Kunst im Facharztzentrum – Hedda Schermer – Malerei

Bilder von Hedda Schermer im Flur der pneumologischen Praxis, Foto René van der Voorden,
Hedda Schermer, Portrait-Aufnahme von Dieter Hoffmann

Hedda Schermer – Biografie

1979: Beginn ernsthafter Auseinandersetzung mit Kunst und kontinuierliches Erarbeiten der verschiedenen Zeichen-, Mal- und Drucktechniken in den Werkstätten des BBK Mannheim, dann Sommeraufenthalt Malschule Patmos, Griechenland – Winterakademie „Zwischen den Jahren“, BBK Mannheim – internationale Zeichenwochen in La Herradura, Andalusien – zahlreiche Studienreisen nach Südfrankreich und Italien – Sommerakademie im Campo Altissimo, Azzona, Italien – Kunstakademie Bad Reichenhall

seit 1985: Mitglied der freien Künstlergruppe „Die Zeichner“ und Beteiligung an deren regelmässigen Jahresausstellungen

1985-2011: Teilnahme an zahlreichen weiteren Gruppenausstellungen, u. a. in Mannheim, Andalusien, Göllheim, Eisenberg, Donnersbergkreis, Buchen …

2009: Mitwirkung beim Kunstprojekt „Raumgestaltung Ostpreussenstrasse“ in Ludwigshafen/Rhein im Rahmen des Kultursommers 2009

Einzelausstellungen

2002: Acrylbilder – Wachenheim, Kulturkneipe Badehaisel

2006: natur – nature morte – Mannheim, Kulturtreff Altes Rathaus Feudenheim

2007: Malerei – Neustadt/Wstr., Mehrgenerationenhaus

2008: Markt der Genüsse – Mussbach, Im Herrenhof

2009: Annäherungen – Mannheim, ClubARTE Galerie im Moll-Gymnasium

2010: Aktmalerei – Mannheim, Kulturtreff Altes Rathaus Feudenheim

Kontakt: Hedda Schermer, E-Mail: heddaschermer@web.de

Begrüssung: Dr. Christine Trainer, die Einführungsrede sprach Dr. Stephan Trainer

Dr. Christine Trainer, Hedda Schermer, Dr. Stephan Trainer bei der Ansprache, Foto René van der Voorden

Sehr geehrte Gäste, liebe Freunde!

Mannheim scheint ein künstlerisch sehr fruchtbarer Boden zu sein. Von den bisher hier ausstellenden 15 Künstlern lebt etwa die Hälfte in dieser Stadt. Und ich freue mich ganz besonders, dass wir Ihnen mit Hedda Schermer auch heute wieder eine Mannheimer Malerin präsentieren dürfen.

Hedda Schermer, Ausstellungseröffnung in der pneumologischen Praxis, Foto René van der Voorden

Aus ihrem vielseitigen graphischen und malerischen Werk hat die Künstlerin für die hiesige Ausstellung eine Auswahl von Landschaftsbildern und Stillleben zusammengestellt, die ihr Schaffen und ihre Meisterschaft auf diesen Themengebieten beispielhaft repräsentiert.

Seit 1979 ist Hedda Schermer wie sie es selbst ausdrückt „ernsthaft“ künstlerisch tätig. Seither hat sie ihr Können in zahlreichen Akademien, Kursen und Workshops im In- und Ausland stetig erweitert. Mittlerweile kann sie auch auf eine umfangreiche Liste von Gruppen- und Einzelausstellungen ihrer Werke zurückblicken.

