Reisen ins Umland: KLOSTER LIMBURG / BAD DÜRKHEIM AN DER ISENACH

DSC06366Das Kloster: Eine Ruine. Ehedem Burg: Zur Machtausübung und Sicherung des Isenach-Tals. Dann Umwidmung: Abtei der Benediktiner. Somit das Kloster ca. 1000 Jahre alt. Heute: Restaurantbetrieb in der ehemaligen Sakristei, die Klosterschänke Limburg, dort Öffnungszeiten erfragen!

Anreise mit der Rhein Haardt Bahn, der heutigen Linie 4 der ÖPNV-Anbieter der Region Rhein-Neckar. Fahrzeit: Knappe Stunde, Radmitnahme möglich. Endstation am Bahnhofsplatz mit Wurstmarktbrunnen in Bad Dürkheim. Der sprudelt noch nicht, die Winzer sind in den Reben. Im September fliesst dann der Alkohol in Strömen. Nicht übel, so kommt man trockenen Fusses durch das Brunnen-Areal:

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Zur Orientierung: Wir gehen / radeln zum Friedhof. →Mannheimer-, →Römer-, →Kaiserslauterer Strasse. Unten DSC06346im Tal schäumt die Isenach. Längs der B 37. Wir suchen Ruhe. Das ewige Motorengeknatter, der Baulärm und die laute Musik aus den Blechkästen! Und der Dudelfunk in den Läden. Da kommt uns der Friedhof gerade recht. Ein Stück verlebte Welt. Gräber aus zwei / drei Jahrhunderten. Ein Ort nicht nur der Ruhe; Sauberkeit; Grabpflege (nicht alle Gräber werden betreut). Ein Sit-in in stiller Abgeschiedenheit. Keine Demonstration, kein Sitzstreik: Abkehr, Einkehr, bei sich sein und ein Frühstück ohne Störungen. Der Friedhofsgärtner schaute ganz entsetzt. Das lag wohl an meiner Kopfbedeckung, dem blau getupften Hut aus dem Warenhaus. Ich nahm ihn nicht ab, der Sonne wegen. Wenn wir schon vom Garten des Friedens berichten, dürfen Aufnahmen nicht fehlen↓:

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Die Wasserversorgung des Friedhofs ist noch abgestellt; wegen Frost und so.

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Oben: Aussegnungshalle, unten: Leichenhalle.

Wir verlassen Bad Dürkheim, na ja besser gesagt den örtlichen Komplex. Und radeln die Limburgstrasse hoch. Der Anstieg beschwerlich. Gelangen irgendwie zur K 6. Machen Station am Jugendhaus Limburgblick, PWV Seebach. Das Foto ganz oben – Klosterruine – stammt von dieser Aussichtsplattform. Zwei Aufnahmen von unterwegs↓:

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Zweites Frühstück, ’ne Stulle + ’nen Apfel, geschält, weil gewachst. Ländliche Ruhe, kein Verkehr auf der Kreisstrasse 6. Doch, ein Esslinger hält, kommt herbei, wünscht guten Appetit, ein Foto von der Limburg und schon ist er weg. Wir radeln weiter. Ein Bild kurz nach der kleinen Mahlzeit:

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Eine Kurve weiter die ehemalige Burg:

Ein Panorama zum gnadenlosen Schluss, was gäbe es auch noch mitzuteilen?

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Reisen ins Umland: DIE – KONRAD – ADENAUER – BRÜCKE

Nach der Kurt-Schumacher-Brücke nun konsequenterweise die Konrad-Adenauer-Brücke:

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So könnte es gehen: mit einer gusseisernen Arbeit – dem Schriftzug – den Bericht einleiten, wobei uns der Name des Künstlers / der Künstlerin leider zwischendurch abhanden kam. Da hilft uns demnächst bestimmt jemand weiter. Viel möchten wir nicht veröffentlichen, nur ein paar Sinneseindrücke von der Brücke selbst und der Umgebung: Also etwas Ludwigshafen und etwas Mannheim. Meist mit Rheinblick. Immerhin: die ersten Sonnenanbeter liegen an von Tulla gestalteten Gestaden (Bild 1), die Sicht rheinabwärts ist nur leicht getrübt (2), der Teufel (die Diablo) transportiert massig Metallschrott (3), das Verkehrsaufkommen ist enorm (4), die konstruktive Symmetrie der Brücken ebenso (5), das Mannheimer Schloss (6), die relativ neue Eisenbahnbrücke (7), der Transitverkehr (8), eine Bewegung ohne Ende (9), die Eleganz der Nietbauweise (siehe Eifelturm) und der geschweißten Konstruktionen (10), für tonnenschwere Lasten (11) und die herausgeputzte Strassenbahn (12)…

