Stade

Mannheim⇒Hamburg⇒Stade

Das altehrwürdige Stade trägt viele Titel: Hansestadt, Kreisstadt, selbständige Gemeinde, die Elbe ist nah und das Flüsschen Schwinge mittendrin. Stade könnte meine Lieblingsstadt sein.

Station Hammerbrook
Station Hammerbrook
Nachtschwärmer
Nachtschwärmer

An einem Sonntag, dem Pfingstsonntag 2015, packte ich in Herrgottsfrühe mich und meine Utensilien zusammen und reiste mit den öffentlichen Verkehrsanbindungen in die noch ruhende Stadt. An der Station Hammerbrook in HH nur Leere, bis auf einen Nachtschwärmer, der seinen Rausch ausschlief. Ich schob mein Fahrrad in einen dafür gekennzeichneten Waggon. Von der S-Bahn aus entschwand der Hamburger Hafen. Ich fing an wie wild zu knipsen. Abschiedsaufnahmen. Ich kam mir vor wie auf Heimreise; entlang einer vorbei rauschenden Industrie-, Hafen- und Verkehrslandschaft …

 Eine Stunde Zugfahrt, über Buxtehude. Begrüsst wurde ich von der Kirche St. Wilhadi, wo zurzeit Instandsetzungsarbeiten am Aussenmauerwerk des Kirchenschiffes durchgeführt werden:

St. Wilhadi
St. Wilhadi, Stade
St. Wilhadi
St. Wilhadi

Am Wilhadikirchhof ein weiteres schönes Gemäuer, der Sitz des Amts- und Landgerichts Stade:

Amts- und Landgericht Stade
Amts- und Landgericht Stade

Gegenüber eine Gedenktafel:

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Wir riskieren einen Blick in die noch leere Fussgängerzone:

Im Bild links das Historische Rathaus, welches Mitte des 17. Jahrhunderts abbrannte und ein paar Jahre später als Renaissancebau aus den Ruinen wieder auferstand.
Im Bild links das Historische Rathaus, welches Mitte des 17. Jahrhunderts abbrannte und ein paar Jahre später als Renaissancebau aus den Ruinen wieder auferstand.

Weiter geht die City-Rundfahrt mit dem Rad und auch per Pedes:

Beliebtes Versorgungsziel für Einheimische und Touristen ...
Beliebtes Versorgungsziel für Einheimische und Touristen …

Noch herrscht Ruhe im Örtchen …

An der Schwinge ...
An der Schwinge …
Die Schwinge ...
Die Schwinge …
An der Schwinge ...
An der Schwinge …

So schwunglos die Schwinge meist ist, im Hafen geht es anders zur Sache, was am Stader Reichtum liegt:

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Für ein Abschiedsfoto (Blick zurück zur Kirche St. Cosmae et Damiani) reichte es noch. Im Hafen und dem Drumherum deutete es sich bereits an. Erstes tolles Wetter seit vielen Tagen, dazu Pfingsten, die Menschen strömten zuhauf ins Freie, in die Wirtschaften, in die Natur, auf die Strassen und  Rad- und Fusswege. 

Ich flüchtete Richtung Atomkraftwerk Stade:

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Am Strand der Elbe bot sich ein schönerer (?) Ausblick auf das stillgelegte Kraftwerk:

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An der Elbe lebt die Welt:

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Und auch an den Deichen … Der Schnitter …

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Am Ende meiner Tour landete ich am Elbgrill, da gibt es die herrlichsten Pommes frites Norddeutschlands:

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Cranz winkte zu mir herüber und ich bestieg den Bus nach Altona:

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Ende: © Franz Bellmann, morgen mache ich mit einem anderen Artikel weiter …

Buxtehude

Mannheim⇒Hamburg⇒Buxtehude

Ab z. B. Haltestelle Hammerbrook im Hamburger Zentrum mit der Flexi-Karte und der Linie S3 bis nach Neu-Wulmstorf und einer anschliessenden kleinen Radtour: Buxtehude ist zum Greifen nah.

