HAMBURG – die Alster

Für uns ging’s los an der Timmermann-Brücke.

Erscheinungsbild der Alster an der Timmermann Brücke
Erscheinungsbild der Alster an der Timmermann-Brücke

Das heisst: mit der U-Bahn (Flexi-Wochen-Karte) U 1 nach Ohlstedt, von dort mit dem Bus (176/276) bis Haltestelle Wohldorf, Ausstieg im Alsterblick … Beginn der Fahrt: Einstieg S-Bahn Haltestelle Landwehr (S 1), ab meiner Wohnung ca. 10 min zu Fuss dahin. Das Fahrrad blieb in der Garage, da Mitnahme in den Zügen erst ab 9:00 Uhr gestattet (die Zeit zwischen 6:00 und 9:00 Uhr wird als Hauptverkehrszeit angesehen, auch die zwischen 16:00 und 18:00 Uhr). Wir wollen so früh wie möglich vor Ort sein und wandern … Umstieg Haltestelle Wandsbeker Chaussee in die U 1. Gut, umständlich zwar, aber Landkarten und Tarif- und Streckenpläne des HVV helfen weiter. Am Hauptbahnhof gibt es alles, was so ein Touri braucht, Info-Point. Smartphone geht problemlos, Google und Internet stehen parat. Also nix wie ran und einige Kilometer zu Fuss durch den Wald entlang der Alster.

Nicht eine gesengte Sau ist unterwegs. Der frühe Verkehrslärm erlischt mit jedem Schritt. Abgeschiedenheit breitet sich aus. Alleinsein. Wald. Vögel. Windstösse. Ein Rauschen: Blätter. Zwei Rauschen: Alster. Der Fussweg zeigt eindeutig nach Poppenbüttel⇓:

Schriftmalerei auf Baumrinde
Schriftmalerei auf Baumrinde

Da schreite ich richtig, zur Sicherheit ein weiterer Hinweis⇓:

Sackgasse Reye, am besten fragen, oder irgendwo läuten, dre Hamburger erscheint nicht mit 'nem Schiessprügel, aber mit bissigen Pudeln
Sackgasse Reye, am besten fragen, oder irgendwo läuten, der Hamburger erscheint nicht mit ’nem Schiessprügel, aber mit bissigen Pudeln

Ich blicke tief ins Gewässer⇓:

Die ersten Brückenkonstruktionen liegen hinter uns und ich beginne zu singen: »Das Wandern ist des Müllers Lust, das Wandern, das muss ein schlechter Müller sein, dem niemals fiel das Wandern ein, das Wandern.« Juche. Na ja, so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Den Satz hätten wir uns schenken können.

Ich gerate in ein weiteres Hamburger Naturschutzgebiet (vergleiche Wedeler Au): Das Rodenbeker Quellental. Es steht zu lesen:

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

dieses Gebiet ist durch die Verordnungen des Senats vom 25.01.1977 und nach der Gebietserweiterung am 26. Juli 2011 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Schutzzweck ist es, die vielfältigen DSC09675 - Arbeitskopie 2

Das oben habe ich klaro abfotografiert; es geht noch weiter, nicht dass man meint, Ämter seien zur Beglückung da⇓:

Im Naturschutzgebiet ist es u. a. verboten

DSC09675 - Arbeitskopie 2

Es folgen zehn weitere Hinweise. »Verstösse werden als Ordnungswidrigkeit oder Straftat verfolgt!«

Da schwindet mir die Lust am Wandern. Früher gab’s gewiss keine Schilder und Hinweise und Drohungen, man hatte sich auch an nichts gehalten (z. B. Wilderei, Jagden, bis hin zu Kaisern), sonst wären solche Schilder mitten im Naturschutzgebiet heute nicht notwendig! Da gingen einige mit schlechtem Beispiel voran und vor Wölfen herrscht nach wie vor die Angst. Eine unsinnige Weise. Man stelle sich vor, die bissigen Pudel von oben wären ausgebüxt und würden sich auf mich stürzen wollen. Wie Wölfe. Mein Fleisch ist alt und zäh, kein Leckerbissen für Pudel. Das ist die Rettung. Oder: die Alster.

Achtung auch! Grosse Schneckenwanderung im Quellgebiet⇓:

Wegschnecke ohne Schale (Nacktschnecke)
Wegschnecke ohne Schale (Nacktschnecke)
Könnte eine Spanische Wegschnecke sein, wer es besser weiss: bitte melden!
Könnte eine Spanische Wegschnecke sein, wer es besser weiss: bitte melden!