Ja, morgen verreisen wir wieder. Vielleicht über die Konrad-Adenauer-Brücke …

PHILIPPSBURG / RHEIN

Wir kamen über Waghäusel / Baden. Am Donnerstag, es war der 13. März. Schon im Zug fällt der Blick ‚uf‘ die Gebäude der Eremitage. Auf das ehedem von Südzucker genutzte Gelände. In der Ferne das AKW Philippsburg. Über die Landesstrasse 555 erreicht man die Zufahrt zum Kraftwerk:

Das Atomkraftwerk Philippsburg und der Hinweis auf den Betreiber: Energie Baden-Württemberg AG
Das Atomkraftwerk Philippsburg und der Hinweis auf den Betreiber: Energie Baden-Württemberg AG

Aber hallo, bitte der Reihe nach. Gemach. Gemach. Zuerst blicken wir mal auf Badens Geschichte: Die Eremitage Waghäusel! Ein Rückzugsort für Privatiers des 18. und 19. Jahrhunderts!? Auf dem Gelände der Eremitage widmete Waghäusel 1999Den Wegbereitern der Demokratie‹ ein von dem Speyrer Künstler Franz-Werner Müller-Steinfurth geschaffenes Denkmal. Denn am 21. Juni 1849 war Waghäusel Schauplatz einer Schlacht der Badischen Revolution:

Eremitage Waghäusel (Infos siehe Stadtarchiv Waghäusel)
Eremitage Waghäusel (Infos siehe Stadtarchiv Waghäusel)

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Eremitage für durchreisende Mitbürger...
Eremitage für durchreisende Mitbürger…

 

DSC06079Das von Südzucker im Jahr 1997 an die Waghäuseler verkaufte Gelände wird seitdem nach und nach einer industriell-wirtschaftlichen Nutzung zugeführt. Ein Südzucker Relikt befindet sich noch auf dem ehemaligen Besitz, Foto links. Das gesamte Areal ist momentan DSC06084ein ‚BAD DISTRICT PLACE‘, wie man ganz in der Nähe zu sehen und lesen bekommt. Eine Harley würde ich ja gerne mal fahren, bzw. unter dem Hintern haben. Die, die da am Haus hängt, ist wohl nie und nimmer einsatz- und fahrbereit. Schade, spüren wir doch bereits das Knattern unterm Popo: So unterschiedlich können Welten sein. Südzucker ist weg, eine Brache entsteht, ein paar Spezialisten sind dennoch unterwegs. Wir schätzen trotz allem unser Radl. Mit Zug, Rad und per pedes gelangt man fast überall hin. Und ist immer noch flott genug unterwegs. Und es bleibt einen reichlich Zeit für erblühende Natur↓:

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Nun ja, auf dem Weg zur Kraftwerksanlage ereignen sich Dinge, mit denen einer nicht rechnen konnte. Das Land Baden-Württemberg vertreten durch das Regierungspräsidium Karlsruhe baut im Rahmen des Integrierten Rheinprogramms unter Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland den Rückhalteraum ‚Polder Rheinschatzinsel‘, welcher sich in unmittelbarer Nähe des AKW’s befinden wird. Für den Moment sieht es an bestimmten Stellen des Philippsburger Altrheins so aus:

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Rheinschanzhof
Rheinschanzhof

