WISSEMBOURG / FRANCE

Wissembourg im Mittelalter auf einem Info-Schild...
Wissembourg im Mittelalter auf einem Info-Schild…

Fantasien unbegrenzt, moyen âge, Ritterspiele, wehrhafte Burgen und Schlösser, von Gott begnadete Familien, darunter wohl auch Übel- und Gewalttäter, Religion und Untergang, Tod und Teufel, Maria hilf… Im Umland der Deutschen Rhein-Neckar Monopol-Region MA-HD-LU regiert das Mittelalter. Zumindest äusserlich und aus der Ferne betrachtet. Die alten Meister und Steinmetze versprühten originelle Baulust, deren simples Pendant wir in betonierten Bettenburgen nicht nur im Spanien der Neuzeit bewundern können; steinreich und bettelarm: gemacht aus Sand, Kies und Zement.

Wissembourg protzt geradezu mit Denkmälern mittelalterlicher Baukunst. Die Neuzeit gruppiert sich an der Stadtperipherie. Wenig ansehnlich, da braucht man nicht zu fotografieren. Selbst das Erkunden mit dem Rad bringt keine Freude.

DSC05986Wir konzentrieren uns aufs alte Wissembourger Zentrum. Auf den Ort der Vergangenheit. ‚Moderne‚ filmten wir in letzter Zeit zur Genüge. Mal zurückblicken. Gegenwart ist permanent. Zukunft undefinierbar, nur zu ahnen. Da haben wir mit der Vergangenheit festen historischen Boden unter den Füßen. Das stabilisiert die Position. Wer residiert nicht gern in Burgen und Schlössern, und Kirchen! Es soll ja Künstler geben, die Kirchen als Atelier nutzen. Wie nennt sich das: Umwidmung. Das ist weniger ein rechtliches, denn ein Finanzproblem. Wer hat, der kauft. Der kauft sich eine Kirche. Und schmeisst darin eine Künstlerfete nach der anderen. Den Göttern der Kunst zu Ehren.

Der grundsätzliche Wesenszug Wissembourgs zeigt sich in der Französischen Gemütlichkeit, im Laissez-faire der Zeitläufte. Es herrscht Ruhe. Nur das Rauschen der Lauter ist zu hören (es kommt immer drauf an, wo man sich gerade befindet):

DSC05934.jpg

Die Stille erfahren wir ganz deutlich über den Dächern von Wissembourg:

DSC05943

Bekannt sind die stillen Orte der Kirchen, vor allem, wenn kein Gottesdienst stattfindet und keine Orgel dröhnt:

Bei den vier Abbildungen↑ werden Motive der Abteikirche St. Peter und Paul aus dem 13. Jahrhundert gezeigt. Die Anwohner des Örtchens huldigen dem Motto: ‚In der Ruhe liegt die Kraft‘. Man muss sie nur erwecken! Malerei und Bildhauerei bieten reichlich Potenzial für Erweckungen aller Art: z. B. Sammler werden! Es lebe die Kreativität!!!

Rue de la République
Rue de la République

Spannend für Touristen: Öffentliche Toiletten. Die gibt es im Ortsinnern ausreichend, mit entsprechender Hinweisbeschilderung. Frei zugänglich – weil kostenlos – und sauber und gepflegt. Da erinnert der Reisende Pariser Verhältnisse. Bei uns in Deutschland gehören solche WCs vergangenen städtischen Angeboten an. Auf bildliche Äusserungen wird – trotz aller Reinheit – hier gerne verzichtet.

DSC05957 - Arbeitskopie 2Wir widmen uns lieber den ‚remparts‘, dem Stadtmauer-Ring. Mit seinen Pulvertürmen (aus heutiger Sicht besser: Türmchen) und Magazinen; auch die Lauter hatte da wohl im Mittelalter eine Schutzfunktion inne. Sie um- und durchfliesst das Städtchen in Schlangenlinien und künstlichen Wasserkaskaden und macht den Ort zu einen lieblichen Flecken Erde. Ein äusserst malerischer Punkt: Die ehemaligen Walck- und Obermühlen!!!↓

DSC05995

Wir bleiben noch für ein paar Aufnahmen an der Lauter (In den Auen) … ↓:

DSC05993  DSC05994

… bevor wir zur Stadtmauer und den Magazinen (wo meist erbittert gekämpft worden sein muss!) zurückkehren↓:

Die Welt ging nicht unter, trotz eines martialischen Mittelalters, selbst die vielfach und vielerorts auftretende Pest konnte uns nichts – ausser vielen Toten – anhaben. Die Menschheit musste durch Kriege und Krankheiten hindurch, und wird es auch in Zukunft müssen. Da erfreut man sich der Überreste aus weit vergangenen Zeiten, dazu eine Fotostrecke aus Wissembourgs Kernzone:

Damit sei’s genug, vielleicht fahren wir im Hochsommer wieder hin, wenn die meisten Französischen Einwohner an der Côte d’Azur in Ferien sind, und die Deutschen Urlauber eventuell das Regiment übernommen haben.

Am 10.09.2014 durchradelten wir Wissembourg von Hinterweidenthal kommend auf dem Weg nach Lauterbourg erneut, hier sieben Aufnahmen gemacht während der Vorbeifahrt, alle Motive entlang der Lauter⇓:

Wir melden uns, sobald wir neues Material haben, DieRedaktion …

DIE – KURT – SCHUMACHER – BRÜCKE

Die Kurt-Schumacher-Brücke von LU aus
Die Kurt-Schumacher-Brücke von LU aus

Die Kurt-Schumacher verbindet Ludwigshafen und Mannheim, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Die Rheinmitte gilt als unsichtbare Grenze. Und den Menschen ist es egal. Sind wir doch in Deutschland, was bedeuten da Landesgrenzen. Drüben die Pfälzer, hier die Badenser; und weiter östlich die ‚Heilbronnser‘. Und die Hessen arbeiten gleichfalls ganz in der Nähe. Ein Vielvölkerstaat, wenn man die im Umkreis lebende Welt hinzunimmt. Und Frankreich, Wissembourg – mit ca. 8000 Einwohnern – ist morgen (11.03.2014) unser Reiseziel. Ein Zugsprung mit der Regionalbahn durch die Pfalz vom Hbf-Mannheim² aus. Na ja: 90 Minuten mit Umstieg in Neustadt. Wir werden es bewältigen. Immerhin drei Stunden Fahrzeit hin- und zurück. Da bedarf es einer gewichtigen Tageszeitung: die SZ wäre angesagt.