DSC_0495DSC_0496Die Schönheit der Landschaft um Buxtehude findet sich in ihrer Einsamkeit und Stille. Das bäuerliche Traktorengeräusch unterstützt den Gleichklang und die Monotonie der baumbestandenen Ebene, die wirtschaftliche Nutzung der gerodeten Flächen sorgt für Ein- und Auskommen der ortsansässigen Landwirte, in Buxtehude darf der Mensch die Ergebnisse geniessen. 

Hinweis: Die Gegend ist gefährlich!

Mich hätte schnell Einer umgerannt, doch Mächte ich mich Rechtzeitig Mit Dem Rad Davon ...
Mich hätte schnell einer umgerannt, doch machte ich mich rechtzeitig mit dem Rad davon …
Bäuerliche Produktionsstätte
Bäuerliche Produktionsstätte

Buxtehudes Zentrum erfährt sein Aussehen durch Mittelalter und neuzeitlichen Tourismus:

Das Frachtschiff MARGARETA aus dem Jahr 1897 verkehrte auf der Niederelbe bis ins Jahr 1950. 1991 restauriert Durch den Förderverein ALTSTADT BUXTEHUDE.
Das Frachtschiff MARGARETA aus dem Jahr 1897 verkehrte auf der Niederelbe bis ins Jahr 1950. 1991 restauriert durch den Förderverein ALTSTADT BUXTEHUDE. Der innerstädtische Hafenkanal (Fleth) war Gründungszentrum und Ortskern von Buxtehude und bautechnisch verbunden mit dem Flüsschen ESTE . Siehe auch Stadtinformation der Hansestadt Buxtehude.

Städtische Natur und Kunst:

Wuchernder Blauregen in privatem Gelände, Links im Hintergrund der Kirchturm der Ev.-luth.  St. Petri Kirche.  Das Fleth und sterben Kirche Sind Bedeutende Baudenkmale der Ehemaligen Hansestadt.  Im Kirchenaushang Steht zu lesen that der Kirchenschlüssel im Buxtehude Museum erhältlich ist.
Wuchernder Blauregen in privatem Gelände, links im Hintergrund der Kirchturm der Ev.-luth. St. Petri Kirche. Das Fleth und Kirche sind bedeutende Baudenkmale der ehemaligen Hansestadt. Im Kirchenaushang steht zu lesen, dass der Kirchenschlüssel im Buxtehude Museum erhältlich ist. In der St. Petri Kirche finden Chor- und Orgelkonzerte und Motettengottesdienste statt.

Moderne Platzgestaltung: 

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Eine Kunstschule und ihr Logo:

Kunstschule Buxtehude ev
Kunstschule Buxtehude 

Die Stadtmusikanten:

Ich habe meine Adresse zwecks Kontaktaufnahme hinterlassen and a Euro gespendet.  Mal sehen, ob ich war zu lesen oder zu hören bekomme.
Ich habe meine Adresse zwecks Kontaktaufnahme hinterlassen und einen Euro gespendet. Mal sehen, ob ich was zu lesen oder zu hören bekomme.

Gegen Ende einige Bilder aus dem Städtchen …

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Buxtehude zeigt ihre Armut:

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Ich fahre nach Hause …

... Mit Blick auf Unsere elektrifizierte Welt ...
… Mit Blick auf unsere elektrifizierte und technisierte Welt …

BAD BERGZABERN

Erster Teil

Diesmaliger Schwierigkeitsgrad: Fahrrad defekt, Plattfuss. Massig GlasscherbenMüll auf Mannheimer Strassen, in den Gassen, in den Höfen …

Rad blieb zu Hause, heute per pedes. Mit dem Zug nach Bad Bergzabern. Siehe letzten Bericht! Heute seine Fortsetzung. Ankunft am zweigleisigen Bahnhof gegen 11:00 Uhr. Wir kamen touristisch, wollten fotografieren und wandern: Bad Bergzabern ⇒ Wissembourg.