Eine Art Reiseimpression, wie sie morgen bereits Vergangenheit sein wird. Die Welt sei im Wandel, heisst es. Der Mensch wandelt ebenfalls. Der wirft schon seinen Blick aufs nächste Ereignis: Hofgut Rheinschanzinsel bei Philippsburg. Man kommt nicht umhin,DSC06142 das Gut zu betreten. Jedenfalls finden sich keinerlei Verbotsschilder und die momentan ruhenden Bauarbeiter erheben keine Einwände gegen die Arbeit des Fotografen. Der befindet sich auf einem Abriss-, Umbau- und Sanierungsgelände. Der Text im Foto rechts ist die einzige Information zum Rheinschanzhof; dessen Mittelhof bereits geschliffen wurde, wie von Passanten zu erfahren war. Also machen wir uns auf Entdeckungsreise durch wacklige Gemäuer durch verrostete Eingänge. DSC06098Nix von Betreten auf eigene Gefahr, nun ja, so gefährlich ist es nun auch wieder nicht. Wir tragen festes Schuhwerk für Wanderer; und Kopfbedeckung als Sonnenschutz. Jedenfalls befindet sich auf der anderen Strassenseite zum Hofgut ein Kreuz der Erinnerung an einen im Strassenverkehr (?) Verunglückten. Vielleicht ein ehemaliger Beschäftigter des Hofgutes? Wir lassen beim Durchstreifen der längst verlassenen Räume alle erdenkliche Vorsicht walten und machen uns auf zu einer kurzen Zwischenreportage, zunächst mit Aussenaufnahmen vom Gehöft↓:

Die schlechten Lichtverhältnisse im Innern der Gebäude veranlassen uns, ab und zu zu blitzen↓:

Tagpfauenauge in Gefangenschaft
Tagpfauenauge in Gefangenschaft

Wir sind untröstlich, wir müssen die Gegebenheiten akzeptieren und überlassen den Edelfalter seinem Schicksal. So früh im Jahr unterwegs – soll ja vorkommen nach langer Winterpause – und schon dem Tod geweiht.

Was verbirgt sich im Innern des AKW's? Es gibt hochoffizielle Führungen!
Was verbirgt sich im Innern des AKW’s? Es gibt hochoffizielle Führungen!

Wir verlassen das geheimnisvolle Gehöft und radeln zur noch geheimnisvolleren Atomanlage, gesichert wie eine streng bewachte militärische Festung. Auf der anderen Seite der Fabrik, am Rhein, befindet sich ein Info-Point, öffentlich zugänglich, aber total abgeschottet vom Atomareal. Vom Leiter der Informationszentrale werde ich auf Führungen durchs Kraftwerk aufmerksam gemacht. Nach Anmeldung vor Ort erhielt ich folgende Benachrichtigung per E-Mail:

Sehr geehrte/ -r Herr Franz Bellmann, über Ihr Interesse an unseren Kernkraftwerken freuen wir uns und bestätigen Ihnen den Besuchstermin in unserem InfoCenter am 22.08.2014 von 09:00 Uhr bis ca. 13:30 Uhr. Das Programm umfasst:- Begrüßung, Vortrag zur Energiewirtschaft und zur Technik der Philippsburger Kernkraftwerke,- Fakultativ Videofilm „Strom aus Philippsburg“,- Besichtigung des Reaktorgebäudes, des Maschinenhauses und eines Naturzugnasskühlturmes, sofern die betrieblichen Belange dies zulassen, (festes, geschlossenes Schuhwerk ist zwingend erforderlich!),- Präsentation / Diskussion zur Zukunft der Energieversorgung in Deutschland. Die beigefügten Besucherlisten senden Sie bitte bis spätestens drei Wochen vor Ihrem Besuchstermin an uns zurück. Bitte beachten Sie, dass ein Betreten der Anlage nur mit gültigem Personalausweis / Reisepass möglich ist. Träger von elektronisch gesteuerten Implantaten (Herzschrittmacher, elektr. Insulinpumpe) können die Anlage leider nicht betreten.

Beigefügt erhalten Sie Informationsmaterial mit einer Anfahrtsskizze. Wir erwarten Sie zum vereinbarten Zeitpunkt im InfoCenter auf der Rheinschanzinsel bei Philippsburg. Freundliche Grüße, Team InfoCenter, EnBW Erneuerbare und Konventionelle Erzeugung AG, Rheinschanzinsel, 76661 Philippsburg, Telefon 07256 95¬14599; Telefax 07256 95¬12039, mailto:besichtigungen@enbw.com. Mehr über unsere Kraftwerke erfahren Sie auch unter: http://www.youtube.com/enbw. Schon gesehen? Die neue Seite der EnBW! Jetzt vorbeischauen: www.enbw.com…P. s.: Wirklich drucken? Sparen Sie pro Seite 250 ml Wasser, 5 g CO2, 15 g Holz und 50 Wh Energie. EnBW Erneuerbare und Konventionelle Erzeugung AG; Sitz der Gesellschaft: Stuttgart; Handelsregister: Amtsgericht Stuttgart; HRB Nr. 19353; Vorsitzender des Aufsichtsrats: Dr. Bernhard Beck; Vorstand: Dr. Wolfgang Eckert, Dr. Werner Götz, Dirk Güsewell, Jörg Michels, Volker Reinhard.