 

Das Quellgebiet und die Alster in diesem Areal sind uns einige Aufnahmen wert⇓: 

Wir liefen kräftig zu und näherten uns urplötzlich der ehemaligen Rodenbeker Mühle /Abriss Mitte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Jetzt steht an ihrer Stelle das Gasthaus Quellenhof⇓:

Die Spezialisten fürs Reetdach bei der Arbeit
Die Spezialisten fürs Reetdach bei der Arbeit

 

DSC09699Ganz unscheinbar neben dem Gebäude finden offene Augen eine Hinweistafel zur Historie der Rodenbeker Mühle mitsamt einem Aquarell von C. Fr. Stange. Die Mühle lag am Ende des Rodenbeker Teiches zur Alster hin. Die Tafel erwähnt gleichfalls einen Mühlstein, der die Jahrhunderte überdauert haben soll und dem Quellenhof als Beleg für den historischen Standort gilt. Wir verabschieden uns aus der urwüchsigen Landschaft rund um die Alster, nicht ohne uns einen wehmütigen Blick zurück zu gönnen⇓:

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© Franz Bellmann

HAMBURG – am Mittelkanal (Teil 2)

Der Mittelkanal besitzt eine unglaubliche Länge, dieses Hamburg zieht sich, egal wo man sich grad befindet. Das beste Beispiel ist die Wedeler Au, ein Bächlein der besonderen Art! Oder die Alster. Und da fehlt gewiss noch der Südkanal, den besuchen wir nächstes Jahr.

Also, Mittelkanal, wir radeln so etwa in der Gegend um den Hamburger Grossmarkt und schauen nach Motiven. Der Mittelkanal stösst auf den Schleusenkanal und der in den Oberhafen. Wenn wir schon mal da sind: werfen wir einen View zurück⇓:

Die Versuchung war immens, doch das Marktareal blieb mir versperrt. Ich kraxelte eine Wendeltreppe hoch aufs Garagendeck gegenüber für einen ausgesuchten Überblick auf den Grossmarkt, das war natürlich eine Ersatzbefriedigung. Besser von drinnen als von draussen fotografieren⇓:

Das hat immer weniger Bezug zum Mittelkanal, der wird nach und nach nebensächlicher. Wir nähern uns den überwältigenden urbanen Arealen, die im Hamburgtourismus die erste Geige spielen: Hafen-City, Speicherstadt, Deichtorhallen, Spiegel, Elbphilharmonie … Das raubt mir den Atem, irgendwie gelangte ich mit meinem Radl zur Oberhafenbrücke, da macht’s in einem fort klick⇓:

Wir reichen den Abschied ein, etwas abrupt, ja: es hat zu tröpfeln begonnen⇓:

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Nächster Bericht: Naturstrecke Alster …

HAMBURG – am Mittelkanal (Teil 1)

Ziemlich weit abseits von Touristenscharen und Vergnügungssüchtigen verläuft anfangs der Mittelkanal, bis er dann irgendwo hinter Hammerbrook den Oberhafen trifft. Wir starteten beim Gartenbauverein Rückersweg e.V., das ist gleich um die Ecke der SängerAkademieHamburg (SAH). Die Gartenanlage selbst ist Naherholungsgebiet und für Besucher geöffnet, wir beginnen fotomässig an der Ansaugstelle Ortsteil Hamm-Mitte⇓:

Der Mittelkanal
Der Mittelkanal

Wir suchen einen besseren Überblick. Der findet sich auf dem Garagendach gegenüber bei den Sängerinnen und Sängern der Akademie. Aus leicht erhöhter Position lassen sich die ans Ufer gebauten Überdachungen für Motorboote deutlicher aufnehmen als vom Standpunkt des obigen Fotos⇓:

Selbstgefertigte Motor- und Segelboot-Garagen am Anfang des Kanals
Selbstgefertigte Motor- und Segelboot-Garagen am Anfang des Kanals
Links im Hintergrund die gefährliche Ansaugstelle
Links im Hintergrund die gefährliche Ansaugstelle

Ein paar Radumdrehungen weiter ein Unikum von Kamin. Danach eine Idylle, besser eine Kanalidylle. Eine Uferbebauung. Natur am Kanal. Noch ne Bebauung. Und noch ne Bebauung⇓:

Schade um den schönen Kanal, oder auch nicht, wie man’s nimmt. Jedenfalls haben Fussgänger dort nichts verloren. Beide Ufer zugebaut. Häuser und Industrie. Weiter nach Hammerbrook zu öffnet er sich fürs Publikum. An wenigen Stellen. Noch verharren wir im industriellen Bereich, hier einige Aufnahmen⇓:

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Die Aufnahme vor dem sog. Berliner Bogen (Anckelmannsplatz) bringt die erste freizugängliche Uferbegrünung am Mittelkanal ins Blickfeld, bei Neubauten bzw. Planungen wird anscheinend nicht nur dem Bedürfnis der Anlieger nach Ruhe und Erholung Rechnung gezollt. Die Stadtplaner haben ein profundes Interesse an Begrünung und offenerer Bebauung.

Wir halten in der Süderstrasse am Hochwasserbassin. Neben dem Rückerskanal die bislang einzige Wasserverbindung zum Südkanal; es gibt Hausboote zu bestaunen, die man auch auf der Alster antrifft – im Hintergrund die Rückseite des Berliner Bogens. In der Gegend (Hammerbrook) wird zurzeit unter Hochdruck gearbeitet, Glasbauten beherrschen den Stadtteil, auch Abriss ist angesagt⇓:

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Wir unterqueren die S-Bahn Station Hamburg-Hammerbrook und begehen das Vera-Brittain-Ufer⇓:

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Und erblicken in der Ferne das Riesenrad in der Hafencity: offizieller Verkehrshinweis → Cruise Center HafenCity⇓:

Blick auf das Vera-Brittain-Ufer
Blick auf das Vera-Brittain-Ufer

 