Vielleicht gibt es im Zugabteil Fenster, die sich öffnen lassen. Wenn nicht, frage ich den Schaffner, falls einer den Zug begleitet, ob er einen Drei- oder Vierkant hat. Und mir das Fenster gütigerweise öffnet. Damit ich mir die Zeit mit dem Fotografieren der Pfälzer Landschaft vertreiben kann. Und keine verdreckte und beschmierte und zerkratzte Scheibe im Weg ist. Wenn’s klappt, okay, wenn nicht, shit on it. Ans Ziel gelangen wir allemal. U. U. geht auch ein Nickerchen. Mal sehen, was Wissembourg (Weißenburg) morgen so zu bieten hat.

Hier noch drei Aufnahmen von der Brücke:

Das Wetter zurzeit ist verlockend. Mich hält da nichts zuhause, selbst ein Fotostudio wäre mir egal. Gleich welche Filmschönheit (MM, BB, CC, …) sich gerne reproduziert sähe. Selbst Aktfotos würden mich nicht reizen. Obwohl: um meine Finanzen ist es nicht gut bestellt. Doch das Gold der Sonne können Euros nicht aufwiegen.

Wir blicken von der Brück‘ flussabwärts…Richtung Verbindungskanal…

...und träumen...
…und träumen…und träumen…
...weiter und weiter...
…weiter und weiter…
...in einem fort...
…in einem fort…

Träume haben ein Ende. Banal? Erwachen schweißgebadet? Erwachen mit Prachtlatte? Mit einer Pollution? Mit Todesängsten. Mit Schüssen im Kopf. Wir träumen weiter, und weiter, er möge nicht enden…

...der Traum von der wirtschaftlichen Bedeutung...
…dieser Traum von der wirtschaftlichen Bedeutung…
...wir träumen ihn unaufhaltsam...
…wir träumen ihn unaufhaltsam…
trotzig, wie wir sind...
…trotzig, wie wir sind…
...wir können nicht anders...
…wir können nicht anders…
...und LU träumt den Mannheimer Traum...
…und LU träumt den Mannheimer Traum…den Mannheimer Traum…
...kein Ende in Sicht!!!
…und kein Ende ist in Sicht!!! Kein Ende…

↓Zur Ergänzung Aufnahmen vom 11.04.2015, eingesetzt am 18.04.2015:

#

Reisen ins Umland: HIRSCHHORN / NECKAR

DSC05714Was wir versprechen, das halten wir: Unser letzter Hirschhorner Aufenthalt war für die Burg und den Ort zu kurz und zu spät. Quasi eine Stippvisite. Und Eberbach hatte Priorität (XX1 Mini). Am 07.03.2014 brachen wir erneut auf ins Neckartal. Zum einen: wegen der Burg. Zum andren: wegen der Wanderung mit dem Rad entlang des Neckars Richtung Heidelberg. Wohlgemerkt in Richtung. So schnell, so weit, so gut. Radeln und fotografieren braucht Zeit. Wir rasen nicht, wir versuchen zu schauen, zu sehen, zu entdecken. Das ist bei einer solchen Entdeckungsreise unser Ein und Alles: Weile, keine Eile! Meist reisen wir radschiebender Weise auf Schusters Rappen. Diese Kombination – also spazieren gehen + radeln – ist die ideale Arbeitsmethode der Ferne (dem Umland) ein ansprechendes Bild abzugewinnen. Es soll ja ein Bericht entstehen. Da macht man sich bereits beim Wandern und beim Knipsen Gedanken. Aber irgendwie sticht meistens irgendwas ins Auge, ein magischer Moment? Ein fulminanter Blick? Ein zufälliges Ereignis, eine Einmaligkeit? Eine Überraschung im Jetzt?

DSC05731Je nun: die Burg. Mit dem Radl hinauf. Anstrengend. Erster Gang. Oben wartet Kaiserwetter; im Wald ist es kühl und schattig. Hinten um den Ort herum. Schmale Auffahrt, wenig Verkehr. Es ist noch zu früh im Jahr für Tourismus. Nicht zu übersehen: im Eingangsbereich ein Pferch, eine Behausung, keine Ziegen. DSC05713 - Arbeitskopie 2

Die Kaiserkrone mutiert zum billigen Blumentopf. Ramsch. Im Hintergrund ein Hügel des Odenwalds. Auf der Burg nichts los. Eine Dame mit Dackel. Hunde in Begleitung von Damen oder Dämchen ist ja heutzutage modern. Sie lassen sich wenigstens an der Leine führen. Für viele sind Hunde ein Ärgernis, dafür sind die Hundebesitzer verantwortlich: Sie verhalten sich frech und ungebührlich. Und vermiesen die Umwelt. Wir blicken tief zu Tal auf Hirschhorn, den Neckar und das Hirschhorner Kraftwerk und seine Schleuse:

DSC05721

Komisch: die mittelalterliche Anlage verliert peu à peu an Faszination, die der Blick von unten aufgebaut hat. Gärtner sind beim Mähen des Rasens, Krach, wo Ruhe erwartet wird. Eine Restaurantbeschäftigte (?), eine Standesbeamtin (?) verlässt mit dem Auto die Burg. Doppelter Motorenlärm. Kein Hochzeitspaar in Sicht. Keine Gäste in Sicht. Das Restaurant ist geöffnet. Macht einen äusserst hervorragenden Eindruck. Auf der Terrasse wird nicht bewirtet. Es scheint die Sonne.

Oben auf der Burg, links oben im Dunst der Neckar
Auf der Burg, links oben im Bild im Dunst der Neckar…

 

Das Begehen der oberen Teile der Burganlage ist lebensgefährlich. Wir haben deswegen die Hirschhorner Verwaltung per E-Mail kontaktiert. Es ist Wochenende. In zwei, drei Tagen wird wohl eine detailliertere Antwort eingehen, bislang haben wir lediglich eine Eingangsbestätigung unseres Schreibens vom 08.03.2014, 09:45 Uhr;

Kontaktformular Stadt Hirschhorn (powermail): »Sehr geehrter Herr/Frau Franz Bellmann, vielen Dank für Ihre Nachricht an die Stadt Hirschhorn. Wir werden Sie zeitnah beantworten und uns bei Ihnen melden. Ihre Stadt Hirschhorn.« (Anmerkung: Sie gehört sie geschrieben!) Im Laufe der KW 11 zwei Telefonate ohne jeweilige Antwort, versuche es heute (14.03.2014) kurz nach Artikelveröffentlichung gegen 09:30 Uhr erneut. TOP: Habe es um 09:23 Uhr unter 06272 920 9242 eine Minute lang läuten lassen: Niemand hebt ab. Nicht mal ein elektronischer Sekretär!!! Siehe Schriftverkehr am Ende des Artikels!!!