Hedda Schermer lebt zwar in Mannheim, sie arbeitet aber an vielen Orten, denn sie malt am liebsten „nach der Natur“. „Nach der Natur“ bedeutet hier nicht eine detailgetreue Abbildung wie zum Beispiel im Fotorealismus. Vielmehr begibt die Künstlerin sich in die Landschaft, um vor Ort deren Wesen zu erfassen und auf der mitgebrachten Leinwand festzuhalten, sozusagen die Natur der Natur einzufangen. Die künstlerische Leistung liegt hierbei darin, den subjektiv empfundenen Charakter der mit fünf Sinnen wahrgenommenen dreidimensionalen Landschaft mit all ihren Geräuschen, Gerüchen und Gefühlen auf die zweidimensionale Leinwand zu bannen und wiederzugeben. Diese Art der Darstellung ist eine impressionistische. Nicht von ungefähr nennt Hedda Schermer daher auch den grossen Paul Cézanne, wenn man sie nach den stärksten Einflüssen auf ihre künstlerische Entwicklung fragt. In der Tat stellt man bei der Betrachtung der Bilder eine Art Seelenverwandtschaft mit Cézanne fest. Die Künstlerin hat das Glück, Cézannes grossartigen Blick auf und vor allem in die Landschaft zu teilen. Dabei ist sie weit entfernt von Epigonentum, ihr Werk ist eigenständig und authentisch.

Foto Hedda Schermer

Die Landschaftsbilder dieser Ausstellung sind grob thematisch gruppiert. Im Eingangsbereich Motive vom Thumsee bei Bad Reichenhall mit meinem persönlichen Lieblingswerk, der Weide am Wasser. Im kleinen Wartezimmer sehen Sie Bilder aus der Pfalz, im vorderen Flurbereich den Schwangau in Winter und Sommer und im hinteren Bereich ist Südfrankreich zu finden.

Foto Hedda Schermer

In all diesen Bildern erschliesst sich mir der typische Charakter dieser Landschaften, wie die Künstlerin ihn empfindet, zwanglos und unverwechselbar, jedoch ohne jegliche wohlfeile Landschaftsromantik!

Was aber macht nun eine Künstlerin, die am liebsten in der Landschaft malt, bei schlechtem Wetter? Genau! Sie malt zuhause. Dann schlägt die Stunde der kleinen Dinge! Gegenstände aus der häuslichen Umgebung erheischen die Aufmerksamkeit der Künstlerin. Es entstehen Stillleben, in denen meist auf den ersten Blick unscheinbare Dinge mit behutsamer Lichtgebung in ihrer schlichten Schönheit und man ist fast versucht zu sagen „Würde“, effektvoll in Szene gesetzt werden.

Die Protagonisten dieser Stillleben haben in den Bildern selten Konkurrenz. Hintergrund und Umgebung sind meist schlicht gehalten, damit der „Star“ ungestört sein Wesen zur Schau stellen kann. Beispiele finden Sie im grossen Wartezimmer und im hinteren Gang.

Zuletzt möchte ich Sie noch auf die ausgelegten Skizzenbücher der Künstlerin hinweisen. Sie haben mir guten Einblick in die Schaffensweise von Hedda Schermer ermöglicht und ich empfehle sie Ihnen sehr. Sie finden dort Skizzen, Entwürfe, Ideen, Fertiges, Unfertiges und manches nicht gelungenes Experiment, jedoch alles immer hoch interessant.

Ich wünsche der Künstlerin noch viele schöne Tage für die Landschaftsmalerei, aber auch genügend Regentage für die Stillleben und Ihnen viel Vergnügen beim Betrachten der Werke.

Hedda Schermer im Gespräch mit Gästen, Foto René van der Voorden

Infos: Ausstellung Hedda Schermer vom 03.03. – Ende Mai 2012, Besichtigung zu den Öffnungszeiten der Praxis:

Ärzte am Neckar, Fachpraxis für Pneumologie und Allergologie, Dr. Christine Trainer, Collinistrasse 11, 68161 Mannheim, Telefon 0621-120 28-62, http://pneumologie.aerzte-am-neckar.de/, dr.trainer@aerzte-am-neckar.de

(Textabschrift der Ansprache mit freundlicher Genehmigung durch Dr. Stephan Trainer, Fotos mit freundlicher Genehmigung durch René van der Voorden, wir haben uns entschlossen, diesen Ausstellungsbericht als Faktenschleuder zu konzipieren: Ansprache, fotografische Bebilderung, Infos, DieRedaktion, http://franzbellmann.blogsite.org/franzbellmann/)

Unser Artikel wurde von Metropolnews am Montag, den 05.03.2012 um 10:34 Uhr übernommen, DieRedaktion.