Das mit dem Cruisen ist nicht so einfach, eine Einlassung auf Lexikon und Wikipedia ergibt, Zitat: »Ohne bestimmtes Ziel (gemächlich) herumfahren oder -gehen (um andere zu sehen und selbst gesehen zu werden).« Und Wikipedia: »Cruisen (engl. to cruise, dt. fahren, kreuzen) ist ein Lehnwort für eine ursprünglich in den 1950er Jahren unter US-amerikanischen Teenagern entstandenes Freizeitvergnügen, bei dem man mit einem Automobil langsam an von vielen Passanten frequentierten Orten (Strand etc.) entlangfährt. Dabei geht es um die Darstellung des eigenen sozialen Status und meist auch um das Finden von Sexualpartnern

Ob das letztendlich von einigen Hamburgern so gemeint ist???

Der Mittelkanal will und will nicht enden. Das Wetter passt, wie man an den Aufnahmen sieht. Wir radeln weiter, sozialen Status gibt es nicht darzustellen, mit ’nem Radl!?! Wir finden keine Sexualpartner, dafür illegale Feuerstellen↓ (Liebesnester?), Zugang über einsturzgefährdete Mauerreste↓ und Extravakanzen der besonderen Art↓:

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Text an der Frontscheibe: *BITTE ANRUFEN FALLS DAS FAHRZEUG JEMANDEM IM WEG STEHT. VIELEN DANK! JIRKO 0172/5414678
Text an der Frontscheibe: *BITTE ANRUFEN FALLS DAS FAHRZEUG JEMANDEM IM WEG STEHT. VIELEN DANK! JIRKO 0172/5414678

 

Mit einem voyeuristischen Augenblick ins Innere des gelben Busses⇓:

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Ende erstmal, bis wir wieder wollen können dürfen … © Franz Bellmann

Wir können es nicht lassen wollen, ein Schlussakkord darf sein⇓:

Glasschachtel am Mittelkanal - HH-Hammerbrook
Glasschachtel am Mittelkanal – HH-Hammerbrook

HAMBURG – Impressionen aus Altona

HH – Altona kommt als Stadt an sich einher. Mit allen Polen, die eine moderne Stadt hat. Vielvölkergemisch und Ruhezonen. Kneipen und Bars und billige Absteigen. Märkte und Maritime. Verkehrszentralismus. Kuriose Events. Reichtum und Armut. Stillstand und Entwicklung. Fischmarkt und Hafen. Kiez- und Hochkultur. Tage und Nächte.

Diese Wand kam wie ein Blitz über mich
Diese Wand kam wie ein Blitz über mich
Ein Irrtum, kein Flash
Ein Irrtum, kein Flash

Sternschanze, Reeperbahn, Fischmarkt u.s.w., alles fussläufig erreichbar. Spannende Gegend. Hier herrscht Betrieb, sprich der Konsum und die Mobilität. Alle nur denkbaren Bus- und Zugverbindungen, U- und S-Bahnanschlüsse. Zentral gelegen ist wohl die Ottenser Hauptstrasse und die angrenzenden Kaufmeilen. Das macht mir nichts. Ich gönne jedermann seinen ureigenen Kaufrausch, meinetwegen bis zur Zahlungsunfähigkeit oder Insolvenz. Man muss die Ex- und Implosion im Hirn geniessen können, sonst wär‘ der Kaufrausch ja kein Rausch und man hätte nichts, worauf man zurückgreifen könnte, wenn es juristisch hart auf hart kommt. Ohne Schonung. Eine kleine Rückbesinnung beschert den erneuten Flash. Und alles scheint erträglich.

Nun gut, wer verloren hat, der kann sich anstrengen und vielleicht mal wieder gewinnen, ansonsten wär‘ er (sie?) ein Loser. Endgültig. Und die weibliche Form von diesem Lost?

Dabei denken wir an nichts. Das würde uns in Grauen versetzen. Ein Verzicht auf Grauen durch Nicht-Denken. Da kann keiner verlieren. Egal wie. Der Sieg scheint nach wie vor möglich. Da braucht es einen, der siegt. Ach wie viele siegten. In diesem Moment: Flash.

DSC09487DSC09489Unsere Republik befindet sich in einem ewigen Bauzustand. Bauen kann getrost als Lieblingsbeschäftigung der Menschheit begriffen werden. Von Stonehenge aus der Jungsteinzeit bis zum Baumarkt der Moderne. Mit Tiefgarage und Hochgarage und Parkplätzen drum rum. Und Dome. Und wehrhaften Burgen. Und Atombomben und Lost. Da errichtet der Mann doch gerne seine Hütte für Gartengeräte, die er übers Jahr so braucht, auf seinem begrenzten Besitztum, wie ihm eingeflösst wird, und es freut sich der Manager der Riesenmarkthütte mitten im Zentrum der Grossstadt. Ein Verkaufsrenner. Die Hütte: mein‘ ich. Das gilt nicht nur für HH. Mannheim ist nicht viel besser dran. Komisch: Irgendwer in dominanter Position gibt Verhaltensweisen vor, die sich in der Folge fast alle aneignen. Und das über Jahrtausende.