WIR sind so frei und nennen wichtige offizielle Verknüpfungen (siehe oben). Mag ja sein, dass noch jemand aus Mannheim mitgeht zur Besichtigung eines noch laufenden Fossils aus vergangenen energetischen Zeiten. Der Druckwasserreaktor ist zurzeit in Betrieb, der Siedewasserreaktor wurde abgeschaltet. So sagte man.

Im Info – Center hatten wir FotografierErlaubnis. Hier ein Blick in die Räumlichkeiten und auf einige Exponate:

Wir betrachten die Fabrik von aussen, ohne Kommentare:

Bevor wir nach Germersheim radeln noch ein Blick auf die landschaftliche Gegend:

Die Rheinbrücke nach Germersheim bedeutet: WIR sind am Ende unserer Kräfte. Den Überweg vor uns: Uns schlottern die Knie und nicht nur die.

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Da reicht es uns, auf Wiedersehen…

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Schriftwechsel per E-Mail, Eingang am 07.08.2014, eingesetzt am 18.08.2014⇓:

Sehr geehrter Herr Bellmann

Laut unserem Reservierungsplan hatten Sie sich für eine Betriebsbesichtigung im Kernkraftwerk Philippsburg am 22.08.2014 angemeldet. Leider ist bei uns dazu bisher noch keine Besuchermeldeliste eingegangen, ohne die eine Besichtigung nicht möglich ist.

Sollten Sie noch an einer Besichtigung an dem Datum interessiert sein, bitte ich Sie, die beigefügte Liste umgehend ausgefüllt zurück zu senden, da sonst eine Anlagenführung nicht möglich ist.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. Christian Milker M.A.
Infozentren und Besucherführungen
EnBW Infocenter Philippsburg

EnBW Energie Baden Württemberg AG
Kernkraftwerk Philippsburg                             
Rheinschanzinsel
76661 Philippsburg

Telefon 07256 95-14593; Telefax 07256 95-12039 
mailto:c.milker@kk.enbw.com
www.enbw.com/kernkraft

Auf geht´s: Gemeinsam Energie neu denken!

Hier und jetzt. Im Energiewende-Blog:

www.dialog-energie-zukunft.de

PWirklich drucken? Sparen Sie pro Seite 250 ml Wasser, 5 g CO2, 15 g Holz und 50 Wh Energie.

EnBW Energie Baden-WürttembergAG

Sitz der Gesellschaft: Karlsruhe, Registergericht Mannheim, HRB Nr. 107956

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Dr. Claus Hoffmann
Vorstand: Dr. Frank Mastiaux (Vorsitzender), Dr. Bernhard Beck, Thomas Kusterer, Dr. Dirk Mausbeck, Dr. Hans-Josef Zimmer

<Besuchermeldeliste 2EB.doc>

Antwort am selben Tag, 5 min später⇓:

Sehr geehrter Herr Milker,

danke für die Erinnerung.

Ich teile Ihnen mit,

dass sich die Angelegenheit

für mich erledigt hat.

Mit freundlichen Grüssen

Franz Bellmann

H 7, 24

68159 Mannheim

0621-3974 9958

www.franzbellmann.de

franz.bellmann@mac.com

 

WISSEMBOURG / FRANCE

Wissembourg im Mittelalter auf einem Info-Schild...
Wissembourg im Mittelalter auf einem Info-Schild…

Fantasien unbegrenzt, moyen âge, Ritterspiele, wehrhafte Burgen und Schlösser, von Gott begnadete Familien, darunter wohl auch Übel- und Gewalttäter, Religion und Untergang, Tod und Teufel, Maria hilf… Im Umland der Deutschen Rhein-Neckar Monopol-Region MA-HD-LU regiert das Mittelalter. Zumindest äusserlich und aus der Ferne betrachtet. Die alten Meister und Steinmetze versprühten originelle Baulust, deren simples Pendant wir in betonierten Bettenburgen nicht nur im Spanien der Neuzeit bewundern können; steinreich und bettelarm: gemacht aus Sand, Kies und Zement.

Wissembourg protzt geradezu mit Denkmälern mittelalterlicher Baukunst. Die Neuzeit gruppiert sich an der Stadtperipherie. Wenig ansehnlich, da braucht man nicht zu fotografieren. Selbst das Erkunden mit dem Rad bringt keine Freude.

