o.
    'Mani', 80x100 cm, Öl/Lw, 2012, Sign. r. u. ...
    ‚Mani‘, 80×100 cm, Öl/Lw, 2012, Sign. r. u. …
    'Eingang alter Neckar', Edingen, 60x70 cm, Öl/Lw, 2005, Sign. r. u. ...
    ‚Eingang alter Neckar‘, Edingen, 60×70 cm, Öl/Lw, 2005, Sign. r. u. …
    'o.T.', 100X120 cm, Öl/Lw, 2003, Sign. l. u. ...
    ‚o.T.‘, 100×120 cm, Öl/Lw, 2003, Sign. l. u. …
    'Selbstportrait', 80x70 cm, Öl/Lw, 2003, Sign. l. u. ...
    ‚Selbstportrait‘, 80×70 cm, Öl/Lw, 2003, Sign. l. u. …

     

    So sieht das aus, wenn der Mensch Künstler ist und das Weib Gartenbau-Architektin (siehe Kräuter und mehr). Da geht einen das Herz auf; und endlich schmeckt’s mal wieder: frisch geerntete Gurken, Rote Bete, Äpfel, was weiss ich, auf eine solche Art und Weise kann sich das Individuum hervorragend verpflegen und verköstigen; und was machen die hungernden Milliarden? Irgendwann müssen sie zu Heuschrecken werden, wollen sie überleben. Dann hat das Paradies ein Ende …

    DieRedaktion bedankt sich beim Architekten Dr. Jens U. Meisterkleister für seinen einfühlsamen Bericht. Die gesamte Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten und ist trotzdem frei erfunden: DieRedaktion

    Nachtrag vom 12.03.2015, Portraits:

  • Impressionen aus dem Gängeviertel in Hamburg

    Impressionen aus dem Gängeviertel in Hamburg

    Nüchtern betrachtet gibt das GängeViertel grössenmässig nicht viel her, vielleicht besitzt es die Ausmasse eines gepflegten Fussballfeldes mit angrenzender Aschenbahn. Presse aber gab und gibt es darüber genug. Da kommen schon ein paar Fussballfelder mehr zusammen. Die Spitzen an Berichterstattungen provozierten die Abrissbirnen, fragwürdige Investoren, kommunale Irrungen und Wirrheiten. Und eine clevere Bewegung, die den Erhalt des Viertels propagierte. Mit vielen Gleichgesinnten aus Stadt und Land, republikweit. Im April 2010 waren wir das erste Mal vor Ort und konnten Wandgemälde fotografieren↓:

    Da wir oft in der Finanzdeputation ganz in der Nachbarschaft zu Tisch gingen, blieb ein erneuter Besuch des selbstverwalteten Kiezes nicht aus. Und oh Wunder, das revolutionäre Ambiente der Vergangenheit strahlt mehr denn je. Was mich sehr an Occupy erinnert. Das GängeViertel lebt. Auch heute noch bezeugen, sprechen und belegen Wandmalereien von den Aktivitäten der künstlerischen Unternehmungen, hier ein kleiner Überblick↓:

    Für das geübte Auge deutlich sichtbar: Stil und Art der Malereien und der Objekte vermitteln Kontinuität. Unerlässlich für ein Projekt des Widerstands. Siegen heisst: Weiterleben mit allen Konsequenzen. Kommen und Gehen scheint die natürlichste Sache der Welt: im Sprachgebrauch der Personalmanager wohl Fluktuation. Man muss das Gängeviertel schon als Firma sehen. Wir werden nächstes Jahr wiederkommen. Uns gefällt die Art und Weise der Kunstproduktion. Das Projekt hätte weit mehr an Unterstützung verdient! Zum Abschluss ein Blick in die Zukunft↓:

    Die Namen der Künstlerinnen und Künstler, der in diesem Bericht abgebildeten Arbeiten, sind  DerRedaktion leider nicht bekannt. Um Hinweise wird gebeten
    Die Namen der Künstlerinnen und Künstler, der in diesem Bericht abgebildeten Arbeiten, sind DerRedaktion leider nicht bekannt. Um Hinweise wird gebeten.
  • Heute: Mannheim im Abendlicht

    Heute: Mannheim im Abendlicht

    Keine Worte – nur Bilder⇓:

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    DSC00695 - Arbeitskopie 2

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    adios muchachos …