So was funktioniert prächtig, ist man das Wandern gewöhnt. Da werden andere Muskeln strapaziert. Nicht zu vergleichen mit dem Radeln. Egal wie, es ging wieder die Hügel hinauf und hinunter. Erstmal werfen wir einen weiteren Blick auf Bad Bergzabern, Info siehe Tafel, Schloss⇓:

Uns zieht’s zum „schönsten Renaissance-Haus“ nicht nur der Süd-Pfalz, Info – wie gehabt – siehe Tafel, die Stadt Bad Bergzabern betreibt im Haus ein Museum und eine Gedächtnisstätte⇓:

Wir gelangen zu einem weiteren Highlight der Pfalz: der offenen Protestantischen Landeskirche (Marktkirche) im Zentrum des Ortes, die kennen wir bereits aus unserem vorhergehenden Bericht über Bad Bergzabern, gegenüber der Kirche allerdings noch ein Highlight; ⇒ die Buch- und Kunsthandlung WILMS.

Die Werbung
Die Werbung
Sockelinschrift
Sockelinschrift

Auf Anfrage dürfen wir fotografieren und sagen einen detaillierteren Bericht auf unserer Seite zu. Die uns überlassene Visitenkarte verloren wir irgendwo auf der anschliessenden Wanderung durch die Weinanbaugebiete nach Wissembourg. Das betrübt uns keineswegs, recherchieren wir doch einfach im Internet: Wir genossen die Freiheit der Bewegung und arbeiteten voller Vergnügen in dem direkt am Marktplatz gelegenen Barockhaus, eine Sockelinschrift (re.⇑) gibt Kurzinfos.

Entdeckt haben wir die Buch- und Kunsthandlung irregeführt durch kindliches Geschrei und Gebrüll aus dem hinteren Teil der Marktkirche, wo sich anscheinend ein gartenähnlicher Platz der Freizeit zum Toben und Innerer Befreiung befindet. Da fiel das Bücherregal in die Linse unserer HX1⇓:

Eingangsbereich des Buchhandlung Wilms ...
Eingangsbereich der Buchhandlung Wilms im hinteren Ausstellungsbereich …
Antiquitäten im Garten des Anwesens ...
Antiquitäten im Garten des Anwesens …

⇑Bevor wir weiterzogen, gönnten wir uns einen Blick ins Innere der Buchhandlung bzw. des Antiquariats der Familie Wilms, wir waren begeistert und bedanken uns für die Offenheit, die uns die Aufnahmen ermöglichte. Vorschläge sind willkommen!

Zweiter Teil

Wir wollten ja wandern. Also brechen wir auf und verlassen Bad Bergzabern entlang des Radwanderweges Richtung Frankreich. Kurz vor der Edith-Stein-Fachklinik für Orthopädie und Neurologie diese Pfälzer Impression⇓:

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Die hält uns kurzweilig auf und wir erklimmen die Anhöhe mit View auf das Örtchen Bad Bergzabern⇓:

Bad Bergzabern von den Hügeln ...
Bad Bergzabern von den Hügeln …Jetzt geht’s schnurstracks durch’s Gelände, Wein, Wein, Wein … Was es da so alles gibt⇓:

Jetzt geht’s schnurstracks durch’s Gelände, Wein, Wein, Wein … Was es da so alles gibt⇓:

Wir trödeln weiter den Pilgerweg entlang⇓:

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Es geht sich gut und wir gelangen peu à peu nach Oberotterbach. Erstens – in der Nähe von Dörrenbach (2 – 3 km)⇓:

Zweitens – Oberotterbach, über den Sportplatz⇓:

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Das war kein Kinderspiel, hatten wir doch den Pilgerweg aus den Augen verloren, was nicht schlimm war, Oberotterbach kann man nicht verfehlen! Ein verlassenes Gebäude gegenüber der Pfarreiengemeinde⇓:

Kein Tisch parat mit Speisen und Getränken, dafür jede Menge Warnhinweise⇓:

Ich nahm den Bus nach Wissembourg und fuhr mit der Regionalbahn zurück nach Mannheim …

KONTAKTE: Franz Bellmann hier ist die Kopie Ihrer Anfrage vom 03.09.2014 um 08:57:26

 

Vorname         : Franz

Name              : Bellmann

Firma              : Malerei

Telefonnummer   : 0621 39749958

 eMail-Adresse     : franz.bellmann@me.com

Nachricht: S. g. F. Wilms,

mein Bericht über B. B. ist fertig. Darin enthalten diverse Hinweise auf Ihr Antiquariat und mehr.