Zerrissener Container für Bauschutt
Zerrissener Container für Bauschutt
Elektroversorgung für Marktstände
Elektroversorgung für Marktstände

Der Weg nimmt kein Ende. Das muss der Mensch wissen. Für ihn selbst nimmt der Weg vielleicht oder sicher eine Ende, ja gewiss irgendwann. Grundsätzlich nimmt der Weg kein Ende. Dafür erfolgt die Ausdehnung zu rasch. Da kann er nicht mithalten. Für sich allein schon, würde ich behaupten wollen. Schon immer stand der Mensch vor der Lösung dieser Aufgabe. Über die Jahrhunderte, muss ich lernen, dass der Mensch eigentlich – von Ausnahmen abgesehen – kaum etwas gelernt hat. Vergessen wir die Technik. Sie ist Beschäftigungstherapie für hochintelligente Geister und armselige Fliessbandarbeiter und Arbeiterinnen. Technik formt Zeit. Unsere Zeit. Seit wann? Seit Stonehenge? Seit den vergangenen Flashs?

Wie sagte vor einiger Zeit Gert Voss: »Der Tod ist das Überflüssigste.« Jetzt ist er tot. Schön wär’s. Neueste Meldung: ›Der Tod ist tot!‹ Von Peter Kümmel ein Nachruf in der ZEIT: »Gert Voss, der grösste Theaterschauspieler unserer Zeit, ist in Wien gestorben.« 17. Juli 2014, DIE ZEIT, N° 30, Feuilleton, Seite 47, mit wunderschönem Portrait-Foto, aufgenommen von Andreas Pein. Gert Voss starb mit 72 Jahren.

Das Leben geht weiter, heisst es. Egal welche Attacken erfolgen, egal zu welcher Zeit, egal die Anlässe.

Wir liefen über den Markt am Spritzenplatz und fanden ihn:

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Bald schreiben wir weiter …

HAMBURG – von Blankenese über Finkenwerder an die Este

Bei der Ankunft in Blankenese an der Fährstation wurde schnell klar: ein direktes Übersetzen nach Cranz ist nicht möglich, weil Ebbe. Die Fähre schipperte nach Finkenwerder, auch in Ordnung, dann eben mit dem Bus nach Cranz. Der freundliche Fahrer genehmigte die Radmitnahme. Das klappt nicht immer, ein Kinderwagen zum Beispiel geniesst Vorfahrt, da müssen Räder draussen bleiben. Das kann man gut verstehen und nachvollziehen, diese faulen Radler, nicht mal sieben Kilometer kriegen sie getreten. Aber es sollten ja noch mehr werden. Am Ende der Tagestour ergab eine überschlägige Zusammenfassung eine Wegstrecke von ca. 40 km. Für einen alten Haudegen wie mich ein ganz besonderer Tag.

Unter der Voraussetzung der Seetauglichkeit würde ich morgen damit losschippern
Unter der Voraussetzung der See- und Flusstauglichkeit würde ich morgen damit über die Elbe schippern

Eigentlich führe ich gerne mit dem eigenen Kutter oder dergleichen, mit der See – segeln etwa – habe ich jedoch nichts am Hut. Da ist auf erfahrene Seeleute, wie die Fährmänner es sind, Verlass. Und die Anlegemanöver sind vom Feinsten. Das ganze Boot voll mit Bikes meist ausländischer Touris. Es herrscht der Sommer und Gott und die Welt radelt. Gott vielleicht nicht, der ist zu alt, nun wirklich, was soll er auf ’nem Drahtesel, wenn es im Himmel echte gibt. Man stelle sich mal vor, Gott käme mit ’nem Esel daher und möchte auf der Fähre nach Cranz einchecken. Auch wenn der Umweg über Finkenwerder eingeschlagen werden muss. Da führe er doch mit, und der Fährmann betete ein Vaterunser, dass das Ziel ohne Komplikationen erreicht werde. Doch zwei der Mitreisenden entpuppten sich als Kontrolleure. Gott besitzt jedoch eine einwöchige Hamburg-Flexi-Karte, womit er ein willkommener Fahrgast ist. Man bittet lediglich höflich um die sorgfältige Entsorgung der Häuflein. Das macht der Gott doch gerne, er kennt dies von einigen Hundebesitzern und weiss deshalb, wie es funktioniert.

Das ist alles nicht so einfach. Schon sonntags zuvor wollte ich nach Cranz übersetzen, war bereits auf der Fähre, als der Fahrdienst mich aufklärte, dass an Sonn- und Feiertagen Gebühren zu entrichten seien. Da ging ich wieder und radelte an der Elbe entlang zurück nach Hamburg zum Fischmarkt. Wo ich mich verköstigte.

Nun ja: Das ist jetzt der zweite Versuch, nicht grad berauschend, weil Ebbe. Aber immerhin, die Este kam ins Sichtfeld:

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Wo genau das gewesen sein soll, ich weiss es nicht mehr (Estebrügge?); das ist fast einen Monat her, wie soll der Mensch sich da noch exakt erinnern können. Das ist wie mit der Geschichte. Meist will man an nichts mehr denken. Das betrifft vor allem die, die denken können müssten. Weil sie dran teilhatten und Geschichte schrieben, weil sie mitmachten. Aber kein Wort danach.