Komplett durchgerostet
Komplett durchgerostet

Wir hätten ja gern den Fotobeleg mitgeschickt, aber die elektronischen Kontakte nehmen Fotos nicht an. Weshalb wir die Aufnahme hier veröffentlichen; das ist schon gewaltig, jegliche Materialverbindung ist vom Rost zerstört. Und das gesamte Geländer hinterlässt keinen vertrauenserweckenden Eindruck. Rostflecken überall. Uns zittern die Knie. Da hilft streichen nicht; und ausbessern nicht; ein neues Geländer muss her. Oder der Zugang zum Turm müsste wohl aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Rost ist immer das Ergebnis von Vernachlässigung. Kümmern ist jetzt angesagt. Auch wenn’s Geld kostet. Sobald wir Nachricht von der Stadtverwaltung haben, werden wir diese hier veröffentlichen!*** Vielleicht hilft eine größere Spende, in Hirschhorn soll es ja reichlich wohlhabende und spendable Bürger geben. Da kann man nur sagen: brecht auf zur Burg!!!

Uns jedenfalls kommt das alles so vor wie die nachträgliche Ausbeutung des Mittelalters. Fehlen lediglich die Ritterspiele mit winkenden Burgfräuleins, die ihre galanten Bewerber und Kämpfer anspornen. Und nachts in den geharnischten Betten der Gastronomie und Hotellerie landen.

Rundblicke:

DSC05706 - Arbeitskopie 2

DSC05729     DSC05732

DSC05741

Das soll’s mal gewesen sein mit Burg und so. Im Abgang eine Gedenktafel: »Ludwig Wedekind / Lieutenant bei der Hanauer Turner Wehr 1ten Comp. / geb. in Nauheim den 27. Novbr. 1821 / gefallen auf Schloß Hirschhorn / den 14. Juni 1849«…

Weitere Sehenswürdigkeiten siehe Internet, z. B.: Hirschhorn / Perle des Neckars / Historischer Stadtrundweg; es gibt noch ein paar Fotos:

DSC05745   DSC05746   DSC05749

 

 

 

Wir verschwinden und lassen Burg Burg sein. War nett empfehlenswert. Der Radwanderweg wartet auf der anderen Seite des Flusses. Es beginnt ein beschwerlicher Abstieg; wir verzichten auf eine rasende Abfahrt über die Strasse des Tourismus; durch ein Stück Odenwald. Am Ende freuen wir uns über unseren Mut, einige Impressionen belegen den Wert des Aufwands:

DSC05753

DSC05757

DSC05762   DSC05763   DSC05765

DSC05767   DSC05779   DSC05784

DSC05790

Wir überqueren das Kraftwerk Hirschhorn und radeln los. Und müssen umgehend wieder anhalten. Auf der anderen Seite des lärmenden Neckars: fällt der Blick aufs mittelalterliche Städtchen:

DSC05792   DSC05793   DSC05795

 

Jetzt beginnt die zuvor beschriebene methodische Arbeit: Fahrrad anschieben, aufsteigen, einige Meter oder ein paar mehr radeln, bremsen, den bequemen Sitz im Sattel aufgeben: Fotos machen. Die Neckarperle entschwindet dem Blickfeld; andere Motive stellen sich dem Fotographen:

DSC05797   DSC05798   DSC05804

 

 

 

So gelangen wir Radumdrehung für Radumdrehung zum Fährhaus Neckarhäuserhof (gegenüber Neckarhausen). Fährhaus und Wagenfähre sind Kulturdenkmale:

DSC05803   DSC05800   DSC05813

 

 

 

Hier pausieren wir, schälen den mitgebrachten Apfel und verzehren ihn samt eben erworbenen Roggenbrötchen. Das schmeckt, noch einen Schluck Wasser obendrauf: und wir geniessen die noch schwächliche Sonne. Da wird es heute keinen Sonnenbrand geben; radeln wir doch oft im Schatten. Und der Imker inspiziert seine Bienenkästen:

DSC05816

 

UND  DA  DIE  SENSATION: Die »African Queen« liegt am anderen Ufer vor Anker!!! Humphrey and Kate are looking down from the Himmel, glad to see me, the photographer:

African Queen
…African Queen…

 

So was trifft sich nicht alle Tage. Den Film würde ich gerne wiedersehen! Schon grandios. Am Fluss geht es alltäglicher und schnöder weiter – Industrieanlagen, Wehr, Schleuse, Kraftwerk↓:

DSC05820   DSC05826

DSC05827   DSC05837

 

Noch eine Überraschung; Schwemmholz – Fundstücke für Prof. Mo Edoga, eines seiner Werke befindet sich hinter dem Gebäude des Mannheimer Kunstvereins auf dem Carl-Reiß-Platz↓:

DSC05839

 

Und unglaublich: Am Wegesrand eine tote Blaukopfanakonda, fast wie die, die wir im Bonadieshafen in Mannheim entdeckt haben, nur tot eben↓:

Blaukopfanakonda mit riesigem Ausbreitungsgebiet...
Blaukopfanakonda mit mittlerweile riesigem Ausbreitungsgebiet…

 

Das beruhigt nicht unbedingt, wenn das so weitergeht, droht echte Gefahr für Mensch und Tier. Wir wollen den Teufel nicht an die Wand malen – das wäre eine diffizile maltechnische Herausforderung – und lassen uns besser vom Mittelalter einfangen, da gab es in Europa gewiss keine Anakondas, vor allem nicht die mit dem Himmelblau↓:

Da tun sich die nächsten Artikel auf: Dilsberg / Neckarsteinach / Burgen / Gastronomie usw. und so fort…irgendwann demnächst auf diesem Blog…

