Monat: Juli 2014

  • HAMBURG – von Blankenese über Finkenwerder an die Este

    HAMBURG – von Blankenese über Finkenwerder an die Este

    Bei der Ankunft in Blankenese an der Fährstation wurde schnell klar: ein direktes Übersetzen nach Cranz ist nicht möglich, weil Ebbe. Die Fähre schipperte nach Finkenwerder, auch in Ordnung, dann eben mit dem Bus nach Cranz. Der freundliche Fahrer genehmigte die Radmitnahme. Das klappt nicht immer, ein Kinderwagen zum Beispiel geniesst Vorfahrt, da müssen Räder draussen bleiben. Das kann man gut verstehen und nachvollziehen, diese faulen Radler, nicht mal sieben Kilometer kriegen sie getreten. Aber es sollten ja noch mehr werden. Am Ende der Tagestour ergab eine überschlägige Zusammenfassung eine Wegstrecke von ca. 40 km. Für einen alten Haudegen wie mich ein ganz besonderer Tag.

    Unter der Voraussetzung der Seetauglichkeit würde ich morgen damit losschippern
    Unter der Voraussetzung der See- und Flusstauglichkeit würde ich morgen damit über die Elbe schippern

    Eigentlich führe ich gerne mit dem eigenen Kutter oder dergleichen, mit der See – segeln etwa – habe ich jedoch nichts am Hut. Da ist auf erfahrene Seeleute, wie die Fährmänner es sind, Verlass. Und die Anlegemanöver sind vom Feinsten. Das ganze Boot voll mit Bikes meist ausländischer Touris. Es herrscht der Sommer und Gott und die Welt radelt. Gott vielleicht nicht, der ist zu alt, nun wirklich, was soll er auf ’nem Drahtesel, wenn es im Himmel echte gibt. Man stelle sich mal vor, Gott käme mit ’nem Esel daher und möchte auf der Fähre nach Cranz einchecken. Auch wenn der Umweg über Finkenwerder eingeschlagen werden muss. Da führe er doch mit, und der Fährmann betete ein Vaterunser, dass das Ziel ohne Komplikationen erreicht werde. Doch zwei der Mitreisenden entpuppten sich als Kontrolleure. Gott besitzt jedoch eine einwöchige Hamburg-Flexi-Karte, womit er ein willkommener Fahrgast ist. Man bittet lediglich höflich um die sorgfältige Entsorgung der Häuflein. Das macht der Gott doch gerne, er kennt dies von einigen Hundebesitzern und weiss deshalb, wie es funktioniert.

    Das ist alles nicht so einfach. Schon sonntags zuvor wollte ich nach Cranz übersetzen, war bereits auf der Fähre, als der Fahrdienst mich aufklärte, dass an Sonn- und Feiertagen Gebühren zu entrichten seien. Da ging ich wieder und radelte an der Elbe entlang zurück nach Hamburg zum Fischmarkt. Wo ich mich verköstigte.

    Nun ja: Das ist jetzt der zweite Versuch, nicht grad berauschend, weil Ebbe. Aber immerhin, die Este kam ins Sichtfeld:

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    Wo genau das gewesen sein soll, ich weiss es nicht mehr (Estebrügge?); das ist fast einen Monat her, wie soll der Mensch sich da noch exakt erinnern können. Das ist wie mit der Geschichte. Meist will man an nichts mehr denken. Das betrifft vor allem die, die denken können müssten. Weil sie dran teilhatten und Geschichte schrieben, weil sie mitmachten. Aber kein Wort danach.

    Die Este, auf die Este schaute ich zufälligerweise auf einem Hamburg-Plan. Ich war begeistert. Mündung direkt gegenüber von Blankenese, eine Fährverbindung, da müssen wir doch einen Blick aufs Örtchen und die Anlegestelle der Fähre werfen:

    Blankenese mit Fähranleger
    Blankenese mit Fähranleger

    Schwierig, wie soll ich eine Este – diesen jämmerlichen Bach – beschreiben, wenn man sie kaum zu Gesicht bekommt. Da bleibt zunächst nur das Umfeld der Fährstation und die Tour nach Finkenwerder: Von Cranz radeln wir dann peu à peu Richtung Buxtehude, wohl wissend, dass wir da nie ankommen werden:

    Finkenwerder Industries
    Finkenwerder Industries
    Kurz vor der Einfahrt in den Finkenwerder Kutterhafen
    Kurz vor der Einfahrt in den Finkenwerder Kutterhafen
    Anlegesteg Finkenwerder
    Anlegesteg Finkenwerder

    Ab hier nehmen wir den Bus. Die Haltestelle befindet sich gleich um die Ecke. Am Gelände der Flugzeugbauer vorbei geht es am Hauptdeich entlang nach Cranz:

    Aufnahme aus dem fahrenden Bus heraus
    Aufnahme aus dem fahrenden Bus heraus

    Die ersten Eindrücke der Cranzer Umgebung: Obstplantagen, soweit das Auge reicht!!!