Die Este, auf die Este schaute ich zufälligerweise auf einem Hamburg-Plan. Ich war begeistert. Mündung direkt gegenüber von Blankenese, eine Fährverbindung, da müssen wir doch einen Blick aufs Örtchen und die Anlegestelle der Fähre werfen:

Blankenese mit Fähranleger
Blankenese mit Fähranleger

Schwierig, wie soll ich eine Este – diesen jämmerlichen Bach – beschreiben, wenn man sie kaum zu Gesicht bekommt. Da bleibt zunächst nur das Umfeld der Fährstation und die Tour nach Finkenwerder: Von Cranz radeln wir dann peu à peu Richtung Buxtehude, wohl wissend, dass wir da nie ankommen werden:

Finkenwerder Industries
Finkenwerder Industries
Kurz vor der Einfahrt in den Finkenwerder Kutterhafen
Kurz vor der Einfahrt in den Finkenwerder Kutterhafen
Anlegesteg Finkenwerder
Anlegesteg Finkenwerder

Ab hier nehmen wir den Bus. Die Haltestelle befindet sich gleich um die Ecke. Am Gelände der Flugzeugbauer vorbei geht es am Hauptdeich entlang nach Cranz:

Aufnahme aus dem fahrenden Bus heraus
Aufnahme aus dem fahrenden Bus heraus

Die ersten Eindrücke der Cranzer Umgebung: Obstplantagen, soweit das Auge reicht!!!

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Und örtlicher Reichtum:

Die Bronzefigur soll »DE OLE SCHIPPER« darstellen, Entwurf und Modell: Carsten Eggers.

Die Este:

Na ja, 2,1 km vor Buxtehude bog ich nach Rübke/Ovelgönne ab. Buxtehude läuft mir nicht davon, in einem Jahr werde ich wieder in HH sein. Immerhin war’s ein tolle Tour bis hierhin. Richtung Ovelgönne befand ich mich bereits auf dem Rückweg. Und kam dort an, wo ein hungriger Radler ankommen muss:

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Currywurst mit Pommes und Salat!!! Und ein Bier, zwei, drei, vier…

Danach Erlebnisse pur:

Blick von Blankenese über die Elbe. Drüben ist Industrie (u. a. Airbus), das Sperrwerk und die Brücke bei Neuenfelde, Nähe Cranz, zu sehen. Man beachte die Fahrräder!
Blick von Blankenese über die Elbe. Drüben ist Industrie (u. a. Airbus), das Sperrwerk und die Brücke bei Neuenfelde, Nähe Cranz, zu sehen. Man beachte die Fahrräder!

 

Auf Wiedersehen!

HAMBURG – YACHTHAFEN

Auf unserer Radtour durch die / an der Wedeler Au erreichten wir zum Schluss den Hamburger Yachthafen. Hier lediglich einige Impressionen zur besseren Einschätzung der Lebens- und Existenzweisen in Hamburg und drum rum:

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Ganz in der Nähe des Yachthafen – gleich neben den Ein- und Ausfahrten des Areals – ereignete sich Mitte des Jahres ein folgenschwerer Unfall: Zwei Männer, die angeln wollten, kenterten. Ihr Motorboot wurde wohl von eine Welle erfasst und umgekippt. Sie ertranken in Ufernähe. Sie trugen – wie bekannt wurde – keine Rettungswesten. Angehörige und Freunde richteten eine Gedenkstätte am Elbufer ein.

Aus Pietät soll der Artikel damit enden, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass die Elbe hier kein Fluss mehr ist sondern ein Strom.

HAMBURG – DIE WEDELER AU

Der Regionalpark Wedeler Au mit dem Naturschutzgebiet SCHNAAKENMOOR gilt als feuchtes und an Nährstoffen armes Torfmoosmoor mit spezieller Flora (Moose und Flechten) und Kiefern- und Birkenwäldern; dazu zur Ansicht zwei Landschaftsbilder:

DSC09808   DSC09810

Ich denke: beide Aufnahmen begründen ganz eindeutig die Schutzwürdigkeit dieser Landschaft. Der Hamburger Senat hat dies bereits im April 1979 erkannt und erliess eine entsprechende Verordnung! Das Gelände ist zum grossen Teil von Zäunen umgeben, was in dem Foto rechts sichtbar wird. Wir befinden uns im Westen Hamburgs unweit von Wedel. Moorkultivierungen (Brennmaterial) brachten Birken- und Kiefernbewuchs.

Es folgt ein Übersichtsplan, der am Roten Punkt (dem Standort) zu finden ist und den ich der Einfachheit halber mal abfotografiert habe:

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Ganz nah beim Schutzgebiet trifft der Wanderer oder Radler – Wege nicht verlassen – auf das Wildgehege KLÖVENSTEEN. Da konnte ich mich in Tierfotografie üben:

Auf die Wedeler Au stiess ich während eines Besuchs in Wedel, wo mir eine Eisdiele – am Mühlenteich – aus meinen mittlerweile fünf Fahrten nach HH im Gedächtnis blieb, die ich immer wieder besuche, das ist der Eisqualität geschuldet, was über die Jahre sich erhalten hat. Das Bächlein Wedeler Au durchfliesst diesen Teich, um eine Weile später in der Elbe aufzugehen.