DSC05986Wir konzentrieren uns aufs alte Wissembourger Zentrum. Auf den Ort der Vergangenheit. ‚Moderne‚ filmten wir in letzter Zeit zur Genüge. Mal zurückblicken. Gegenwart ist permanent. Zukunft undefinierbar, nur zu ahnen. Da haben wir mit der Vergangenheit festen historischen Boden unter den Füßen. Das stabilisiert die Position. Wer residiert nicht gern in Burgen und Schlössern, und Kirchen! Es soll ja Künstler geben, die Kirchen als Atelier nutzen. Wie nennt sich das: Umwidmung. Das ist weniger ein rechtliches, denn ein Finanzproblem. Wer hat, der kauft. Der kauft sich eine Kirche. Und schmeisst darin eine Künstlerfete nach der anderen. Den Göttern der Kunst zu Ehren.

Der grundsätzliche Wesenszug Wissembourgs zeigt sich in der Französischen Gemütlichkeit, im Laissez-faire der Zeitläufte. Es herrscht Ruhe. Nur das Rauschen der Lauter ist zu hören (es kommt immer drauf an, wo man sich gerade befindet):

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Die Stille erfahren wir ganz deutlich über den Dächern von Wissembourg:

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Bekannt sind die stillen Orte der Kirchen, vor allem, wenn kein Gottesdienst stattfindet und keine Orgel dröhnt:

Bei den vier Abbildungen↑ werden Motive der Abteikirche St. Peter und Paul aus dem 13. Jahrhundert gezeigt. Die Anwohner des Örtchens huldigen dem Motto: ‚In der Ruhe liegt die Kraft‘. Man muss sie nur erwecken! Malerei und Bildhauerei bieten reichlich Potenzial für Erweckungen aller Art: z. B. Sammler werden! Es lebe die Kreativität!!!

Rue de la République
Rue de la République

Spannend für Touristen: Öffentliche Toiletten. Die gibt es im Ortsinnern ausreichend, mit entsprechender Hinweisbeschilderung. Frei zugänglich – weil kostenlos – und sauber und gepflegt. Da erinnert der Reisende Pariser Verhältnisse. Bei uns in Deutschland gehören solche WCs vergangenen städtischen Angeboten an. Auf bildliche Äusserungen wird – trotz aller Reinheit – hier gerne verzichtet.

DSC05957 - Arbeitskopie 2Wir widmen uns lieber den ‚remparts‘, dem Stadtmauer-Ring. Mit seinen Pulvertürmen (aus heutiger Sicht besser: Türmchen) und Magazinen; auch die Lauter hatte da wohl im Mittelalter eine Schutzfunktion inne. Sie um- und durchfliesst das Städtchen in Schlangenlinien und künstlichen Wasserkaskaden und macht den Ort zu einen lieblichen Flecken Erde. Ein äusserst malerischer Punkt: Die ehemaligen Walck- und Obermühlen!!!↓

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Wir bleiben noch für ein paar Aufnahmen an der Lauter (In den Auen) … ↓:

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… bevor wir zur Stadtmauer und den Magazinen (wo meist erbittert gekämpft worden sein muss!) zurückkehren↓:

Die Welt ging nicht unter, trotz eines martialischen Mittelalters, selbst die vielfach und vielerorts auftretende Pest konnte uns nichts – ausser vielen Toten – anhaben. Die Menschheit musste durch Kriege und Krankheiten hindurch, und wird es auch in Zukunft müssen. Da erfreut man sich der Überreste aus weit vergangenen Zeiten, dazu eine Fotostrecke aus Wissembourgs Kernzone:

Damit sei’s genug, vielleicht fahren wir im Hochsommer wieder hin, wenn die meisten Französischen Einwohner an der Côte d’Azur in Ferien sind, und die Deutschen Urlauber eventuell das Regiment übernommen haben.