***Nach erneutem Telefonat am 28.03.2014 mit Herrn Schweitzer kam folgende Nachricht per E-Mail:

Betr.: Verrostetes Geländer Aussichtsplattform 

An: Rolf.Sauer@hi.hessen.de / Kopie: franz.bellmann@mac.com

Guten Morgen Herr Sauer, wir haben eine Nachricht von Herrn Bellmann aus Mannheim bekommen, dass das Geländer am Turm/Aussichtsplattform durchgerostet ist. Siehe hier den Blog des Herrn Bellmann und seine Fotos: http://franzbellmann.de/?p=12265. Wir bitten Sie zu klären, wie weiter hier zu verfahren ist. Freundliche Grüße Andreas Schweitzer, Geschäftsführer, Schloss Hirschhorn GmbH&Co.KG, Hotel & Restaurant, Schloßstrasse 39-45, 69434 Hirschhorn, Tel.: +49/6272/92090, FAX: +49/6272/920920, www.schlosshotel-hirschhorn.deinfo@schlosshotel-hirschhorn.de

Eingang per E-Mail (10.04.2014):

Sehr geehrter Herr Bellmann, bzgl. der Schadensmeldung von Ihnen am Geländer der Aussichtsplattform möchte ich Ihnen nur kurz mitteilen, dass das Land Hessen hier nun tätig wird und entsprechende Maßnahmen eingeleitet hat. Ich soll Ihnen dafür großen Dank des Landes für den Hinweis aussprechen und dass sich das Land der Sache annimmt. Auch wir bedanken uns für Ihr Engagement und verbleiben mit vielen freundlichen Grüßen, Andreas Schweitzer, Geschäftsführer, Schloss Hirschhorn GmbH&Co.KG, Hotel & Restaurant, Schloßstrasse 39-45, 69434 Hirschhorn, Tel.: +49/6272/92090, FAX: +49/6272/920920, www.schlosshotel-hirschhorn.deinfo@schlosshotel-hirschhorn.de

Reisen ins Umland: BIBLIS / RHEIN

RWE - Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk, Essen
RWE – Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk, Essen

Das kam heute (05. März 2014) etwas plötzlich, hatte nichts vor, leicht bewölkter blauer Himmel, fast 10°Celsius, Regenwahrscheinlichkeit nahe null Prozent, also trocken. In knapp 20 Minuten schafft es die Regional-Verbindung der Bahn von Mannheim² über Lampertheim nach Biblis. Der Ort ruft nicht. Das Kern-, oder anders: Atomkraftwerk, rief.

Als kleiner Hanswurst, für den wir uns natürlich nicht halten, fehlt einem klaro die Zugangsgenehmigung zum Innern des Kraftwerks. Da drin liessen sich mit Sicherheit gewaltige Aufnahmen produzieren, kennen wir doch Mühlheim-Kärlich und den inneren Zustand der Anlage während der Bauphase. Also beschränken wir uns zwangsläufig auf Außenaufnahmen. Sinnvoll erscheint es uns: auf den Betreiber aufmerksam zu machen, siehe Startfoto links oben! Dem Stromkonzern soll es dem Vernehmen nach zurzeit ja nicht allzu gut gehen. Scheffelten die Werksherren nicht jahrelang genug der Knete mit der Erzeugung von Strom durch Atomenergie: Hat man da keine Rücklagen gebildet, um Durststrecken zu überwinden? Was zum Beispiel muss vorhanden sein zum Rückbau der Kraftanlagen? Der kommt zwangsläufig. Ist man darauf vorbereitet? Lässt man einfach alles stehen? Wie sieht es denn in anderen Ländern aus? Die nicht auf diese Art der Energiegewinnung verzichten wollen?

Die Aufnahme eingangs bildet ein Firmenwappen ab, Wappen: auf die auch Städte nicht unbedingt verzichten wollen. Im Fall von Eberbach meinetwegen ein Eber und ein sich schlängelnder Bach oder Fluss. Logos überholen sich mit der Zeit. Und man versucht sich neu abzubilden. Meistens ist das eh nur Einbildung, zumindest eine gewisse Zeit über. Und dann weg damit. Freie Fahrt für eine neue Einbildung! Der Sprachschatz bietet einiges: Atom-, dann Kern-, und weg damit. Hätten nicht bereits vor mehr als einem halben Jahrhundert die Energievorstellungen mit all den vorhandenen Alternativen bevorzugt behandelt werden müssen, statt auf Meiler zu setzen? Manchmal stehen Energiebündel wie Franz Josef im Weg. Und zwei, drei Generationen weiter wird die Rechnung präsentiert: Und keiner will sie übernehmen.

Biblis: eine Ansicht:

Zwei Meiler, vier Kühltürme, zwei Schlote...
Zwei Meiler, vier Kühltürme, zwei Schlote…

 

DSC05603 - Arbeitskopie 2Es ist das erste Mal, dass ich Biblis zu Gesicht bekomme, obwohl es nicht sehr weit von Mannheim entfernt ist. Eigentlich ein atomarer Katzensprung. Ein Gefühl der Unendlichkeit stellt sich ein. Bin ich nur die Hälfte wert? Katastrophal! Diese Verringerung der Lebenserwartung um die Hälfte! Alles um das Atomkraftwerk herum ist in Besitz von RWE: Betriebsgelände! Auch der Rhein gehört dem Betreiber. Eine Ausnahme: Der Europa-Radweg R6…Der Radweg radelt ums Werk herum. Eine Einladung zur Besichtigung, ohne Interna: Aber Vorsicht, die erste Grassode bereits ist Privatbesitz. Und Überwachung überall. Das Gelände ist ein Reich aus der Vergangenheit, aus dem Mittelalter der Energieerzeugung und -versorgung.

DSC05607Vorher gab’s nur Lagerfeuer. Jetzt zeugen wir Burgen der Neuzeit. Wie werden sie über die Jahrzehnte und Jahrhunderte zerfallen? Keiner von uns wird es erleben, keiner schauen in die Welt danach. Uns bleibt die Vorstellung: Sciencefiction. Virtueller Avatar.

Die atomare Welt ist eine Welt der Gewalt. Spricht sie doch von Spaltung. Was für ein Fortschritt. Atomspaltung. Physik. Marie. Krebs. Körperfraß. Je größer die Halbwertszeit, je größer das Fressen. Plutoniums Hunger ist unstillbar. Auf alle Ewigkeit. Immerdar.