NEU – NEW – AUSSTELLUNG:

Liebe Kunstfreunde,,

wir haben wieder neue Bilder, und unsere Praxis hat sich verwandelt! Das

muss man sich anschauen !

Ich lade sehr herzlich ein zur Vernissage „Harmonische Gegensätze

Gegensätzliche Harmonie“

Von Hedda Schermer und Geo Setzer.

Ich freue mich über ein Wiedersehen

Herzliche Grüße

Christine Trainer

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Facharztpraxis für Pneumologie und Allergologie, Ärzte am Neckar, Collinistraße 11 68161 Mannheim, Telefon: 0621 – 120 28-0 pneumologie@aerzte-am-neckar.de, Ihr Ärzteteam: Dr.Bossert, Dr.Gordt, Dr.Pierro-Löbelenz, Dr.Trainer

Harmonische Gegensätze#Gegensätzliche Harmonie: Hedda Schermer / Geo Setzer, Malerei und Zeichnung. Zur Eröffnung der Ausstellung in der Fachärztlichen Praxis für Pneumologie und Allergologie am Samstag, 18.Oktober 2014 um 17:00 Uhr laden wir Sie, Ihre Familie und Freunde herzlich ein. Es begrüßt Sie Frau Dr.Christine Trainer, die Laudatio hält Herr Stephan Trainer. Die Ausstellung ist bis 7.März 2015 zur Praxiszeit geöffnet.

Zum Schluss eine kleine Anmerkung: Wir veröffentlichen grundsätzlich nur jene Kommentare, die personell eindeutig und ohne Prüfung (z. B. in Hinblick auf Werbung) zuzuordnen sind. Nicht identifizierbarer Kommentarschrott landet im Nirwana-digital. DieRedaktion.

Jazzportraits von Manfred Rinderspacher

 

Von oben links nach unten rechts: Craig Harris, Chet Baker, Al Foster, Joe McPhee, Branford Marsalis, Charles Lloyd, Michel Petrucciani.

Von oben links nach unten rechts: Dino Saluzzi, Nailah Porter, Dee Dee Bridgewater, John Betsch, Sun Ra, Miles Davis, Sonny Simmons, Sonny Rollins.

DieRedaktion bedankt sich sehr beim Jazz-Portraitist und Pressefotografen Manfred Rinderspacher für die Aufnahmen, die er uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. DieRedaktion ist bemüht, weitere klärende Gespräche mit ihm zu führen, damit wir letztendlich einen kompletten Artikel zu seiner Arbeit veröffentlichen können. Wir freuen uns auf weitere Fotos von Manfred. Alle Aufnahmen unterliegen dem Copy-right und bedürfen zur Verwendung einer schriftlichen Erlaubnis, DieRedaktion.

Portraits von Mat

Wir veröffentlichen peu à peu Fotos von Matthias Plath, sobald uns die entsprechenden und notwendigen Freigaben der porträtierten Personen vorliegen. Das erfordert einigen Aufwand, z. B. an Recherchen, u. U. Bildbearbeitungen, etc., weshalb wir die uns geneigten BesucherInnen um etwas Geduld und Nachsicht bitten; viel Freude beim Betrachten der Aufnahmen jedenfalls wünscht: DieRedaktion.

Ausstellung in Mannheim: Kulturtreff Altes Rathaus e. V., im Frühjahr 2001

Manfred Rinderspacher begleitete als Fotograf die Geschehnisse rund um die Bronzeskulptur „Baas Kathrin und Vetter Schorsch“ auf dem Rathausvorplatz in Mannheim-Feudenheim. Berichte folgen, DieRedaktion.