Ich grüsse Sie

Franz Bellmann

H 7, 24

68159 Mannheim

0621-3974 9958

 www.franzbellmann.de

 franz.bellmann@mac.com    

————————————

Wir bedanken uns für Ihre Anfrage und werden diese umgehend bearbeiten.

Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Tag.

Buch & Kunsthandlung Wilms

Marktstr. 14

76887 Bad Bergzabern

Tel.: 06343/939172

Fax: 06343/939173

 E-Mail: buchhandlung.wilms@online.de

 Internet: www.antiquariat-wilms.de

Im Hafen von Mannheim – ein Überblick

Der Mannheimer Hafen / Die Artikel / Eine Inhaltsangabe

NN 1 – Die Güterhallenstrasse im Mannheimer Hafen (25.09.2013)

NN 2 – Die Neckarvorlandstrasse im Mannheimer Hafen (04.10.2013)

NN 3 – Die Rheinkaistrasse im Mannheimer Hafen (13.10.2013)

NN 4 – Der Bonadies- oder Industriehafen von Mannheim (20.10.2013)

NN 5 – Firmenbesuch in der Rheinstrasse im Mannheimer Hafen (27.10.2013)

NN 6 – Am Verbindungskanal / Linkes Ufer im Mannheimer Hafen (31.10.2013)

NN 7 – Auf der Friesenheimer Insel im Mannheimer Hafen (02.11.2013)

NN 8 – Die Diffenébrücke im Mannheimer Hafen (12.11.2013)

NN 9 – Rund um die Diffenébrücke im Mannheimer Hafen (14.11.2013)

NN 10 – Die Friesenheimer Insel im Mannheimer Hafen (14.11.2013)

NN 11 – Der Mannheimer Hafen: Eine Hommage an den Fotografen Matthias Plath (15.11.2013)

NN 12 – Die Diffenéstrasse im Mannheimer Hafen (18.11.2013)

NN 13 – Strasse der Container / Strasse der Kranen: Die Werfthallenstrasse im Mannheimer Hafen (20.11.2013)

NN 14 – Im Mannheimer Hafen: Der Verbindungskanal (Rechtes Ufer) schreibt Kunstgeschichte (21.11.2013)

NN 15 – Am Salzkai im Mannheimer Hafen (26.11.2013)

NN 16 – Mannheimer Hafen Spezial / FotoRätsel (30.11.2013)

NN 17 – Nebenstrassen im Mannheimer Hafen (Sektor Mühlauhafen) (02.12.2013)

NN 18 – Raritäten im Mannheimer Hafen / ein Résumé zwischendurch (05.12.2013)

NN 19 – Schreckensnachricht für den Mannheimer Hafen? (07.12.2013)

NN 20 – Das Drama (09.12.2013)

NN 21 – Auf dem Weg zur Rheinfähre bei Altrip (09.12.2013)

NN 22 – Naturschönheiten im Mannheimer Hafengebiet (12.12.2013)

NN 23 – Die Rotterdamer Strasse im Mannheimer Hafen (19.12.2013)

NN 24 – Die Duisburger und die Ruhrorter Straße im Mannheimer Hafen (21.12.2013)

NN 25 – MA-City+Rheinau/Hafen+Schwetzinger Wiesen/Riedwiesen+und zurück (07.01.2014)

NN 26 – Im Mannheimer Stadtteil Rheinau / Rheinauer Hafen (29.01.2014)

NN 27 – Auf dem Weg zur Neckarspitze… (15.02.2014)

NN 28 – Der Mannheimer Hafen: Eine Hommage… (07.06.2014)

NN 29 – Die Grundkettenfähre Emma… (08.06.2014)

LUDWIGSHAFEN: Das weinende Haus / Todesfuge im Keller / Das Chinesische Meer

Diese Diashow benötigt JavaScript.