Reaktor-Kühlwasser, im Hintergrund Vater Rhein
Reaktor-Kühlwasser, im Hintergrund Vater Rhein, rechts oben als schmales Band

 

Brachland
Brachland

Der Weg von Biblis / Bahnhof zum Werk führt über freies Gelände. Man unterquert zunächst die Station der Regionalzüge und erreicht bald  den Mersweg. Dann nur noch Ackerbau und Viehzucht. Ein kleines Naturschutzgebiet: Lochwiesen von Biblis. Es soll bedrohte Tier- und Pflanzenarten und ihre Lebensräume erhalten. Die Weschnitz ganz in der Nähe. Am Atomkraftwerk mündet sie in den Rhein. Dort läuft auch das DSC05614Kühlwasser aus (Mörschgraben). Ein donnernder Überlauf, der das leise Sirren der Anlage verschwinden lässt. Für einen Moment wähnt man sich vor einem rauschenden Wasserfall. Am Sambesi. Machen wir uns nichts vor: Der Überlauf beträgt grade mal drei Meter, höchstens; und ist ein bautechnisches Kunstprodukt. Die Strömung allerseits lebensbedrohlich. Und Eltern haften für ihre Kinder. Nicht umgekehrt.

DSC05611In diesem Bereich des Radwanderweges R6 ist der Spass verflogen: Keine Zugangserlaubnis zum Rhein, obwohl greifbar nahe. Dafür liegt reichlich Dreck herum. Das stört den Kraftwerksbetreiber wenig. Die Pflege der umliegenden Landschaft ist wohl nicht sein Ding. Da tritt man am besten kräftig in die Pedale. Keine Menschenseele zu sehen. Für Radwanderungen ist es noch zu früh im Jahr. Zum Herumspazieren liegt der Ort zu weit weg, dort treffen sich die Hundebesitzer, nicht am Kraftwerkszaun. Ein Reh hupst auf dem Betriebsgelände herum. Es flieht vor dem unerwarteten Radler.

Wir zuckeln weiter, Stück für Stück, kaum sitzen wir im Sattel, bietet der Meiler seine technischen Raffinessen. Runter vom Sitz, Foto in die Gänge gebracht und geknipst:

DSC05630

 

DSC05636Der Energieriese versinkt, je mehr Abstand sich einstellt. Der R6 ist gut ausgebaut, asphaltiert, wie wir zuvor erfuhren. Vom Norden Hessens nach Lampertheim. Wir nehmen die Schlussstrecke des Fernweges, ca. 15 km. Ums Kraftwerk zieht der R6 einenDSC05639 Kreis: Für Super-Neugierige. Das lassen wir besser, wir haben genug, es reicht, wir wollen in die pure Natur und darin die nukleare Technik vergessen. Das klappt ja soweit ganz gut: Ein Hinweis auf Gott überrascht uns nämlich (angebracht auf der Rückseite eines Verkehrsschildes, Foto rechts). Ab hier geht’s in den Bannes, wir fahren auf der Deichkrone, am Fuß der betonierte R6. Wir brauchen Überblick und Sicht, freie Sicht auf Vater Rhein. Reiten und motorisiertes Fahren ist oben DSC05646 - Arbeitskopie 2verboten. Nicht lange und wir gelangen zur letzten Brücke über die Weschnitz.

Zwei geschwätzige Angler halten mich auf. Sie suchen ihr Angelrevier. Immerhin präsentiert man mir einen Angelberechtigungsschein. Als wäre ich der Freischütz von Weschnitz. Für ein Areal längs der Weschnitz. Ich bestätige ihnen: hier liegen sie richtig, hier dürfen sie angeln. Habe keine Ahnung vom Angeln und ob es in der Weschnitz überhaupt was zu angeln gibt. DafürDSC05645 entdecke ich einen Wassergüteprüfer (rechts, aus HB, Hanse-Stadt-Bremen, KFZ-Kennzeichen(?)) unter der letzten Brücke über die Weschnitz. Das muss natürlich sofort aufgenommen werden. Befragt habe ich ihn allerdings nicht. Diese verdammt geschwätzigen Angler lenkten mich zu sehr ab. Und ich ließ mich ablenken, da half nur eins: weiter radeln. Einem triefte die Nase, ich gab ihm ein Papiertaschentuch. Vielleicht hätte ich ihn doch portraitieren sollen, mit der laufenden Nase, das fiel mir zu spät ein. Beide schienen mir ein bisschen daneben zu sein. Wieso suchen Angler ihr Angelrevier? Neuankömmlinge? Ich fragte nicht nach.

DSC05649Die letzte Brücke über die Weschnitz ist Luftlinie circa 1700 m von Zentrum der Atomkraftanlage entfernt. Im Steiner Wald. Der liegt auf der Gemarkung von Nordheim: Steiner Wald von Nordheim. Keine 300 m weiter treffen wir auf einen Graben ohne Wasser. Und ein Wehr. Und eine Hütte. Einsame Gegend, wie geschaffen für einen Märchenfilm.

Kurz danach entdecken wir einen Pfad, der Richtung Rhein führt, ihm folgen wir, es ist matschig, was uns wenig stört und machen am befestigten Ufer eine Panorama-Aufnahme vom Fluss:

DSC05653

 

Der Fluss: Unser Rhein, unsere Wasserstrasse, unser gereinigtes Abwasser, unsere Lebensader…

Unsere Heimat am Fluss:

Ergebnis sinnentleerter Verhaltensweisen ehedem Vandalen genannter Idioten...
Ergebnis sinnentleerter Verhaltensweisen ehedem Vandalen genannter Idioten…
Wie aus der Zeit gefallen...
Wie aus der Zeit gefallen…
Skyline von Nordheim
Skyline von Nordheim
Gehöft längs des Radwanderweges R6
Gehöft längs des Radwanderweges R6

Vier Bilder vom gleichen Gehöft in unserer Heimat, Bild 1: Steht eine Explosion bevor…??? Bild 2: Papamobil…??? Bild 3: Noch leben wir…!!! Bild 4: Ausrangierte Autoreifen für die Landwirtschaft…!!!

DSC05674

Irgendwann muss Schluss sein mit Geschreibsel. Wir radeln kurz vor Lampertheim und heruntergekommene Landwirtschaft begleitet uns allenthalben. Da kommen wir doch noch am Reichtum vorbei: Was für ein Glück!!!

Vergleiche: Hafen Mannheim NN
Vergleiche: Hafen Mannheim NN 25

Wir lassen es gut sein. Mögen WIR verschont bleiben von Unbill unkontrollierter Kettenreaktionen, die unbeherrschbar……………………………………..