„Dosen als Kunstobjekte“ – F. B. in Ma.-Feudenheim, MM vom 14.03.2001, Bericht Sibylle Lauth…

Was haben ein Mannheimer Künstler und ein Bundesumweltminister gemein? Warum erscheint Jürgen Trittin ausgerechnet zu einer Vernissage in Ma.-Feudenheim?…Doch liess die Antwort nicht lange auf sich warten: Es müssen die Dosen sein, die sich auf dem sonst so idyllischen Platz mit der Skulptur „Vetter Schorsch und Baas Katrin“ von Professor (DieRedaktion) Karl-Ulrich Nuss auftürmen, zerbeulte, verrostete Getränkebüchsen, …über den Ziehbrunnen und die Skulptur trapiert. Hat sich da jemand seines Hausmülls entledigt?…(Der sehr umfangreiche Bericht liegt uns vor, DieRedaktion.)

MM in der obigen Ausgabe: „Saubermachtag“ in Seckenheim, Vereine fanden jede Menge Flaschen und viel Hundekot: Vertreter von örtlichen Vereinen und Organisationen,…fanden sich in diesem Jahr wiederum zum gemeinsamen Seckenheimer Saubermachtag zusammen. Ziel war es, Müll… zu beseitigen…aber leider gab es in diesem Jahr wieder viel zu tun, denn die Mitverantwortung für die Umwelt und das Wohn- und Lebensumfeld ist bei einigen Bürgern (genauer vielen, DieRedaktion) offensichtlich unterentwickelt…Draussen an der Autobahn und beim Spielplatz im Wäldchen…lag der Dreck massenweise herum…Auffallend viele Flaschen und Getränkedosen mussten eingesammelt werden…(Alles weitere bei uns, DieRedaktion.)

MM ebenda: Dosenmaxe gesellen sich zu Kathrin und Vetter Schorsch: Mannheimer Künstler Franz Bellmann regt mit Ausstellung „Dosenglück und Tatrablick“ zum Nachdenken an, von Dirk Jansch

So richtig glücklich sahen die Feudenheimer nicht aus, als der Mannheimer Künstler Franz Bellmann am Montag seine Ausstellung „Dosenglück und Tatrablick“ auf dem Rathausvorplatz eröffnete… Während Baas Kathrins neue Mülltütenmütze noch mit dem regnerischen Wetter in Verbindung gebracht werden konnte, sorgte Vetter Schorschs Plastik-Windel für verständnisloses Kopfschütteln. (Diese in Anspielung auf Inkontinenz angebrachte Plastik-Windel wurde in einer nächtlichen Aktion von Unbekannten umgehend entfernt, DieRedaktion). Sogar den Sandsteinbrunnen hatte der Künstler mit einer seiner Dosen-Stelen „entweiht“, was Bürgerdienstleiter Nikolaus Till die Sorgenfalten auf die Stirn trieb…Trotz dieser Ankündigung konnte Till nicht verhindern, dass Bundesumweltminister Jürgen Trittin einen weiteren gelben Müllsack mit Dosen vor dem Rathausbrunnen entleerte…(Dieser überaus interessante und amüsante Artikel kann komplett bei uns eingesehen werden, u. U. beim Mannheimer Morgen, DieRedaktion.)

RHEIN-NECKAR-ZEITUNG unter Mannheimer Nachrichten vom 16.03.2001

„Dosenglück“ nennt der Mannheimer Franz Bellmann seine Kunstobjekte. Vor allem Getränkedosen sammelt der 1993 mit dem Umweltpreis ausgezeichnete Künstler und verarbeitet sie zu Kunstwerken… auf dem Rathausplatz die Skulptur „Vetter Schorsch und Baas Kathrin“ dosengerecht umgestaltet hat. In der Räumen des benachbarten Kulturtreffs sind…Arbeiten des Künstlers zu sehen, der insbesondere durch seine „Plattfahraktionen“… viel Aufsehen erregt hat. (Der komplette Text liegt vor, DieRedaktion.)