IMG_0533WIR fügen die drei oben genannten Fotoseiten zu einer Reportage zusammen, da sie als Ereignisse eine Einheit bilden, wir übernehmen die Seiten unverändert, indem wir die jeweils entsprechende Information im Anschluss präsentieren; alle Seiten wurden am 24.12.2011 das erste Mal veröffentlicht. Die Rheinpfalz brachte zum Thema mehrere Artikel, wer Interesse hat, bitte dort im Archiv anfragen unter den hier angegebenen Titeln:

»DAS WEINENDE HAUS« http://franzbellmann.de/?page_id=169

»TODESFUGE IM KELLER« http://franzbellmann.de/?page_id=129

»DAS CHINESISCHE MEER« http://franzbellmann.de/?page_id=117

Alle Aufnahmen dieser Seiten stammen von Matthias Plath, DieRedaktion.

Trude Stolp-Seitz: Eine Erinnerung an eine Mannheimer Malerin

Biografischer Wegweiser: 

Trude Stolp-Seitz, Portrait-Aufnahme von Manfred Rinderspacher, zur Verfügung gestellt durch Silvia Köhler, Künstlernachlässe Mannheim, Stolp_Seitz01

Trude Stolp-Seitz ist in dieser Region bekannt. Und viele erinnern sich sicher noch sehr gut an die resolute, zupackende „Grand Dame“, die sich sehr energisch um Ausstellungen ihrer Arbeiten kümmern konnte. Mit Leidenschaft hat sie gemalt und von farbiger Leidenschaft sind auch ihre Arbeiten.

Ihr Vater, der Lehrer Fritz Seitz war selbst Maler und Musiker. Er stirbt, als sie zwei Jahre alt ist, an Krebs. Die Mutter zieht die beiden Mädchen Trude und Liesel (geb. 1915) alleine groß. Der ältere Bruder Fritz wächst bei den Eltern des Vaters auf, die das Blindenheim in der Waldhofstraße im Luzenberg leiten.

Die Staffelei und Farben des Vaters werden im Mansardenzimmer in der Stamitzstraße 17 gehütet und üben auf die Kinder eine große Faszination aus. Und bereits in der Grundschule zeigt sich, dass Trude Seitz das große Talent vom Vater geerbt hat.

Das Mädchen wächst in einem sehr stark christlich-katholisch geprägten Umfeld auf: Sie besucht die Grundschule des katholischen Luisen-Stephanienhauses in L4/L6 und macht die Mittlere Reife in dem von Ordensschwestern geführten Luisen-Institut. Das alles prägt sie maßgeblich im Hinblick auf Religiosität und soziale Verantwortung –  bis zum Ende ihres Lebens. Von 1928 bis 1934 macht sie eine Ausbildung zur examinierten Gesundheitsfürsorgerin und im Anschluss wird sie examinierte Säuglingspflegerin. In dieser Zeit lernt sie ihre beste Freundin kennen, die Ordensschwester Ida. Diese Freundschaft hält über 30 Jahre bis zu deren Tod. Von 1935 bis 1947 arbeitet sie als Gesundheitsfürsorgerin in verschiedenen Einrichtungen, u.a. in Ludwigshafen am Rhein.

1946 nimmt sie als Autodidaktin an der ersten Kunstausstellung der Stadt Ludwigshafen nach dem Krieg im Don-Bosco-Haus teil – in „guter Gesellschaft“ mit Arbeiten von Otto Dill, Rudolf Scharpf, Ernst Graser und anderen bekannten Pfälzer Künstlern. Sie zeigt drei Aquarelle: „Kastanienblüten“, „Feldblumenstrauß“ und „Vor dem Gewitter“. 1947 entschließt sie sich dann zu einer Ausbildung an der Freien Akademie in Mannheim und besucht die Meisterklasse von Paul Berger-Bergner.

1950 heiratet sie Hans Stolp (geb. 1899), der als Prokurist in Ludwigshafen arbeitet und zieht in die Zeppelin Straße 36. Er unterstützt sie vorbehaltlos – nicht selbstverständlich in den 50/60ern: Fotografiert ihre Arbeiten, begleitet sie – selbst evangelisch und nicht praktizierend – zu den katholischen Gottesdiensten, fährt sie nach Paris, nach Lourdes, zum Marienwallfahrtsort La Salette-Fallavaux.