Am 10.09.2014 durchradelten wir Wissembourg von Hinterweidenthal kommend auf dem Weg nach Lauterbourg erneut, hier sieben Aufnahmen gemacht während der Vorbeifahrt, alle Motive entlang der Lauter⇓:

Wir melden uns, sobald wir neues Material haben, DieRedaktion …

Reisen ins Umland: EBERBACH / NECKAR

So ein Quatsch. Für was denn? Wo ist der Sinn? Der Zeitvertreib eines Pensionärs? Schöner Reisen mit dem Regionalexpress der Deutschen Bahn AG! 38 Minuten ab Mannheim Gleis 10b bis Eberbach am Neckar über Heidelberg. Sehr flott eigentlich. Die Abgase eines industriell dominierten städtischen Raumes eintauschen: Schon in der Rheinebene wandelt sich die Atemluft. Das ist selbst im offenen Zugabteil zu spüren. Im Odenwald ist sie fast Cortison geschwängert. Frisch, so frisch, Ankunft in E.: 09.13 Uhr…Ein Regionalbahnhof:

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Die Kleinstadt ruht. Nur Türme zeigen sich. Einige, wir sind nicht in Rom. Vorbei fließt der Neckar, nicht die Seine, nicht der Tiber. Baden gehen im Neckar möchte ich nicht. Nicht mal im Sommer. Eher in den klaren Wassern seiner quirligen Zuflüsse: Pleutersbach / Klingenbach / Seitelsgrund.

Eberbach, wie nur komme ich auf Eberbach? Der mickrige Neckar besitzt hier einen hohen Stellenwert: Schifffahrt, Warentransport, was noch? Schießanlagen. Neckarwege für radsüchtige Wanderer und Mountainbiker. Von der Quelle zur Mündung und zurück. Schleusen. Wasserwirtschaft. Kunst, sakrale Kunst in jedem Ort entlang der Wasserstrasse. Holz- und Forstwirtschaft, keine Treidler mehr. Der Künstler Waldemar Schröder erinnert mit einer an Willy Brandt ähnelnden Bronze dies Gewerbe des Treidelns am Neckar:

Eberbach war ein zentraler Ort des Treidelns am Neckar. Die Schifffahrt beendete diese Transportweise.
Eberbach war ein zentraler Ort des Treidelns am Neckar. Die Schifffahrt beendete diese Transportweise.

 

Detailaufnahmen:

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Dieses Denkmal wäre einer professionellen Fotografie würdig. Nur wie, wenn hinten Caravans stehen, zuviel Grün und Himmelblau. Freistellen die einzige Möglichkeit, der Arbeit gerecht zu werden. Existieren Aufnahmen vom Arbeitsprozess? Gießerei? Von den Entwürfen? Am besten wären Fotos aus der Zeit der Treidler. Das Ende der Treidlerei muss mit der Erfindung der Fotografie zusammen gefallen sein. Ein Glücksfall? Der Neckar bietet mehr Fragen als Antworten.

Kunst:

Das Örtchen besitzt so seine Reize. Fachwerk reichlich. Leerstehende Läden reichlich. Einen klitzekleinen Skulpturenweg, der vergangenen Berufen huldigt. Die Treidler dominieren diesen Pfad. Und ein Steinhauer- und ein Reifschneider-Denkmal zieren den Ortsrand nahe am Neckar. Dazu eine weitere Plastik: Die Rindenklopferin. Alles realisiert vom Bürger- und Heimatverein Eberbach e.V. in den letzten Jahren:

Im Ortskern ein Antiquariat und bewundernswerte Schaufenstergestaltung:

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Wir lassen das mit der Kunst und widmen uns anderen Dingen. Fachwerk: ein herausragendes Faktum dieser abgelegenen Kleinstadt im Neckartal. Die Menschen nicht minder. Der Typ mit dem Vogel, seinem Papagei, den er voller Stolz spazieren trägt. Vogel heißt er, Peter Vogel; so zumindest hat er sich vorgestellt. Egal nun, Peter Vogel wird er genannt: Der Typ mit dem Vogel, dem Papagei:

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Der Peter, der wär‘ doch was für die Mannheimer Fußgängerzone. Zumal der Papagei äußerst gerne parliert – er plappert in einem fort – und die Deutsche Sprache wie kaum ein anderes Tier beherrscht. Eine wahre Vogelsche Zuchtrarität!