    DSC09597 - Arbeitskopie 2   DSC09598

    Und örtlicher Reichtum:

    Die Bronzefigur soll »DE OLE SCHIPPER« darstellen, Entwurf und Modell: Carsten Eggers.

    Die Este:

    Na ja, 2,1 km vor Buxtehude bog ich nach Rübke/Ovelgönne ab. Buxtehude läuft mir nicht davon, in einem Jahr werde ich wieder in HH sein. Immerhin war’s ein tolle Tour bis hierhin. Richtung Ovelgönne befand ich mich bereits auf dem Rückweg. Und kam dort an, wo ein hungriger Radler ankommen muss:

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    Currywurst mit Pommes und Salat!!! Und ein Bier, zwei, drei, vier…

    Danach Erlebnisse pur:

    Blick von Blankenese über die Elbe. Drüben ist Industrie (u. a. Airbus), das Sperrwerk und die Brücke bei Neuenfelde, Nähe Cranz, zu sehen. Man beachte die Fahrräder!
    Blick von Blankenese über die Elbe. Drüben ist Industrie (u. a. Airbus), das Sperrwerk und die Brücke bei Neuenfelde, Nähe Cranz, zu sehen. Man beachte die Fahrräder!

     

    Auf Wiedersehen!

  • HAMBURG – YACHTHAFEN

    HAMBURG – YACHTHAFEN

    Auf unserer Radtour durch die / an der Wedeler Au erreichten wir zum Schluss den Hamburger Yachthafen. Hier lediglich einige Impressionen zur besseren Einschätzung der Lebens- und Existenzweisen in Hamburg und drum rum:

    DSC09896 - Arbeitskopie 2

    Ganz in der Nähe des Yachthafen – gleich neben den Ein- und Ausfahrten des Areals – ereignete sich Mitte des Jahres ein folgenschwerer Unfall: Zwei Männer, die angeln wollten, kenterten. Ihr Motorboot wurde wohl von eine Welle erfasst und umgekippt. Sie ertranken in Ufernähe. Sie trugen – wie bekannt wurde – keine Rettungswesten. Angehörige und Freunde richteten eine Gedenkstätte am Elbufer ein.

    Aus Pietät soll der Artikel damit enden, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass die Elbe hier kein Fluss mehr ist sondern ein Strom.

  • HAMBURG – DIE WEDELER AU

    HAMBURG – DIE WEDELER AU

    Der Regionalpark Wedeler Au mit dem Naturschutzgebiet SCHNAAKENMOOR gilt als feuchtes und an Nährstoffen armes Torfmoosmoor mit spezieller Flora (Moose und Flechten) und Kiefern- und Birkenwäldern; dazu zur Ansicht zwei Landschaftsbilder:

    DSC09808   DSC09810

    Ich denke: beide Aufnahmen begründen ganz eindeutig die Schutzwürdigkeit dieser Landschaft. Der Hamburger Senat hat dies bereits im April 1979 erkannt und erliess eine entsprechende Verordnung! Das Gelände ist zum grossen Teil von Zäunen umgeben, was in dem Foto rechts sichtbar wird. Wir befinden uns im Westen Hamburgs unweit von Wedel. Moorkultivierungen (Brennmaterial) brachten Birken- und Kiefernbewuchs.

    Es folgt ein Übersichtsplan, der am Roten Punkt (dem Standort) zu finden ist und den ich der Einfachheit halber mal abfotografiert habe:

    DSC09849 - Arbeitskopie 2

    Ganz nah beim Schutzgebiet trifft der Wanderer oder Radler – Wege nicht verlassen – auf das Wildgehege KLÖVENSTEEN. Da konnte ich mich in Tierfotografie üben:

    Auf die Wedeler Au stiess ich während eines Besuchs in Wedel, wo mir eine Eisdiele – am Mühlenteich – aus meinen mittlerweile fünf Fahrten nach HH im Gedächtnis blieb, die ich immer wieder besuche, das ist der Eisqualität geschuldet, was über die Jahre sich erhalten hat. Das Bächlein Wedeler Au durchfliesst diesen Teich, um eine Weile später in der Elbe aufzugehen.

