Trude TSTS

Von: Theda + Jochen Kronjaeger <kronjaeger@amoc-it.de> Betreff: Trude Stolp-SeitzDatum: 13. April 2012 22:54:54 MESZ An: Franz Bellmann <franz.bellmann@mac.com>

Lieber Herr Bellmann, wir haben uns sehr gefreut, dass Sie Interesse für unsere Veranstaltung hatten. Anbei, wie versprochen, DIREKT einkopiert, meine kleine Rede. Herzliche Grüße vom Kronjäger

ERÖFFNUNGS-REDE BoConcept 2012, Stand: 13.4.2012, kj

Meine sehr verehrten Damen und HerrenLiebe Freunde,

vorweg möchten wir uns als die Stiftung “Künstlernachlässe Mannheim“ sehr herzlich bedanken bei Herrn Decker, den Leiter von BoConcept Mannheim –– einer Filiale des 1952 in der kleinen dänischen Stadt Herning in Mittel-Jütland von den beiden talentierten Tischlern Jensen und Mølholm gegründeten Möbelwerks mit mittlerweile 14 Niederlassungen in Deutschland sowie weiteren etwa 235 weltweit.

 

Herr Decker hat die Idee von Silvia Köhler, hier innerhalb des gutengradlinigen und funktionalen Designs – wie BoConcept es selbst nennt – die expressiven Gemälde von Trude Stolp-Seitz auszustellen, spontan begrüßt und damit ihre Verwirklichung ermöglichtIch möchte meinen Kurzbeitrag bei dieser Soirée auf wenige Worte zur Stiftung und auf einige weitere zu weiterem Dank beschränken.

Das „Projekt Nachlass-Stiftung für Mannheimer Künstler“  kurz: Künstlernachlässe Mannheim  sorgt für den Erhalt von Nachlässen Mannheimer Künstlerinnen und Künstlerdie für die Stadt eine wichtige Rolle im Kulturleben spielten und damit ein wesentlicher Teil ihrer Identität sind.

Unsere Stiftung gibt es seit 2005. In unserem Besitz befinden sich mittlerweile die Nachlässe von Gabriele DahmsPeter Schnatz, Franz SchömbsTrude Stolp-Seitz – die wir hier heute Abend in einer Einzel-Schau präsentieren – sowie einige Werke von Ilana ShenhavHinzu kommt die Zusage des Nachlasses von Alice Richter-Lovisa.

Darüber hinaus haben wir bereits als Vorlass 20 Werke von Norbert Nüssle – der Anfang März verstarb und über den Verbleib von dessen gewaltigem Nachlass bereits Gespräche laufen –, ferner 7 Gemälde von Elisabeth Bieneck-Roos sowie 4 Plastiken von Herbert Halberstadt.

Die Idee dieser Nachlass-Stiftung  mehrere Künstler in einer Stiftung zusammen zu führen  wurde in Mannheim zuerst entwickeltUnsere Stiftung ist es auch, die ihren Bestand durch Ausstellungen, Vorträge und Verkäufe im Sinne der von uns betreuten Künstler im wahrsten Sinne des Wortes am LEBEN erhält. [à HINWEIS auf Verkauf !!]

ES  GILT  FERNER  DANK  ZU  SAGEN …..

…..  für den heutigen  Abend – also die 4. große Ausstellung der Nachlass-Stiftung nach jenen 2010 im Kulturtreff MA-Feudenheim und 2011 in der Epiphanias-Kirche – ebenfalls in Feudenheim – sowie im Museum Kerg in Schriesheim – ….à an all‘ Jenedie DIESEN Abend vorzubereitenmit zu gestalten, zu  organisieren und auszurichten halfenalso insbesondere an Silvia Köhler M.A.Theda Kronjäger und wiederum Herrn Decker. —–

Großer Dank gilt weiterhin all jenen Einzelpersonen, Service-Clubs, UnternehmenStiftungen und kulturellen sowie städtischen Einrichtungen Mannheimsdie unsere Nachlass-Stiftung mit Sachmitteln, Geldmitteln oder ihren technischen Einrichtungen gefördert haben  deren sind es bisher insgesamt 18, hinzu kommen zahlreiche Bildende Künstlerinnen und Künstler aus Mannheim und der Region.

Und ganz zum Schluss möchte ich mich bei den jederzeit unermüdlich tätigen 8 Ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen + Mitarbeitern bedankenohne die diese Nachlass-Stiftung nicht existieren und nicht funktionieren würde. —– APROPOS: 8 Ehrenamtliche sind viel zu Wenige für ein so großes ProjektWenn Sie also Lust habenuns bei unserer Arbeit zu helfen, dann sind Sie dazu herzlich eingeladen.

Mannheim 13.4.2012, Dr. Jochen Kronjäger

für die Nachlass-Stiftung Silvia Köhler, Dr. Jochen Kronjäger und Dr. Rainer Preusche

www.kuenstlernachlaesse-mannheim.de

Mail: info@kuenstlernachlaesse-mannheim.de

Fon: 0160 970 14 974

Hier einige Impressionen von unserem Fotografen Matthias Plath zum malerischen Werk von Trude Stolp-Seitz und den exquisiten Ausstellungsräumlichkeiten von BoConcept Mannheim.

Silvia Köhler M.A.: Einführung ins Werk von Trude Stolp-Seitz

Für eine Kunstausstellung  sind diese Räume bei BoConcept für uns eine ganz ungewohnte Umgebung, die wir aber äußerst interessant und reizvoll finden. Die kraftvollen, farbigen, gestisch-starken Arbeiten von Trude Stolp-Seitz  in einer Umgebung, die geprägt ist von einem kühlen, einfachen, funktionalen Design. Möbel, die ein klare Linie haben, funktional sind  – ohne viel Schnickschnack….