Manche Hausfassade zeigt sich ähnlich gesprächig:

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Schwierig mit den Fassaden, mit den drei vorgestellten Häusern reicht’s mir. Fotografisch gesehen. Diese Verzerrungen in den Bildern passen mir überhaupt nicht. Vielleicht mal in einem gegenüberliegenden Haus läuten. Vielleicht lässt mich ein Bewohner zu sich in die Wohnung im ersten, zweiten Stockwerk. Da ließen sich gerade Linien produzieren. Was für ein Aufwand. Ein entsprechendes Fotoprogramm könnte Wunder wirken. Egal, im Grunde haben wir nix gegen Schräges. Soll Fassaden fotografieren, wer’s kann. Wir wollen ein bisschen innerstädtisches Gebäude-Flair mit der schnellen Datenautobahn verbreiten, mit dem, was uns so über den Weg läuft. Am Ausgang des Winters nicht so einfach, die Wärme fehlt, die Sonne, das Grün und die Farben der Gärtner, wir bemühen uns! Vor dem Hotel zum Karpfen zum Beispiel befand sich eine randvolle Baumulde, die wollten wir nicht. Im Sommer sitzt der Mensch vor dem Herrschaftsgebäude und genießt das Leben. Unter Schirmen. Mit Charme und ohne Melone. Oder doch? Mit einem Melonen-Shake?

Da wir von Bauwerken trotz allem nicht genug bekommen, müssen wir uns dem Sakralen hingeben. Da beginnen wir gleich mit der Kath. Pfarrkirche  ST. JOHANNES NEPOMUK, Seitentüre offen…

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Ein kurzer Blick ins Innere des Gotteshauses:

Orgelspiel in der Kath. Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk
Orgelspiel in der Kath. Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk

 

Und da es in unserem Deutschland mindestens zwei grosse Kirchengemeinden gibt, darf ein Besuch der Evangelischen Michaelskirche (Pfarrerin Kaltenbacher) nicht ausbleiben:

Blick auf den Turm der Michaeliskirche vom Neckarweg, den wir gleich entlang radeln werden, Richtung Hirschhorn / Ersheim...
Blick auf den Turm der Michaeliskirche vom Neckarweg, den wir gleich entlang radeln werden, Richtung Hirschhorn / Ersheim…

 

Das heißt, voller Wehmut kehren wir der Stadt den Rücken und entschwinden per Rad bei 9°Celsius längs der grauen Fluten eines zurzeit friedlichen Flusses. Zum tränenreichen Abschied drei Impressionen aus E.:

Wir überqueren den Neckar (L 595) und beradeln ab der Rudergesellschaft 1899 e.V. den Neckartalweg nach Ersheim. Laut Google Maps verschwindet der Radwanderweg in Höhe der Eberbacher Strasse (noch L 595) im blauen Neckar. Überflutung oder einfach nur geografischer Mist? Die Realität befährt man am 01.03.2014 trockenen Reifens!

Ich wollte ja so gern noch eine Kleinigkeit über das Eberbacher Stadtwappen schreiben, vergessen wir den Keiler und den wellig gestylten Fluss. Eine Bache mit ihren Frischlingen stünde der Stadt eh besser zu Gesicht, da freuten sich die Schützen, die bei Seitelsgrund-Moosklinge eine Schiessanlage betreiben, selbst Fahrzeuge aus KA können dort gesichtet werden. Eine Knallerei bis zum Gehtnichtmehr und der Widerhall ist noch schlimmer. Man ballert auf aufgelassene Gesteinsformationen, Überbleibsel der Steinhauer und Metze. Hinter der nächsten Kurve kehrt Gottlob wieder Odenwälder Ruhe ein. Auf ein Foto verzichteten wir, sonst wären ich erschossen worden.

Schwertransport auf dem Neckar:

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Die Wacht:

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Dieser Schreiberling ist ein Wachtelkönig und hat einen orthografischen Schlag weg… Besser wäre eine schöne Wächterin, man sänge ihr ein Wächterlied wie zu Zeiten von Walther von der Vogelweide… Da käme es auf der beschützten Wiese gewiss sofort zum mittelalterlichen Liebesakt. Im Sommer: und die Zecken schrieen vor Glück!

Erbacher Aufschlüsse:

Schnöder Beton beendete  die Verarbeitung des Natursandsteins zu nahezu 100%...
Schnöder Beton beendete die Verarbeitung des Natursandsteins zu nahezu 100%…

 

Holzeinschlag:

Waldarbeiter-Idyll: im Hintergrund mein Villiger-Rad...
Waldarbeiter-Idyll: im Hintergrund mein Villiger-Rad…

 

Verkehr:

Ein Tunnel, eine Strasse, kein Auto...
Ein Tunnel, eine Strasse, kein Auto, kein Schiff…

 