    In / an die Wedeler Au kam ich über Blankenese, Endstation S1/S11. Über die Blankeneser Landstrasse radelt man zur Marienhöhe – einer Querstrasse, rechts – und zum Sülldorfer Mühlenweg bis zum Wittland, links. Dort überquert man die S-Bahn-Gleise (Wedel – Blankenese) und radelt längs dem Sieversstücken/Suurheid am Asklepios Westklinikum, Abteilung für Unfallchirurgie vorbei. Achtung! Übern Achtern Sand Klövensteenweg radeln. Auf diesem Weg geht’s voll rein in die Wedeler Au. Und findet dann leicht das Wildgehege im Klövensteen im Staatsforst Hamburg. Hier verläuft die Landesgrenze zu Schleswig-Holstein. Wir radelten kreuz und quer bis ans Ende der Wedeler Au und trafen auf … die Elbe:

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    Da war es dann nicht weit zum Hamburger Luxus:

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    Dort schauen wir demnächst etwas genauer hin!

  • HAMBURG – BERGEDORF

    HAMBURG – BERGEDORF

    Ich reiste mal wieder nach Hamburg, drei Wochen Urlaub am Stück: Und keine Reise- und Unterbringungskosten. Nur für Verpflegung musste ich selbst sorgen. Ansonsten stand alles parat, angefangen beim Kühlschrank bis hin zum Bücherregal. Ergo fühlte ich mich wie zuhause. Nur: ich befand mich in Hamburg und nicht in Mannheim. Das sind gewaltige Gebirge an Unterschieden. Deshalb beginne ich in aller Gemütsruhe mit Bergedorf vor den Toren der Weltstadt.

    Nicht nur Schloss Bergedorf hatte es mir angetan…

    Eine ehemalige Wasserburg - um 1225 - gilt als Basis des Schlosses Bergedorf
    Eine ehemalige Wasserburg – um 1225 – gilt als Basis des Schlosses Bergedorf

     

    Eine am Eingang zum Schloss Bergedorf angebrachte Tafel gibt knappe Info, ich fotografierte dann innen und draussen drauf los:

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    Kurze Beschreibung der obigen Aufnahmen (v. l. n. r.):

    Hinweis / Aussenanlage mit Zugseil-Brücke über Wassergraben / Brückendetail / Blick in den Schlossgarten (grosses Foto) / Liege- und Schlummerwiese vor dem Haupteingang des Schlosses, einer sog. Vierflügelanlage / drei Hinweistafeln / versteinerte Nachtwächter / Beleuchtungskörper im Innenbereich / eine letzte Schlossansicht – links davon der Haupteingang zum Hof …

    … ebenso die Evangelisch Lutherische Pfarrkirche ST. PETRI UND PAULI …

    Die Pfarrkirche der Ev.-Lutherischen Kirchengemeinde zu Bergedorf, so der offizielle Titel, stammt – wie könnte es anders sein – aus dem Mittelalter und es sind mehrere Bauphasen urkundlich erwähnt. Der Altar, die Schnitzarbeiten (Kanzel) und die Malereien sollen aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammen. Vor dem Sakralbau befindet sich eine Bronze des Komponisten J. A. Hasse, der am 23.03.1699 in Bergedorf geboren wurde. Er starb weit über achtzigjährig im damals gelobten Land: Italien / Venedig.

    … und ich war fasziniert vom Reichtum dieses Örtchens …

    Nicht nur dieser Luxus ist in Hamburg allgegenwärtig, wir erinnern informationshalber unseren Artikel XX 3 Maxi.

    ###DSC09771 - Arbeitskopie 2Bergedorf erreichte ich mit der S-Bahn (S2/S21), keine 30 min ab Berliner Tor, mit Fahrrad und Flexi-Karte. Und zurück? Per Rad natürlich, die Bedingungen hervorragend. Nur, wo lang? Fragen, suchen, wieder fragen. So findet man den Radweg 8. Über den Sander Damm zur Lohbrügger Landstrasse, dann längs der Bergedorfer Strasse bis ins Zentrum von HH.

    Hier noch ein kurzer Zwischenhalt: Die Erlöserkirche Lohbrügge:

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    Zwischendurch liess ich es mir gut gehen:

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    Bis zum nächsten Bericht über Hamburg und die Wedeler Au, tschüss.