Reisen ins Umland: WEINHEIM AN DER BERGSTRASSE

***NEUESTE  NACHRICHT (17.04.2014) per E-Mail von Herrn Peter Hook: Text und Fotos am Ende unseres Artikels!!!

Ehrlich, heute war’s am schönsten, super gar und spitze, nicht des Wetters wegen, wir radeln ja eh nur bei besten Witterungsverhältnissen. Und sind so oft schon geradelt. Heute war’s deswegen am schönsten…

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Ein einem Ufo ähnelnder futuristischer Skizzenblock fiel mir in die Hände, nein, in den Fotoapparat. Ein Mensch, eine Frau, die Ihrer Wege zu gehen versucht, ist die Urheberin. Wir sprachen eine längere Zeit über miteinander. Wir saßen an einem Weiher, die Erpel versprühten ihre Hormone. In einem Weinheimer Schlosspark. Da saßen wir.

DSC06889Nach einem opulenten Frühstück mit Günter und Ursula in der Mannheimer Platte bestieg ich meinen Drahtesel und fuhr zur Haltestelle ‚Lange Rötterstrasse‘ der OEG: ehemaliger Betreiber – die Oberrheinische Eisenbahn-Gesellschaft AG, geläufiger bei vielen unter dem Namen ÖG. Die Strassenbahnfahrt äusserst kurzweilig! Was man halt so macht, während einer etwas längeren Bahnreise. Am OEG-Bahnhof in Weinheim war ich am Ziel, für’s erste. Mit dem Radl läuft’s zurzeit noch ganz gut, also die steile Rampe hinauf: Kopernikusstrasse, Babostrasse(!)… An einem Brunnen liess ich mich nieder. Dies war dann das erste Foto an diesem ominösen Tag (01.04.2014).

DSC06892Zwei Minuten Fussweg vom Brunnen (Stadtgarten) und nahe beim Mahnmal zum Gedenken an die Reichspogromnacht (Novemberpogrome vom 09./10. November 1938) in Weinheim befindet sich versteckt unter Bäumen das Grab von Elise D’Avis (1826-1863). Was ist mit Ihren Händen geschehen? Oder bildet die Aufnahme links den Originalzustand des Grabdenkmals ab? Wer kann Auskunft darüber geben?

Wir radeln hin und her, bekommen Lust auf Eis, verschieben die Lust aber auf den Nachmittag. Der Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof stoppt die kurvigen Achter mit dem Fahrrad; und Informationen zum Garten und den Besitzern gibt es im Netz reichlich.

Wir haben fotografiert, hier vier Aufnahmen der Sehenswürdigkeit Hermannshof:

Kaum sind wir durch’s Gartentor an der Grabengasse dem überlaufenen Touristenmagnet entwischt, müssen wir Aufnahmen machen; vom ca. 700 Jahre alten Roten Turm, der zur Stadtbefestigung gehörte (1); vom Kath. Pfarramt St. Laurentius und Herz Jesu aus ein Blick in die Runde (2); rasseln mit dem Säbel und schwingen die Fahne vor der St Laurentius-Kirche aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts (3); schauen auf den Kirchturm, begleitet von einer einsamen, in der Nacht gewiss wegweisenden Leuchte am Eingang zum Schlosspark (4):

Skizze aus Rom
Skizze aus Rom

Ich hatte Lust auf Pause, am Schlossparkweiher setzte ich mich in den Halbschatten. Auf der Bank nebenan nahm Sie Platz. Wir begrüssten uns, sahen wir uns doch bereits das zweite Mal. Ich hatte Hunger und machte mich über meine belegten Brötchen her. Meine Semmelofferte fand kein Interesse, sie habe grad gegessen. Also mampfte ich alleine. Nach einer Weile kamen wir in ein langes Gespräch und Ihr Skizzenblock fiel mir in den Fotoapparat, hier die erste Seite des DIN A 3 Ringheftes (links).

Der Block ist gespickt mit Designentwürfen von Boliden. Windschnittig, formschön, rasant. Ergebnisse einer Ausbildung an der Hochschule Pforzheim – Gestaltung, Technik, Wirtschaft und Recht. Ein Beispiel Ihrer Design-Kunst↓ gönnen wir uns noch, dann ziehen wir weiter zum Exotenwald:

DSC06954 - Arbeitskopie 2

Und werfen zwischendurch einen kurzen Blick in Richtung der Ruine Windeck und auf die Wachenburg:

Für einen Besuch der beiden Burgen fehlte es diesmal an Zeit, den machen wir noch, kommt Zeit kommt Radtour...
Für einen Besuch der beiden Burgen fehlte es diesmal an Zeit, den machen wir noch, kommt Zeit kommt Radtour…

DSC06962 - Arbeitskopie 2Was es so alles gibt im Exotenwald:

DSC06968 - Arbeitskopie 2   DSC06968 - Arbeitskopie 3

Und zu unser aller Überraschung:

...leider ausser Funktion...
…leider ausser Funktion…
...hätten wir doch umgehend einen Versuch unternommen... Wassertemperatur?
…schade, hätten wir doch umgehend einen Versuch unternommen… noch abgeschaltet bzw. nicht an die Quelle angeschlossen wegen zu niedriger Wassertemperatur?