Feudenheimer Anzeiger vom 31. März 2001 veröffentlicht einen Leserbrief: „Feudenheim empört – Rathausplatz entehrt“

Es ist für Feudenheimer Bürgerinnen und Bürger, die sich mit dem Rathaus und Rathausplatz identifizieren, nicht akzeptabel, was sich die Initiatoren und der „Künstler“ mit dem „Dosenkunstwerk“ erlaubt haben. (Der Initiator war allein der „Künstler“, DieRedaktion.) Nicht nur die Figurengruppe „Vetter Schorsch und Baas Kathrin“, sondern auch der historische Brunnen mussten als Schrottplatz herhalten. Der Künstler (Hr. Nuß), der die Figurengruppe erstellte, wurde sicherlich nicht gefragt, ob er mit dem Dosenbehang und der Pampershose für sein Kunstwerk einverstanden ist. (Anmerkung: Eine telefonische Anfrage bei Herrn Prof. Nuss brachte im Vorlauf die Genehmigung, sein Werk durfte in die Aktion mit einbezogen werden, DieRedaktion.) Auch wenn sich ein Minister Trittin die Ehre gibt, Feudenheim zu besuchen und auf dem Rathausplatz einen gelben Sack mit alten Dosen auszuschütten, muss man sich fragen, ob ausgerechnet dieser Schmuckplatz derart verunstaltet werden musste. Zur Entsorgung seines Mülls kam der Minister nicht mehr. (Dafür der „Künstler“, DieRedaktion.) Nach Meinung der Bürgerschaft war diese Art der Wahlwerbung ein Eigentor. Vor dem Entscheid, eine derartige „Kunstaktion“ auf einem Rathausplatz zu genehmigen, sollte man sich in Zukunft mehr Gedanken über das zu erwartende Echo machen. (Der Verfasser des Briefes ist uns namentlich bekannt, DieRedaktion.)

Im Feudenheimer Anzeiger wurde gar gedichtet: Negativ-Image für Trittin (Der Name des Dichters ist uns nicht bekannt, DieRedaktion.)

Leider hält ein Kunstwerk still, # wenn es jemand schänden will! # Vetter Schorsch und Bas Kathrine # duldeten mit Bronzemiene, # dass am Rathausplatz Banausen # wild mit leeren Dosen hausen. # Behängt war’n Bas und auch der Vetter- # dadurch wirkten sie nicht netter. # Eigens kam zu dem „Event“ # Herr Trittin noch angerennt. # Schüttet am Gemeindehaus # ungebeten Müllsack aus! # Zum Entsorgen bot sich dann # der Minister selbst nicht an! # „Tritt ihn!“, ruft das Volk empört, # „ihn, der unsern Schmuckplatz stört! # Er leere doch im eignen Haus # im Wohnzimmer den Müllsack aus!“ (gra.)

Ebenda erschien eine Rezension (Verfasser unbekannt, DieRedaktion) Franz Bellmann will mit Kunst bewegen

F. B. stellt seit zehn Jahren das Projekt „Dosenglück“ in den Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens. Doch wer nur die Dosenperformance auf den Rathausplatz sah, versäumte seine starkfarbigen Tatra-Bilder im Kulturtreff. Hier zeigt sich,… was er immer schon wollte: Malen… sondern geht mit seiner Malerei, Bildhauerei und seinen Aktionen in den öffentlichen Raum, wobei er bewusst beim Publikum Diskussionen anzetteln will – was ihm in Feudenheim auch gelang. „Ich male nicht fürs Schlafzimmer“, stellt er klar,… So rief er 1995 in Mannheim zum ersten Anti-Dreck-Tag auf, an dem Kinder und Lokalpolitiker als Dosenmenschen hinter einem Dosensarg marschierten und…