Hirschhorn / Neckar (Ersheim) nähert sich in Form eines Friedhofes und der Katholischen Kirche St. Nazarius und Celsus (Ersheimer Kapelle) in abseits gelegener Ruhe und Stille:

Angetan von innerer Ruhe radeln wir zum Hirschhorner Stau- und Kraftwerk aus dem Jahr 1933; die Victus wird samt Wasser gerade abgelassen:

Da fällt der Blick zurück ins Mittelalter:

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Gewiss, nach Eberbach und dem anstrengenden Radwandern mangelte es an Kraft und Konzentration. Wäre Hirschhorn doch einer genaueren Foto-Untersuchung wert gewesen. Da muss ein weiterer Tag eingeplant werden. Das schafft allerdings logistische Schwierigkeiten: Der Regionalexpress (RE) hält nicht in Hirschhorn. Mit der Karte ab 60 ist der RE noch die schnellste Verbindung ins Neckartal. Alternativ S-Bahn ab MA² mit allen Haltestellen beziehungsweise erneut wie heute den RE bis Eberbach und mit der S-Bahn eine Station zurück nach Hirschhorn. Ach wie spießig und schizophren. Wenn ich Knete hätte wie Putin – auch er wird sterben – nähme ich den Helikopter und würde an den Kufen Freiübungen veranstalten. Die Eberbacher würden meinen, er habe einen Vogel wie der Vogel-Peter. Putin geht als Zar in die russische Geschichte ein, schade nur, dass er nicht europäisch denkt, war er wohl einst in Berlin stationiert – muss er da heute den Freibeuter geben? Nicht erst seit der Orangenen Revolution ist das Gezerre um die Vorherrschaft in diesem Teil der Welt in Gang. Europäisierung des Ostens bis zur Halbinsel Kamtschatka – was für ein Alexander der Große der EU brächte das wohl fertig – oder russisch-zaristische Machthaber bis nach Den Haag und Lissabon und Paris??? Das packt auch Putin nicht!!!

Tod durch Tarifumstellung

Die Kripo (Sab + Mat) macht sich Sorgen um des Künstlers Leben
Die Freundin Sab + Freund Mat machen sich Sorgen um des Künstlers Leben: Er geht nicht ans Telefon und antwortet nicht auf E-Mails

 

09. Januar 2014

Sab.: Hey

Sab.: Was machst du morgen Abend?

Mat.: Ich weiss noch nicht. Wolltest Du nicht mit dem Franz ins TiG7?

Sab.: Ja, dachte mir du kommst mit oder wir könnten danach zu dritt was trinken gehen. Interesse?

Mat.: Gute Idee, dir Veranstaltung ist scheinbar ausgebucht. Trinken komm ich gern.

Sab.: Freutich

Sab.: Freut mich:-)

Sab.: Weiss nur nicht wann das Theater rum ist.

Mat.: Ich komm dann schon, halte mich in der Nähe auf.

Sab.: Ok, bis morgen

Mat.: Ich glaube das es doch noch Karten gibt, also treffen wir uns am TiG 7. Schlaf gut und träume was Schönes

10. Januar 2014

Sab.: Guten Morgen! Schön, dass Du mitgehst.

Sab.: Ich erreiche Franz telefonisch nicht und er antwortet auch nicht auf meine Mail. Hast du was von ihm gehört?

Mat.: Ich habe den Franz gestern Abend leider auch nicht erreicht.

Sab.: Seltsam. Vielleicht liegt er tot in seiner Wohnung, von Mäusen angenagt.!!!

Mat.: Seltsam stimmt, mache mir auch ein wenig Sorgen.

Sab.: Ok, bis später.

Sab.: Weißt du wer seinen Zweitschlüssel hat?

Sab.: Ich hatte mal die Hutmacherin vorgeschlagen. Weiß aber nicht wie er entschieden hat.

Mat.: Leider hst keiner mehr den zweitschlüssel. Eventuell Briefkasten? Wollte er machen. Ich rufe so gegen 17:00 seine Schwester an.

Sab. (18:21 Uhr): Hast du was in Erfahrung bringen können?

Mat.: Noch nicht, fahre jetzt schon mal los und peile die lage. Anschließend rufe ich bei seiner Schwester an.

Sab.: Bin auch von Neckarau aus auf dem Weg.

Sab.: Bin gleich da und du?

Mat.: Auch

No Service
No Service

 

Übrigens: Dies ist/war unser 300. Artikel, der Text ist authentisch wiedergegeben, DieRedaktion.