 

DSC06964Die Initiative »Junge Menschen für das Leben stärken« kümmert sich ums Areal: Bänke und  Tische zum Verweilen und Kuren. Gestiftet den Bürgern der Stadt Weinheim. Das Radeln im Wald stärkt nicht nur die Muskeln. Die Gegend ein Augenschmaus – fremdländische Baumarten! Auch gegenüber am Hang die Hütte mit den blauen Containern (Bild links).

Drei grosse Spaziergänge, von ca. zwei bis fünf Kilometer Länge, verlaufen durch das exotische Gelände: Schwarzkiefern-Rundweg, Exotenwald-Rundweg, Grosser Rundweg, bestehend aus den beiden ersten Rundwegen. Meist sind ältere Menschen anzutreffen. Die Jüngeren tummeln und verschleissen sich bei der Arbeit in der Stadt. In 20 / 30 Jahren findet man sie dann auf den Rundwegen wieder: Zur Kneipp-Kur!

Wir verlassen das Fremdland und erreichen eine Ortsgrenze von Weinheim (Müllheimer Tal), wo wir zwei architektonischen Exoten begegnen, zumindest was die Fassade angeht:

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Damit es nicht zu trocken wird, eine kleine Abschweifung, illustre Namens- und Klingelschilder↓:

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Aber hallo, selbst Bewohnerschilder zeugen von gesellschaftlicher Schichtung. Immerhin: alles Unikate!

Wir bleiben weiterhin fassadenfixiert und gebäudeorientiert, was uns zum Kerwe-Haus führt:

Hier erweist es sich, dass dieser Tag einer der schönsten und speziellsten geworden ist, wir begegnen neuen Ideen in alten Mauern: einem Templerhaus (www.templerhaus.de) in der historischen Weinheimer Münzgasse 11. Das altehrwürdige Anwesen birgt noch reichlich Werke des verstorbenen Bildhauers und Modellbauers Emil Rensland. Die ansässige Templerfamilie gewährte uns offenherzigen Zuritt. So begann unter Führung und gezielten Hinweisen des Ehepaars eine Reise in die Vergangenheit:

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Im ehemaligen Atelier von Emil Rensland
Im ehemaligen Atelier von Emil Rensland

 

#ZITAT aus einer mir überlassenen Informationsbroschüre zum Thema Templerhaus bezogen auf den Gebäudekomplex in der Münzgasse11: »Um den verwilderten Innenhof herum gruppieren sich das Haupthaus aus dem 15. Jahrhundert, das sanierungsbedürftige Templerhaus aus dem Jahre 1379, eine grosse Werkstatt und einige kleinere Wirtschaftsgebäude.«

Es folgen einige Eindrücke aus der Künstlerwerkstatt:

Wir verlassen das Grundstück, nicht ohne uns für die Gastfreundschaft und die Offenheit und die Informationen zu bedanken, und schauen noch kurz auf Weinheim: Schlosspark, bevor wir uns auf den Heimweg per Rad (Rheintal-Weg) über Ladenburg / Neckarhausen nach Mannheim machen. Ladenburg wird mal ein Extrabericht.

Zu Ende gehen heisst neu anfangen:

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Brandrodung bei Hirschberg-Leutershausen
Brandrodung bei Hirschberg / Leutershausen
Zurück in der Realität der Wegwerfmentalität...
Zurück in der Realität der Wegwerfmentalität…

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DIESER BERICHT IST DER AUTODESIGNERIN  C h r i s t i n a  K o c h  GEWIDMET

***Peter Hook an meine E-Mail-Adresse unter Betreff Weinheim Bilder:

Guten Tag Herr Bellmann, anbei schicke ich Ihnen für Ihren Weinheim Blog ein paar Bilder meiner Arbeiten und Galerie. Mit freundlichen Grüßen, Peter Hook.

In der Folge die fünf uns überlassenen Fotos von Arbeiten von Peter Hook:

Die Titel stammen von Peter Hook, für ‚o. T.‘ haben wir keine Info; So erreichen Sie den Künstler: PETER HOOK, Marktplatz 18, D-69469 Weinheim, Tel. +49 (0)6201 262 8402, www.peterhook.com, peter@peterhook.com…

DieRedaktion bedankt sich beim Bildhauer.