Reisen ins Umland: EBERBACH / NECKAR

So ein Quatsch. Für was denn? Wo ist der Sinn? Der Zeitvertreib eines Pensionärs? Schöner Reisen mit dem Regionalexpress der Deutschen Bahn AG! 38 Minuten ab Mannheim Gleis 10b bis Eberbach am Neckar über Heidelberg. Sehr flott eigentlich. Die Abgase eines industriell dominierten städtischen Raumes eintauschen: Schon in der Rheinebene wandelt sich die Atemluft. Das ist selbst im offenen Zugabteil zu spüren. Im Odenwald ist sie fast Cortison geschwängert. Frisch, so frisch, Ankunft in E.: 09.13 Uhr…Ein Regionalbahnhof:

DSC05396

Die Kleinstadt ruht. Nur Türme zeigen sich. Einige, wir sind nicht in Rom. Vorbei fließt der Neckar, nicht die Seine, nicht der Tiber. Baden gehen im Neckar möchte ich nicht. Nicht mal im Sommer. Eher in den klaren Wassern seiner quirligen Zuflüsse: Pleutersbach / Klingenbach / Seitelsgrund.

Eberbach, wie nur komme ich auf Eberbach? Der mickrige Neckar besitzt hier einen hohen Stellenwert: Schifffahrt, Warentransport, was noch? Schießanlagen. Neckarwege für radsüchtige Wanderer und Mountainbiker. Von der Quelle zur Mündung und zurück. Schleusen. Wasserwirtschaft. Kunst, sakrale Kunst in jedem Ort entlang der Wasserstrasse. Holz- und Forstwirtschaft, keine Treidler mehr. Der Künstler Waldemar Schröder erinnert mit einer an Willy Brandt ähnelnden Bronze dies Gewerbe des Treidelns am Neckar:

Eberbach war ein zentraler Ort des Treidelns am Neckar. Die Schifffahrt beendete diese Transportweise.
Eberbach war ein zentraler Ort des Treidelns am Neckar. Die Schifffahrt beendete diese Transportweise.

 

Detailaufnahmen:

DSC05461     DSC05458     DSC05466

 

Dieses Denkmal wäre einer professionellen Fotografie würdig. Nur wie, wenn hinten Caravans stehen, zuviel Grün und Himmelblau. Freistellen die einzige Möglichkeit, der Arbeit gerecht zu werden. Existieren Aufnahmen vom Arbeitsprozess? Gießerei? Von den Entwürfen? Am besten wären Fotos aus der Zeit der Treidler. Das Ende der Treidlerei muss mit der Erfindung der Fotografie zusammen gefallen sein. Ein Glücksfall? Der Neckar bietet mehr Fragen als Antworten.

Kunst:

Das Örtchen besitzt so seine Reize. Fachwerk reichlich. Leerstehende Läden reichlich. Einen klitzekleinen Skulpturenweg, der vergangenen Berufen huldigt. Die Treidler dominieren diesen Pfad. Und ein Steinhauer- und ein Reifschneider-Denkmal zieren den Ortsrand nahe am Neckar. Dazu eine weitere Plastik: Die Rindenklopferin. Alles realisiert vom Bürger- und Heimatverein Eberbach e.V. in den letzten Jahren:

Im Ortskern ein Antiquariat und bewundernswerte Schaufenstergestaltung:

DSC05506     DSC05488     DSC05493

Wir lassen das mit der Kunst und widmen uns anderen Dingen. Fachwerk: ein herausragendes Faktum dieser abgelegenen Kleinstadt im Neckartal. Die Menschen nicht minder. Der Typ mit dem Vogel, seinem Papagei, den er voller Stolz spazieren trägt. Vogel heißt er, Peter Vogel; so zumindest hat er sich vorgestellt. Egal nun, Peter Vogel wird er genannt: Der Typ mit dem Vogel, dem Papagei:

DSC05496     DSC05499

Der Peter, der wär‘ doch was für die Mannheimer Fußgängerzone. Zumal der Papagei äußerst gerne parliert – er plappert in einem fort – und die Deutsche Sprache wie kaum ein anderes Tier beherrscht. Eine wahre Vogelsche Zuchtrarität!

Manche Hausfassade zeigt sich ähnlich gesprächig:

DSC05431     DSC05432     DSC05504

Schwierig mit den Fassaden, mit den drei vorgestellten Häusern reicht’s mir. Fotografisch gesehen. Diese Verzerrungen in den Bildern passen mir überhaupt nicht. Vielleicht mal in einem gegenüberliegenden Haus läuten. Vielleicht lässt mich ein Bewohner zu sich in die Wohnung im ersten, zweiten Stockwerk. Da ließen sich gerade Linien produzieren. Was für ein Aufwand. Ein entsprechendes Fotoprogramm könnte Wunder wirken. Egal, im Grunde haben wir nix gegen Schräges. Soll Fassaden fotografieren, wer’s kann. Wir wollen ein bisschen innerstädtisches Gebäude-Flair mit der schnellen Datenautobahn verbreiten, mit dem, was uns so über den Weg läuft. Am Ausgang des Winters nicht so einfach, die Wärme fehlt, die Sonne, das Grün und die Farben der Gärtner, wir bemühen uns! Vor dem Hotel zum Karpfen zum Beispiel befand sich eine randvolle Baumulde, die wollten wir nicht. Im Sommer sitzt der Mensch vor dem Herrschaftsgebäude und genießt das Leben. Unter Schirmen. Mit Charme und ohne Melone. Oder doch? Mit einem Melonen-Shake?

Da wir von Bauwerken trotz allem nicht genug bekommen, müssen wir uns dem Sakralen hingeben. Da beginnen wir gleich mit der Kath. Pfarrkirche  ST. JOHANNES NEPOMUK, Seitentüre offen…

DSC05393     DSC05400

Ein kurzer Blick ins Innere des Gotteshauses:

Orgelspiel in der Kath. Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk
Orgelspiel in der Kath. Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk

 

Und da es in unserem Deutschland mindestens zwei grosse Kirchengemeinden gibt, darf ein Besuch der Evangelischen Michaelskirche (Pfarrerin Kaltenbacher) nicht ausbleiben:

Blick auf den Turm der Michaeliskirche vom Neckarweg, den wir gleich entlang radeln werden, Richtung Hirschhorn / Ersheim...
Blick auf den Turm der Michaeliskirche vom Neckarweg, den wir gleich entlang radeln werden, Richtung Hirschhorn / Ersheim…

 

Das heißt, voller Wehmut kehren wir der Stadt den Rücken und entschwinden per Rad bei 9°Celsius längs der grauen Fluten eines zurzeit friedlichen Flusses. Zum tränenreichen Abschied drei Impressionen aus E.:

Wir überqueren den Neckar (L 595) und beradeln ab der Rudergesellschaft 1899 e.V. den Neckartalweg nach Ersheim. Laut Google Maps verschwindet der Radwanderweg in Höhe der Eberbacher Strasse (noch L 595) im blauen Neckar. Überflutung oder einfach nur geografischer Mist? Die Realität befährt man am 01.03.2014 trockenen Reifens!