Das fanden wir dann schon spannend, dieses Experiment einzugehen. Daher freuen wir uns, dass Herr Decker, der Geschäftsführer diesem Experiment ebenfalls sehr aufgeschlossen und tatkräftig gegenüberstand. Auch das Thema Kunst und Kommerz ist ja durchaus angreifbar. Aber das hier hätte Trude Stolp-Seitz gefallen. Da sind wir uns sicher. Sie war eine tatkräftige, zupackende Person. Mit vielen Ideen, sehr umtriebig und engagiert und hat zu ihren Lebzeiten auch an ungewöhnlichen Orten ausgestellt.

Sie ist 1913 hier in Mannheim geboren. Ihr Vater war Lehrer und musisch und künstlerisch interessiert und hat die kreativen Fähigkeiten seiner Tochter immer unterstützt. Letztendlich hat sie dann aber eine Ausbildung im caritativen Bereich gewählt. Bedingt durch die christlich, katholisch geprägten Schulen, die sie besucht hat. Sie macht nach der Mittelschule 1928 – 34 eine Ausbildung zur Gesundheitsfürsorgerin und Säuglingsschwester, sie ist ab 1935 Kinderdorfmutter, arbeitet beim deutschen Sozialhilfswerk und nach dem Krieg bei der deutschen und amerikanischen Caritas. Aber sie malt immer neben ihrer Arbeit.

1946 stellt sie das erste Mal im Don Bosco Haus in Ludwigshafen aus, als Autodidaktin. Diese Ausstellung ist für sie der Auslöser, noch eine Ausbildung an der freien Akademie hier in Mannheim zu machen. Sie besucht die Meisterklasse von Paul Berger-Bergner, der ist ja für viele Künstler der Region ein wichtiger Ausbilder gewesen.

Ihre Malerei ist am Beginn – ganz Kind ihrer Zeit – gegenständlich aber abstrahierend, mit typischen weiblichen Themen: Landschaft, Blumenbilder, Portraits. Sehr schöne Arbeiten, die heute überall verstreut in Privatbesitz sind. Wir, die Nachlass-Stiftung, haben keine von diesen frühen Arbeiten. Folgendes Foto: Die Malerin en plein air, mit freundlicher Freigabe durch Silvia Köhler, Künstlernachlässe Mannheim,

Das Malen war wirklich ihre Leidenschaft – im wahrsten Sinn des Wortes. Sie hat viel gemalt, wo immer sie konnte. Und wir haben in unserem Nachlass Fotos, da sieht man sie auf einer Wiese stehend, im geblümten Kleid und hochhackigen, gepunkteten, spitz zulaufenden Pumps und um sie herum Bilder, Leinwände und viel Papier.

 

Ein anders Foto zeigt sie mit einer Verwandten auf der Heckklappe des Autos malend bei einem Winterausflug – die Damen sind modisch gekleidet, in Pelz und Pelzmütze, aber ganz konzentriert bei der Arbeit.

In den 60er Jahren wendet sie sich schließlich ganz der Abstraktion zu. Viele in ihrer Umgebung sehen das kritisch, aber es bringt sie auf jeden Fall künstlerisch einen Schritt nach vorn.

Ihre Arbeiten leben ganz aus der Kraft der Farben und Ihrer Gestik. Eines meiner Lieblingsbilder bei BoConcept ist das Eismeer (Nr.14). Als ich es das erste Mal sah, habe ich sofort an Wasser, Meer, Antarktis und Kalt gedacht. Es hat mich richtig gefröstelt. Als ich das Bild herumgedreht habe und den Titel „Eismeer“ las, war ich wirklich verblüfft.

Abstrakte Bilder, aber dennoch nicht gegenstandslos – es gibt immer wieder gegenständliche Dinge zu entdecken – vor allem in ihren späten Bildern  – da gibt es Menschliches – ein Kopf, eine Figur? – Pflanzliches – ein Baum, ein Gewächs, eine Blume? Man ist sich da nicht so sicher. Und entdeckt diese Formen oft auch erst beim zweiten Hinschauen.

Trude Stolp-Seitz war tief religiös und von ihrem Glauben geprägt. Sucht man jetzt aber krampfhaft religiöse Themen in ihren Bildern, tut man sich damit eher schwer. Sie hat diese religiösen Themen – so hat Christel Heybrock einmal geschrieben – eher „raffiniert verpackt“. Und wenn, kommen sie auf keinen Fall plump oder anbiedernd daher. Die abstrakten Kompositionen geben religiöse Inhalte oft nur im Titel preis etwa „Licht in der Finsternis“ (Nr. 68). Man kann darin christliche Symbole entdecken. Man kann in dem Rot der Arbeit Nr. 16 das Blut für das Leiden Christi sehen. Aber man muss es nicht.

Man kann sich auch einfach an der Intensität der Farben und Formen erfreuen, z.B. dem Rot, dem Blau, dem Grün ….

Und damit wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Betrachten.

S. Köhler, Projekt Nachlass-Stiftung Mannheimer Künstler (April 2012)

13.04.2012

Eine abschliessende fotografische Information:

Die Organisatoren: Architekt Christian Decker (li.), BoConcept Mannheim, Dr. Jochen Kronjäger (M.) und Silvia Köhler, Künstlernachlässe Mannheim, Foto Matthias Plath.
Hier noch ein kleiner Nachtrag, die E-Mail erreichte uns am 23. Mai 2012:
Sehr geehrter Herr Bellmann, aufgrund eines redaktionellen Beitrags unseres Kunden auf Ihrer Seite, möchte ich Sie bitten, mir die Visits pro Monat und den Preis für einen Superbanner zu nennen. Beste Grüße Schouwit Berhe. 

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