Trude Stolp-Seitz bei der Arbeit im Freien, mit freundlicher Genehmigung durch Silvia Köhler, Künstlernachlässe Mannheim, TSTS foto 3

Trude Stolp-Seitz hatte nie ein Atelier. Sie malt daheim, im Wohnzimmer und wo immer sie Platz findet. Alte SW-Fotos zeigen sie malend auf Reisen: in Italien, auf einer Wiese in der Schweiz, auf dem Kofferraumdeckel des Autos. Ihre frühen Arbeiten sind typisch für diese Zeit: Stillleben, Landschaften, Portraits – aber sie zeigen bereits eine gewisse Neigung zur Verformung, Verfremdung und Abstraktion.
Bis 1958 ist sie aber weiterhin in sozialen Berufen tätigt – oft ehrenamtlich, z.B. als Kinderdorfmutter. Erst danach widmet sie sich nur noch der Malerei und betreibt engagiert ihre Vermarktung. Sie hat jedes Jahr eine Ausstellung. Sie ist Mitglied bei der Gedok Mannheim-Ludwigshafen, der Künstlervereinigung „Anker“ in Ludwigshafen, dem BBK (Bezirksverband Bildender Künstler) und stellt in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in der Region aber auch überregional aus. Einige ihrer Arbeiten sind 1955/56 in einer Wanderausstellung der Gedok, „Contemporary Women’s Painting in Germany“, in Indien zu sehen.

Aus der Ausstellung bei BoConcept Mannheim: "An der Mauer", 2004
Aus der Ausstellung bei BoConcept Mannheim: „An der Mauer“, 2004

Bis Mitte der 60er Jahre bleibt sie dem Gegenständlichen in ihrer Malerei treu: Naturbilder, Stillleben, Portraits – oft im expressionistischen Stil. Dann ändert sie radikal ihren Malstil – was ihr anfangs viele Kritiken einbrachte. Das Gegenständliche verschwindet. Aber sie bleibt dabei und kehrt höchsten bei Ihren Tuschzeichnungen ab und zu ins Gegenständliche zurück. In ihren informellen Arbeiten geht sie souverän mit Farben und Formen um: „Sie folgt ihren eigenen inneren Energien, ihrer Konzentration. Ihre Bilder sind Dokumente ihrer Impulse, ihres Willens, ihrer Phantasien und Ihrer Fähigkeit, Phantasien zu bändigen“ (Christel Heybrock, 1983). Sie malt weiterhin viel. Man kann in ihren Arbeiten religiöse Themen sehen, muss es aber nicht. Manche haben entsprechende Titel, die meisten sind aber lapidar mit „o.T.“ gekennzeichnet. „Temperamentvolle Farbknoten, tastende Linien, schwingende Flächen, vibrierende Flecken…, es ist der tiefe Reiz dieser Bilder, dass sie den Betrachter frei lassen. Wer möchte kann sich seine eigenen Geschichten ausdenken…“ (Christel Heybrock, 2003).

Mit 77 Jahren (1990) zieht sie in das katholische Altenheim Maria-Scherer-Haus in Mannheim-Rheinau. Sie malt mit ungebrochener Schaffenskraft bis kurz vor ihrem Tode. Ihre Arbeiten schmücken dort auch heute noch Räume und Gänge.

Anmerkung: Der obige Text wurde am 04.07.2013 eingesetzt und stammt von Silvia Köhler.

Trude Stolp-Seitz, geboren am: 07.07.1913 in Mannheim, gestorben am: 14.10.2004 in Mannheim, eine Erinnerung aus Anlass ihres 100. Geburtstags am 7. Juli 2013.