Ich wollte ja so gern noch eine Kleinigkeit über das Eberbacher Stadtwappen schreiben, vergessen wir den Keiler und den wellig gestylten Fluss. Eine Bache mit ihren Frischlingen stünde der Stadt eh besser zu Gesicht, da freuten sich die Schützen, die bei Seitelsgrund-Moosklinge eine Schiessanlage betreiben, selbst Fahrzeuge aus KA können dort gesichtet werden. Eine Knallerei bis zum Gehtnichtmehr und der Widerhall ist noch schlimmer. Man ballert auf aufgelassene Gesteinsformationen, Überbleibsel der Steinhauer und Metze. Hinter der nächsten Kurve kehrt Gottlob wieder Odenwälder Ruhe ein. Auf ein Foto verzichteten wir, sonst wären ich erschossen worden.

Schwertransport auf dem Neckar:

DSC05537

Die Wacht:

DSC05540

Dieser Schreiberling ist ein Wachtelkönig und hat einen orthografischen Schlag weg… Besser wäre eine schöne Wächterin, man sänge ihr ein Wächterlied wie zu Zeiten von Walther von der Vogelweide… Da käme es auf der beschützten Wiese gewiss sofort zum mittelalterlichen Liebesakt. Im Sommer: und die Zecken schrieen vor Glück!

Erbacher Aufschlüsse:

Schnöder Beton beendete  die Verarbeitung des Natursandsteins zu nahezu 100%...
Schnöder Beton beendete die Verarbeitung des Natursandsteins zu nahezu 100%…

 

Holzeinschlag:

Waldarbeiter-Idyll: im Hintergrund mein Villiger-Rad...
Waldarbeiter-Idyll: im Hintergrund mein Villiger-Rad…

 

Verkehr:

Ein Tunnel, eine Strasse, kein Auto...
Ein Tunnel, eine Strasse, kein Auto, kein Schiff…

 

Hirschhorn / Neckar (Ersheim) nähert sich in Form eines Friedhofes und der Katholischen Kirche St. Nazarius und Celsus (Ersheimer Kapelle) in abseits gelegener Ruhe und Stille:

Angetan von innerer Ruhe radeln wir zum Hirschhorner Stau- und Kraftwerk aus dem Jahr 1933; die Victus wird samt Wasser gerade abgelassen:

Da fällt der Blick zurück ins Mittelalter:

DSC05592

Gewiss, nach Eberbach und dem anstrengenden Radwandern mangelte es an Kraft und Konzentration. Wäre Hirschhorn doch einer genaueren Foto-Untersuchung wert gewesen. Da muss ein weiterer Tag eingeplant werden. Das schafft allerdings logistische Schwierigkeiten: Der Regionalexpress (RE) hält nicht in Hirschhorn. Mit der Karte ab 60 ist der RE noch die schnellste Verbindung ins Neckartal. Alternativ S-Bahn ab MA² mit allen Haltestellen beziehungsweise erneut wie heute den RE bis Eberbach und mit der S-Bahn eine Station zurück nach Hirschhorn. Ach wie spießig und schizophren. Wenn ich Knete hätte wie Putin – auch er wird sterben – nähme ich den Helikopter und würde an den Kufen Freiübungen veranstalten. Die Eberbacher würden meinen, er habe einen Vogel wie der Vogel-Peter. Putin geht als Zar in die russische Geschichte ein, schade nur, dass er nicht europäisch denkt, war er wohl einst in Berlin stationiert – muss er da heute den Freibeuter geben? Nicht erst seit der Orangenen Revolution ist das Gezerre um die Vorherrschaft in diesem Teil der Welt in Gang. Europäisierung des Ostens bis zur Halbinsel Kamtschatka – was für ein Alexander der Große der EU brächte das wohl fertig – oder russisch-zaristische Machthaber bis nach Den Haag und Lissabon und Paris??? Das packt auch Putin nicht!!!

Reisen ins Umland: TEST

Erstmal testen; was so abgeht. Mit Umland wird die Umgebung von Mannheim² angesprochen/bereist/unter die Lupe genommen. Pi mal Daumen: in etwa der Umkreis von 50 Kilometern – Luftlinie. Großstädte gibt es in der Region zur Genüge. Da ist es uns zu hektisch. Wir fahren zu den Weilern und kleinen Dörfern, vielleicht Bad Mergentheim, zu weit? Limbach, Beerfelden, Bretten. Oder westlich: Bad Dürkheim, Altleiningen, Sippersfeld. In den Mannheimer Norden. In den Süden: Graben-Neudorf?

Es besteht eine deutliche Abhängigkeit. Die öffentlichen Verkehrsmittel! Bus und Bahn, vorrangig Bahn. Busse zweitrangig. Fahren eh nur alle Stunden. Mit Rad, ohne Rad geht nix. Eigens die Karte ab 60 wiederbelebt. Lange darauf verzichtet. Wegen qualitativer Mängel der Betreiber. Ab 1. März wird gereist. Tagestouren. In alle Himmelsrichtungen, wohin die Räder so rollen. Gleich ob aus Stahl oder Gummi. Die Gültigkeit des Ausweises – zwei Jahre, das wird reichen, bis zum 29.02.2016 hat man mir eh mein Grab geschaufelt. Bis dorthin wird gearbeitet: Reiseberichte aus dem Umland! Heute zu Testzwecken – Die Schleuse bei MA-Feudenheim am Neckar:

Unser Testfall: Schleuse Feudenheim, im Erscheinungsbild gleicht sie einer mittelalterlichen Trutzburg
Unser Testfall: Schleuse Feudenheim, im Erscheinungsbild gleicht sie einer mittelalterlichen Trutzburg