In / an die Wedeler Au kam ich über Blankenese, Endstation S1/S11. Über die Blankeneser Landstrasse radelt man zur Marienhöhe – einer Querstrasse, rechts – und zum Sülldorfer Mühlenweg bis zum Wittland, links. Dort überquert man die S-Bahn-Gleise (Wedel – Blankenese) und radelt längs dem Sieversstücken/Suurheid am Asklepios Westklinikum, Abteilung für Unfallchirurgie vorbei. Achtung! Übern Achtern Sand Klövensteenweg radeln. Auf diesem Weg geht’s voll rein in die Wedeler Au. Und findet dann leicht das Wildgehege im Klövensteen im Staatsforst Hamburg. Hier verläuft die Landesgrenze zu Schleswig-Holstein. Wir radelten kreuz und quer bis ans Ende der Wedeler Au und trafen auf … die Elbe:

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Da war es dann nicht weit zum Hamburger Luxus:

DSC09896 - Arbeitskopie 2

Dort schauen wir demnächst etwas genauer hin!

Im Hafen von Mannheim – ein Überblick

Der Mannheimer Hafen / Die Artikel / Eine Inhaltsangabe

NN 1 – Die Güterhallenstrasse im Mannheimer Hafen (25.09.2013)

NN 2 – Die Neckarvorlandstrasse im Mannheimer Hafen (04.10.2013)

NN 3 – Die Rheinkaistrasse im Mannheimer Hafen (13.10.2013)

NN 4 – Der Bonadies- oder Industriehafen von Mannheim (20.10.2013)

NN 5 – Firmenbesuch in der Rheinstrasse im Mannheimer Hafen (27.10.2013)

NN 6 – Am Verbindungskanal / Linkes Ufer im Mannheimer Hafen (31.10.2013)

NN 7 – Auf der Friesenheimer Insel im Mannheimer Hafen (02.11.2013)

NN 8 – Die Diffenébrücke im Mannheimer Hafen (12.11.2013)

NN 9 – Rund um die Diffenébrücke im Mannheimer Hafen (14.11.2013)

NN 10 – Die Friesenheimer Insel im Mannheimer Hafen (14.11.2013)

NN 11 – Der Mannheimer Hafen: Eine Hommage an den Fotografen Matthias Plath (15.11.2013)

NN 12 – Die Diffenéstrasse im Mannheimer Hafen (18.11.2013)

NN 13 – Strasse der Container / Strasse der Kranen: Die Werfthallenstrasse im Mannheimer Hafen (20.11.2013)

NN 14 – Im Mannheimer Hafen: Der Verbindungskanal (Rechtes Ufer) schreibt Kunstgeschichte (21.11.2013)

NN 15 – Am Salzkai im Mannheimer Hafen (26.11.2013)

NN 16 – Mannheimer Hafen Spezial / FotoRätsel (30.11.2013)

NN 17 – Nebenstrassen im Mannheimer Hafen (Sektor Mühlauhafen) (02.12.2013)

NN 18 – Raritäten im Mannheimer Hafen / ein Résumé zwischendurch (05.12.2013)

NN 19 – Schreckensnachricht für den Mannheimer Hafen? (07.12.2013)

NN 20 – Das Drama (09.12.2013)

NN 21 – Auf dem Weg zur Rheinfähre bei Altrip (09.12.2013)

NN 22 – Naturschönheiten im Mannheimer Hafengebiet (12.12.2013)

NN 23 – Die Rotterdamer Strasse im Mannheimer Hafen (19.12.2013)

NN 24 – Die Duisburger und die Ruhrorter Straße im Mannheimer Hafen (21.12.2013)

NN 25 – MA-City+Rheinau/Hafen+Schwetzinger Wiesen/Riedwiesen+und zurück (07.01.2014)

NN 26 – Im Mannheimer Stadtteil Rheinau / Rheinauer Hafen (29.01.2014)

NN 27 – Auf dem Weg zur Neckarspitze… (15.02.2014)

NN 28 – Der Mannheimer Hafen: Eine Hommage… (07.06.2014)

NN 29 – Die Grundkettenfähre Emma… (08.06.2014)

NN 26 – Im Mannheimer Stadtteil Rheinau / Rheinauer Hafen

Kirche der ev. Versöhnungsgemeinde in MA-Rheinau
Kirche der ev. Versöhnungsgemeinde in MA-Rheinau

Gestern schien die Sonne mal wieder vom blauen Himmel herab. Das täuscht. Temperaturen um die null Grad. Der Winter ist kein Hindernis. Foto gepackt, die Öffentliche frequentiert: 45 min bis Rheinau Endstation. Kurzspaziergang zur ev. Gemeinde der Versöhnungskirche: Ab High Noon wird Essen für Bedürftige ausgegeben (nur dienstags). Das ist nicht immer leicht, meist herrscht in der Kirche grosser Andrang. Zurzeit bewirtet die City-Kirche (Konkordien), pro Tag werden wie man so hört etwa 600 Essen ausgeteilt. Da ist es in der Versöhnungskirche ruhiger. Zu meiner Überraschung werde ich sogar bedient. Es wird Haschee mit Spiralnudeln gereicht, dazu Salat. Kommt gut und stärkt für die kommende Unternehmung im Rheinauer Hafen rund um das Becken 21. Da hilft ein Hinweis in eigener Sache weiter.