…Die Massen an Dosen für seine Arbeiten und Aktionen sammelte er: „Man braucht sich nur zu bücken“ prangert er den Dreck an… Seine farbenfrohen Bilder malt er auf Schrumpelpapier mit Farbresten, die andere bei Maler- und Lackierarbeiten übrig lassen. Drei Schichten Makulaturpapier (Vom MM, DieRedaktion) verklebt er mit Wandfarbe, arbeitet schiebend Konturen in das durchfeuchtete Papier,…

„M-Eine Stadt sucht einen Mörder“, 2000, Privatbesitz, Foto Manfred Rinderspacher, Titel aus dem gleichnamigen Film von Fritz Lang

Den Begriff Tatrablick, den der Wiener Maler des phantastischen Realismus, Rudolf Hausner, prägte, setzt Bellmann in seinen Bildern um. „Ich spinne visuelle Eindrücke im Kopf weiter. Das ist, als ob man auf dem Rücken im Gras liegt und die Wolken den Blick in eine phantastische Welt öffnen.“…

…Eine ungewöhnliche, zum Diskutieren anregende Ausstellung eines vielschichtigen, kritischen Künstlers, für die sich, wie Franz Bellmann betonte, May-Britt Hiemenz stark engagiert hatte. (UK)

Ein weiterer, längerer Artikel auf der Frontseite des Feudenheimer Anzeigers vom 31. März 2001 titelt: Jürgen Trittin verteidigte Dosenpfand, Franz Bellmann startete mit „Dosenglück und Tatrablick“ spektakulären Feldzug…

Mit Datum vom 30.03.2001 teilte mir eine freie Mitarbeiterin beim Feudenheimer Anzeigers auf einer Postkarte folgendes mit:

Sehr geehrter Herr Bellmann,

heute erschien unsere Zeitung mit dem Artikel über Ihre Ausstellung. Das Foto auf Seite eins, der zweite Teil auf Seite sechs. Ich habe es kopiert, denn Zeitungen sind bei uns immer rar. Finden Sie sich wieder? Zwar wurde der Teil über Ihre Ausstellung aus Platzgründen – leider – etwas gekürzt, aber ich finde, es kommt gut „rüber“, was Sie mit Ihrer Kunst erreichen wollen, mir haben Ihre Bilder sehr gut gefallen. Wie die Dosenperformance auf dem Rathausplatz ankam, sehen Sie ja am Leserbrief – dazu kamen jede Menge Anrufe.

Mit freundlichen Grüssen

Ute König

(Ein soeben am 04.02.2012, um 19:45 Uhr über 30 Minuten dauerndes Telefonat brachte die Freigabe zum Abdruck obiger Postkarte sowie letztlich die Erkenntnis, wer hinter (UK) steckt, DieRedaktion.)

Mit Kurzbrief vom 01.04.2001 schrieb ich Herrn Prof. Nuss:

Sehr geehrter Herr Nuss, ich hab‘ mich mit viel Lust und Laune über Ihre Schwätzle haltenden Bronzen in Mannheim-Feudenheim hergemacht, was das hiesige Bürgertum zu Geschrei und Gezeter veranlasste, selbst das ARD-Nachtmagazin hatte davon Wind bekommen. Jetzt hat sich der Sturm gelegt und ich schicke Ihnen dankender Weise einige Infos dazu. (Datum, Unterschrift, DieRedaktion.)

Antrag auf „Sondernutzung Rathaus-Platz, Altes Rathaus Feudenheim, Hauptstrasse 52, 68259 Mannheim in Verbindung mit „Kulturtreff Altes Rathaus Feudenheim e. V. (sehr trocken zwar, es muss sein, DieRedaktion.)