Trude Stolp-Seitz
Trude Stolp-Seitz als Schwester im Waisenhaus in Ladenburg

Hinweis: Die Künstlernachlässe Mannheim zeigen vom 17. Oktober bis 5. Dezember 2013 Arbeiten von Trude Stolp-Seitz in den Räumen der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN), Dynamostrasse 7-11, 68165 Mannheim, Öffnungszeiten: Mo. – Do. 8:00 – 18:00 Uhr, Fr. 8:00 – 12:00 Uhr. ERÖFFNUNG um 19:00 Uhr

Es sprechen: Klaus Marsch (Hauptgeschäftsführer der BGN), Dr. Christel Heybrock (Kunstkritikerin), Silvia Köhler (Künstlernachlässe Mannheim)

Weitere Informationen: http://franzbellmann.de/?page_id=4770

Bilder von Trude Stolp-Seitz, übermittelt von Silvia Köhler (Künstlernachlässe Mannheim)↓

o.T., Öl auf Papier, ohne Jahr, 92 cm x 70 cm, gerahmt,Besitz: Künstlernachlässe Mannheim
o.T., Öl auf Papier, ohne Jahr, 92 cm x 70 cm, gerahmt, Besitz: Künstlernachlässe Mannheim

 

o.T., Öl auf Papier, ohne Jahr, gerahmt, 88 cm x 68 cm,Besitz: Künstlernachlässe Mannheim
o.T., Öl auf Papier, ohne Jahr, gerahmt, 88 cm x 68 cm, Besitz: Künstlernachlässe Mannheim

 

o.T., Öl auf Papier, ohne Jahr, 80 cm x 63 cm, gerahmtPrivatbesitz
o.T., Öl auf Papier, ohne Jahr, 80 cm x 63 cm, gerahmt, Privatbesitz

 

Trude Stolp-Seitz in den fünfziger Jahren bei einer Reise nach Italien
Trude Stolp-Seitz in den fünfziger Jahren bei einer Reise nach Italien…

Aristide Maillol

"Für  Maillol", der Maler un 1986, 140 cm x 110 cm, DSC05876
„Für Maillol“, der Maler und sein Modell, 1986, 140 cm x 110 cm, DSC05876, Preis auf Anfrage
"Für Maillol", ("Aus Liebe wird Freundschaft"), 1986, G32 (GP 30), 130 cm x 90 cm, DSC05412
„Grüsse an Maillol“, („Aus Liebe wird Freundschaft“), 1986, G32 (GP 30), 130 cm x 90 cm, DSC05412, Preis auf Anfrage

Der Maillol-Zyklus bietet lediglich zwei Werke und ist an Umfang der kleinste der vorliegenden Zyklen, DieRedaktion.

Bilder aus verschiedenen Materialien

»Das Schweinsohr«, WVZ 1204, 70 cm x 102,5 cm, 1996

»Terra Deponia«, WVZ 1186, 129 cm x 159 cm, 1995

»Arche Noah«, WVZ 1203, 90 cm x 100 cm, 1996

»Mein Eiland«, WVZ 1205, 177 cm x 177 cm, 1996

"Draht um einen gesprungenen Topf stricken", WVZ 1193, Foto Manfred Rinderspacher
„Draht um einen gesprungenen Topf stricken“, WVZ 1193, Foto Manfred Rinderspacher

»Draht um einen gesprungenen Topf stricken«, WVZ 1193, 56,5 cm x 101,5 cm, 1995

»Franz Bellmann’s Hausapotheke«, WVZ 1202, 120 cm x 150 cm, 1995/96

»Für Nina«, keine Daten

»Prometheus Ltd.«, WVZ 2386, 165 cm x 165 cm, 2004

»Ber Ball ist runder«, WVZ ?, 132,5 cm x 132,5 cm, 1997

Die Materialbilder wurden von Manfred Rinderspacher fotografiert, die Aufnahme mit rotem Turban stammt von Matthias Plath, DieRedaktion.

Das Glück kommt aus der Dose

Das Glück kommt aus der Dose

Titel/Zitat: Künstler Franz Bellmann erweckt in seinem Mannheimer Atelier Relikte des Konsums zu neuem Leben…Ein Bericht von Helmut Orpel in der Rhein Main Presse, Metropolregion, Wormser-, Lampertheimer- und Bürstädter Zeitung, bebildert mit einem Foto von Alfred Gerold, erschienen am Freitag, den 13. April 2012, DieRedaktion.

http://www.wormser-zeitung.de/region/rhein-neckar/meldungen/11861443.htm