DSC05143 - Arbeitskopie 2Wir kamen über die Haltestelle Dalbergstrasse, unter dem Luisenring gelegen: Die verkommenste Haltestelle in ganz Mannheim. Schon beim Betreten riecht es streng. Die kurze U-Bahn-Strecke wird als Morgentoilette genutzt. Wir planen einen eigens dieser Haltestelle gewidmeten Bericht. Hat man doch in der Vergangenheit viel zur Aufhübschung versucht. Vergeblich. Das Problem nennt sich Borelli-Grotte². Zwischen den beiden Mannheimer Innenstadtbezirken Westliche Unterstadt und Jungbusch liegt die Haltestelle. Sie ist ein dreckiges, stinkendes Loch. Eigentlich gehört sie aufgehoben und geschlossen. Die Unterführung an sich wird eh selten genug genutzt. Der Luisenring wird oberirdisch an der Ampelanlage überquert. Zu 99%, da gehen wir jede Wette ein.

Hafen MA-Rheinau
Hafen MA-Rheinau

Wir verlassen die Versöhnungskirche, schlendern an der Rheinauer Förderschule vorbei – Schulschluss, Mordsverkehr, Mütter holen ihre Kinder ab. Durchqueren ein Spielgelände. Finden einen Übergang über die Bahnstrecke MA – KA. Und uns grüßt der Hafen, mit der Rhenaniastraße als Begrenzung. Die Rhenania fungiert als Zubringer für anliegendes Gewerbe. Wie so oft im Hafen handelt es sich um Schrott verarbeitende Firmen. Wir wollten nicht Schrottfirmen schreiben.

Der kleine Übersichtsplan verweist zum Beispiel auf die Rotterdamer, dazu liegt bereits ein Bericht vor. Es ist fast ohne Belang, wo man sich aufhält, immer rückt das Mannheimer Großkraftwerk ins Blickfeld.

Blick von der Überführung der Bahntrassen auf die Rhenaniastraße, links hinten das GKM, rechts in der Ferne der Victoria-Tower
Blick von der Überführung der Bahntrassen auf die Rhenaniastraße, links hinten das GKM, rechts in der Ferne der Victoria-Tower

Die aus vergangenen Zeiten stammende Überquerung der Bahn ist uns einige Aufnahmen↓ wert, ist die Metallkonstruktion doch klar strukturiert und ohne Brückenschnickschnack:

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Es folgt eine Panorama-Aufnahme vom Becken 21 mit Polizeistation, im Hintergrund das qualmende GKM:

Becken 21, unser momentaner Einsatzort...
Becken 21, unser momentaner Einsatzort…

 

Wir queren die Rhenania und finden uns in der Harpener Straße, einer bedeutungslosen Nebenstraße, wieder. Für uns wichtig allein deshalb, weil sie direkt zum Hafenbecken 21 führt:

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DSC05206Im Bereich der Harpener, der Bergius und Graßmann – allesamt Nebenstrecken – sind die üblichen Verdächtigen unserer Verwertungsgesellschaft anzutreffen; viel Polizei (Werkstatt für Boote) auch, die Hafengesellschaft mit dem Hafenmeisterbezirk 2, Zoll und was weiss ich noch. Die Graßmannstraße führt zu einer Fussgängerbrücke über das Becken 21 hinüber zur Ruhrorter Straße. Da steht noch ein Termin bei einer Metallbaugesellschaft an, das machen wir im Frühjahr. Dort werden wir dann der Kunst frönen. Auf die üblichen Verdächtigen wollen wir fotohalber jedoch nicht verzichten, haben sie einiges an Impressionen zu bieten, was Schrottplätze und so angeht.

Bei mir im Atelier stehen noch einige sog. ‚objet trouvé‘ aus den achtziger Jahren, als es am Salzkai noch Schrotthandel gab, und ich mich erlaubter Weise bedienen durfte. Kleinteile wohlgemerkt.

Ende der Vorstellung. Fehler, egal welcher Art, bitte meldem!!!

Ein Kommentar (Spam), ohne Verfasserangabe:

Eingereicht am 14.02.2014 um 14:49

Your writing is very motivational and you really took command of the subject. This article is a must read. It was a pleasure to read this article I am look forward to your future articles.

NN 25 – MA-City+Rheinau/Hafen+Schwetzinger Wiesen/Riedwiesen+und zurück

So prima, die Festivitäten gehören vergangenen Zeiten an. Gott sei dank, dass alles vorüber geht. Gute zwei Wochen Ausnahmezustand. Das reicht ja. Andere verreisen und machen Badeurlaub. Das ist ebenfalls eine Art Ausnahmezustand. WIR haben uns mit Hinz und Kunz beschäftigt; irgendwie muss man ja über die Runden kommen. Heute fängt für uns das Jahr an. Die Silvester-Knallerei haben wir geflissentlich überhört: mit Ohropax: Friede den Ohren für einen gesunden Schlaf! Die Heiligen Drei Könige reisen in knapp einem Jahr wieder ins Deutsche Land. Da gibt es wieder Feste, wie wir sie gerade hinter uns haben, und so weiter und so fort. Zurück oder vorwärts – das ist egal. Hauptsache Bewegung: Mobilität. Das wahrscheinlich nicht zu überwindende Glaubensbekenntnis unserer von der Wirtschaft durchtränkten Zeit.