Zukünftige Voraussetzungen bitte wie im Bild oben: Himmel in reinstem Blau. Azurn. Den kompletten Tag über. Ansonsten bleiben wir bettlägerig. Meine Kamera ist nicht wasserdicht. Das bedarf der Planung, Geografie, Fahrpläne, Verpflegung – Rucksack und so, keine großen Gewichte, das geht ins Kreuz. Mit Schmerzen im Kreuz fotografiert es sich schlecht. Ob ich mir einen neuen Fotoapparat zulege? Eine – wie empfohlen – Nikon D5200. Gehäuse bereits ca. 500.- €. Unerschwinglich, also weiter mit der HX1. Ging ja ganz gut bisher. Ein verlässliches Fahrrad war wichtiger, mit dem Villiger Drahtesel stellt sich Sicherheit ein. Ob der mir im Odenwald weiterhilft? Ob ich überhaupt so weit komme? Meine Eingangspforte ist Heidelberg. Ich liebe den Neckar, den will ich lang:

Neckar bei Mannheim-Feudenheim
Neckar bei Mannheim-Feudenheim

Die Feudenheimer Schleuse bringt einiges zusammen. Nicht nur Schiffe. In nicht allzu großer Anzahl. Der Neckar ist keine Autobahn. Meist ist er still und friedlich. Die Riedbahn (Verkehrsverbindung der Eisenbahn zwischen Mannheim und Frankfurt) und deren Brücke führen vorbei:

Die Riedbahn Brücke: Erst ein paar Jahre alt
Die Riedbahn Brücke: Erst ein paar Jahre alt

Parallel zur Brücke überspannt ein Rad- und Fußgängerweg den Neckar. Hier hatten wir 2007/2008 zum 400. Gründungsjubiläum der Stadt Mannheim² unsere Ausstellung „Baumfortpflanzung“; entlang des Neckars über eine Strecke von ca. 2 – 3 Kilometer. Ganz in der Nähe, auf der anderen Seite des Neckars, befindet sich die Maulbeerinsel, hier einige Impressionen:

Die Maulbeerinsel ist eine Halbinsel. Sie trennt die Zufahrt zur Schleuse vom kanalisierten Neckar. Auf der Schleusenseite herrscht der Schatten. Und der Raureif. Und der Matsch. Schwer zu radeln. Aber der Aufwand lohnt sich: Der Blick auf die Schleuse wird konkreter:

Uferbefestigung und Liegeplätze für Schiffe bei Hochwasser
Uferbefestigung und Liegeplätze für Schiffe bei Hochwasser
Alles in allem: Brücke (Zug), Steg (Rad), Schleuse (Schiff) - eine ziemlich gewaltige verkehrstechnischeBaukonstruktion
Alles in allem: Brücke (Zug), Steg (Rad), Schleuse (Schiff) – eine ziemlich gewaltige verkehrstechnische Baukonstruktion

Wir fassen zusammen. In der fußläufig erreichbaren Nähe: der Luisenpark, auf den Mannheim² so stolz ist. Die reiche Oststadt. Stadien. Point of Olympia. Hockey-, Tennis- und Rudervereine. Der von überall sichtbare Fernmeldeturm. Camping Neuostheim, Schrebergärten, die Hochschule der Bundesagentur für Arbeit, Uni-Klinikum und Theresienkrankenhaus, die OEG: mit innerstädtischer Anbindung sowie nach Heidelberg, das Technoseum…Mannheim² lohnt einen Besuch…

Abschließend ein Blick von der Fußgängerbrücke Richtung Mannheimer Hafen und BASF:

Am Ende der Welt...
Am Ende der Welt…

 

Im Hafen von Mannheim – ein Überblick

Der Mannheimer Hafen / Die Artikel / Eine Inhaltsangabe

NN 1 – Die Güterhallenstrasse im Mannheimer Hafen (25.09.2013)

NN 2 – Die Neckarvorlandstrasse im Mannheimer Hafen (04.10.2013)

NN 3 – Die Rheinkaistrasse im Mannheimer Hafen (13.10.2013)

NN 4 – Der Bonadies- oder Industriehafen von Mannheim (20.10.2013)

NN 5 – Firmenbesuch in der Rheinstrasse im Mannheimer Hafen (27.10.2013)

NN 6 – Am Verbindungskanal / Linkes Ufer im Mannheimer Hafen (31.10.2013)

NN 7 – Auf der Friesenheimer Insel im Mannheimer Hafen (02.11.2013)

NN 8 – Die Diffenébrücke im Mannheimer Hafen (12.11.2013)

NN 9 – Rund um die Diffenébrücke im Mannheimer Hafen (14.11.2013)

NN 10 – Die Friesenheimer Insel im Mannheimer Hafen (14.11.2013)

NN 11 – Der Mannheimer Hafen: Eine Hommage an den Fotografen Matthias Plath (15.11.2013)

NN 12 – Die Diffenéstrasse im Mannheimer Hafen (18.11.2013)

NN 13 – Strasse der Container / Strasse der Kranen: Die Werfthallenstrasse im Mannheimer Hafen (20.11.2013)

NN 14 – Im Mannheimer Hafen: Der Verbindungskanal (Rechtes Ufer) schreibt Kunstgeschichte (21.11.2013)

NN 15 – Am Salzkai im Mannheimer Hafen (26.11.2013)

NN 16 – Mannheimer Hafen Spezial / FotoRätsel (30.11.2013)

NN 17 – Nebenstrassen im Mannheimer Hafen (Sektor Mühlauhafen) (02.12.2013)

NN 18 – Raritäten im Mannheimer Hafen / ein Résumé zwischendurch (05.12.2013)

NN 19 – Schreckensnachricht für den Mannheimer Hafen? (07.12.2013)

NN 20 – Das Drama (09.12.2013)

NN 21 – Auf dem Weg zur Rheinfähre bei Altrip (09.12.2013)

NN 22 – Naturschönheiten im Mannheimer Hafengebiet (12.12.2013)

NN 23 – Die Rotterdamer Strasse im Mannheimer Hafen (19.12.2013)

NN 24 – Die Duisburger und die Ruhrorter Straße im Mannheimer Hafen (21.12.2013)

NN 25 – MA-City+Rheinau/Hafen+Schwetzinger Wiesen/Riedwiesen+und zurück (07.01.2014)

NN 26 – Im Mannheimer Stadtteil Rheinau / Rheinauer Hafen (29.01.2014)

NN 27 – Auf dem Weg zur Neckarspitze… (15.02.2014)

NN 28 – Der Mannheimer Hafen: Eine Hommage… (07.06.2014)

NN 29 – Die Grundkettenfähre Emma… (08.06.2014)