Stadt Mannheim, Fachbereich Sicherheit und Ordnung, K 7, 68159 Mannheim, vom 27.11.2000

Sehr geehrte Damen und Herren,

anlässlich unserer Ausstellung mit Bildern und Skulpturen unter dem Titel „Dosenglück“ vom 11.03.2001 – 16.04.2001 (Eröffnung am 11.03.2001 um 17:00 Uhr) im Alten Rathaus Feudenheim in den Räumen des „Kulturtreffs Altes Rathaus Feudenheim e. V.“ bitte ich Sie hiermit um Erlaubnis, für diese Zeit auf dem Rathaus-Platz ein bis zu 50 qm grosses Dosenarrangement zu errichten, das aus zwanzig Dosenstelen bzw. Dosenskulpturen bestehen soll, und zwar unter Einbeziehung der örtlichen Gegebenheiten – Ziehbrunnen (ausser Betrieb) und Bronzeskulptur „Vetter Schorsch und Baas Kathrin“. Die Gesamtfläche wird mit einer Dosenschüttung blechern farbig gestaltet. Der Platz wird wie angetroffen verlassen.

Die Gegebenheiten des Platzes sind fotografisch dokumentiert, ebenso die zur Aufstellung kommenden Dosenskulpturen. Sechs Fotos und ein Plan anbei.

Alle Stelen bzw. Skulpturen stehen auf Holzpaletten bzw. Dielen und sind mit diesen fest verschraubt. Auch dazu zwei Fotos zur Information anbei.

In den Brunnen wird eine runde Holzplatte eingebracht, zur Aufnahme der vier bis acht Stelen, die dort Platz finden sollen. Der Eimer des Ziehbrunnens wird mit Dosen aufgefüllt.

Die Figuren der Skulptur „Vetter Schorsch und Baas Kathrin“ werden mit Dosengirlanden behängt, ebenso der angedeutete Gartenzaun.

Zum Einsatz kommen etwa 2500-3000 Dosen.

Mit freundlichen Grüssen

P.s.: Bitte um Rückgabe des Fotomaterials.

Antwort des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung der Stadt Mannheim vom 10.01.2001

Gemäss § 16 Strassengesetz Baden-Württemberg…erhalten Sie … die Erlaubnis, in der Zeit vom…auf dem Rathausplatz…Bilder und Skulpturen mit dem Titel „Dosenglück“ auszustellen.

Gebühren: Sondernutzungsgebühr DM 33,60×6 Tage=201,60 DM, …Verwaltungsgebühr DM 60,00,… Gesamtbetrag: DM 261, 60… Wir bitten um Überweisung…Fälligkeit 01. Feb: 2001… Bedingungen/Auflagen…Rechtsbehelfsbelehrung…Unterschrift. (Wir haben umgehend die gestellte Rechnung beglichen, DieRedaktion. Wir berichten weiter. Falls jemand Fotos und Zeitungsausschnitte zu den hier geschilderten Aktionen gesammelt haben sollte, bitten wir um Mitteilung, DieRedaktion.)

 

PRESSE IN LOSER REIHENFOLGE

Der Preis der Dose # Pfand für alle Dosen ab Sommer 2001, nur Rheinland-Pfalz dagegen # Kunstwerke aus alten Dosen # IHK lehnt Zwangspfand ab # Wohin rollt die Knitterbüchse? # Dosenpfand stösst auf Widerstand, Handel und Industrie drohen mit Klage # Länder-Wirtschaftsminister lehnen Dosenpfand ab, flächendeckendes System von Rücknahmeautomaten kostet vier Milliarden Mark # Dreissig Müllsäcke gefüllt, Säuberungsaktion der Ilvesheimer Angler # Grüne Breitseite gegen Teufel und Döring…“Verschnarchte CDU/FDP-Koalition“ # Sogar Schlachtabfälle in der Natur entsorgt, BUND sammelt auf der Heddesheimer Gemarkung fünf Kubikmeter Müll ein # Die Arroganz der CDU: Union besteht auf Trittins Entlassung # Rücktritt der „Alzheimer“ # Der Umweltminister im „Dosenglück“ # „MIR“ steht der Absturz bevor… und so weiter und so fort, DieRedaktion.