DSC05141 - Arbeitskopie 2Die einfachen Dinge fassen sich schnell: 07. Januar 2014. 09:15 Uhr. Ab zur Strassenbahn. Ach ist die voll, meinte eine Wartende. Aber fast alle steigen aus. Paradeplatz in Mannheim², Bahnwechsel. Radmitnahme. Auf zur Endstation der Linie 1. Rundfahrt Edinger Riedweg Edinger Riedweg. An Edingen werde ich weniger gern erinnert. Verflossen, seit Jahren verflossen. Es dauert nicht lang und der Abzweig ins Naturschutzgebiet (Die Dortmunder) taucht auf. Wir radeln weiter: Die Essener lang Richtung Tanklager. Das bringt nicht viel. Alles verrammelt. Sicherheitskontrollen im Eingangsbereich. Sackgasse. Keine Verbindung ins Ried. Das macht nix, wir sind gut zu Rad!

DSC05056 - Arbeitskopie 2     DSC05050Bleibt eine Impression aus der Essener: Eisenbahnenthusiasten hätten gewiss ihre helle Freude←Öffentliches Eisenbahnantiquariat im Rheinauer Hafen, was für eine Sensation! Funktionsfähige, eigentlich der Vergangenheit angehörende Waggons, mit eifrig in den Geleisen arbeitenden Angestellten der Hafengesellschaft. Da kommt uns das Technoseum (LTA) in den Sinn, hier jedoch: keine musealen Vehikel; sondern einsatzbereites Arbeitsmaterial.

Also gut: dann jetzt doch ab in die Dortmunder Strasse. Denke ich an Dortmund in der Nacht, so bin ich um den Fussball gebracht. Das ist noch schlimmer als Edingen. Die Dortmunder Trainer-Fratze. Die hässliche Wahrheit, TV verbreitet, nicht zurückzunehmen. Sanktioniert. Mit dem FC Bayern graut es im Quadrat, da hält bald kein Verein mehr mit, national wie international. Das ist wie Despotie. Beckenbauer ist Demokrat. Machthaber weniger feiner Couleur gestatten (gestatteten) sich Transaktionen der Ungesetzlichkeit. Das hat mit Fussball nichts zu tun, vielmehr mit Macht, mit Ball-Macht, Gott wie jämmerlich sie sind.

Ja, jeder muss mit sich selbst zu Potte kommen. Da radeln wir doch glatt hinüber zur Antwerpener Strasse, vorbei an einem kleinen Kanal, an dem meist Stahlhandel betrieben wird: Hinter der Spundwand fliesst der Rhein. Den sehen wir später, wir wollen entlang der Dortmunder Richtung Antwerpener zum Ried radeln.

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In der Dortmunder entdecken wir eine Recycling-Firma:↓

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DSC05096Mit einem wehmütigen Blick zurück auf unsere Verwertungsgesellschaft radeln wir weiter und sind an Industrieanlagen und technischen Einrichtungen nicht mehr interessiert.

Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet Backofen/Riedwiesen zwitschert uns entgegen. Das wird anstrengend, die Antwerpener mündet in kaum befestigte Wege. Ein klarer Schnitt, wir überschreiten eineDSC05101 - Arbeitskopie 2 unsichtbare Grenze: In der Wirklichkeit unserer Welt eine Gleisanlage der Deutschen Bahn AG. Sie trennt und verbindet Natur und Industrie, hier ist es nun mal so. Zwei Meter Gleisbreite überwinden und man ist drüben. Bedenke, es herrscht Winter, an Badefreuden wird nicht gedacht. Die Pfade sind matschig und mit Vorsicht zu geniessen. An einem kurzen, steilen Anstieg hat es mich hingelegt, das Hinterrad drehte durch und beim Fallen flog mir der umgehängte Fotoapparat um die Ohren. Es ist aber nichts passiert, Abstiege bin ich gewohnt, aber gebrochen habe ich mir noch nie etwas. Die Hose muss zur Wäsche, sie ist lehmverschmutzt. Die folgenden zwei Aufnahmen sind Paradebeispiele für Mannheimer Verhältnisse:

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Der sehr neue Reservekanister – eine moderne Flaschenpost? – tummelt sich am Rheinufer: Zufluss Leimbach, der aus Balzfeld / Hoffenheim kommt und durch Schwetzingen fliesst, am Schloss vorbei… Ein Rinnsal… Vater Rhein nimmt, was er kriegt…

Die Wiesen und Felder sind wie verlassen. Eine Einöde. Keine Menschenseele, außer einem Radler, wer sonst sollte die Stille registrieren. Ein Seitenarm des Rheins beherbergt Mannheimer Reichtümer…↓

Viel Money für seltene Nutzung?
Viel Money für seltene Nutzung?

 

Die Riedwiesen, die Seen und der Restposten von Auwald geben zurzeit nicht viel her. Es folgen ein paar Eindrücke einer nur scheinbar leblosen Welt. Wir schauen im Frühjahr wieder vorbei, Picknick??? Badevergnügen??? Beides und mehr…