Dosen zwischen den Stühlen

Auftrag 26.4.99, gedruckt 29.4.99, Dosen zwischen den Stühlen.

Foto mit freundlicher Genehmigung durch Irene Kupsch und Bernhard Wondra

Über Kunst läßt sich nicht streiten…Auf jeden Fall eckt derjenige an, der mit seiner Kunst provoziert, mit der Wahrheit konfrontiert. Ein Beispiel hierfür bietet sich derzeit in Worms. Hier mußte ein Künstler erleben, daß von ihm großflächig arrangierte Objekte plötzlich vorzeitig vom Ausstellungsort entfernt wurden. Und zwar handelte es sich um einen Teil der sozialkritischen Präsentation „Terra Deponia“ des Dosenkünstlers Franz Bellmann im „Museum im Andreasstift“.

„Die verpackte Welt“, Foto Matthias Plath

Die Rasenfläche im Innenhof des Stifts beherbergte wahre Dosenberge und zu Objekten wie Kreuze, Stelen und Ster zusammengefügte Mahnmale der heutigen Wegwerfgesellschaft. Dies mußte jetzt aufgrund Drucks von außen vorzeitig weichen. Franz Bellmann… fühlt sich in der Nibelungenstadt wie Siegfried, an seiner schwächsten Stelle tief getroffen. Durch widrige Umstände erreichte ihn die Information zusätzlich erst nach der Entfernung.

(Anmerkung: Nacht- und Nebelaktion, Die Redaktion.) Was war also geschehen? Thomas Schiwek, Leiter des Museums im Andreasstift…sah sich „zwischen den Stühlen“. Stadtrats-Mitglied der CDU Elvira Bickel hatte öffentlich dafür plädiert, die Blechdosen schon vor dem geplanten Ende der Ausstellung zu entfernen,…da viele Besucher bei dem Anblick der verstreuten Trinkbehälter „irritiert“ und „verständnislos“ reagierten.

Schiwek selbst war Zielscheibe solcher Anrufe, wie den von Hildegard D´Arco, die sich…„ja so geschämt hatte“. Auch von Seiten der FDP erreichte Schiwek eine negative Bewertung der Bellmannschen Kunst: „erklärungsbedürftige Müll-Ausstellung“ war die Formulierung. (Foto rechts mit freundlicher Genehmigung durch Irene Kupsch und Bernhard Wondra, DieRedaktion.)

Worms, derzeit öfter in kulturellem Gärprozess stehend, kann offensichtlich mit der Botschaft des Künstlers wenig anfangen; der Künstler selbst ist zwischen die eh schon gespannten Fronten geraten. Die endgültige Entscheidung Thomas Schiweks,…diente deswegen sogar eher zum Schutz des Künstlers, der, so Schiwek, als aufrüttelnder Dosenkünstler und nicht nur als Rasenvernichter in der Erinnerung der Wormser bleiben sollte.

„Die Bewässerungsanlage“, Foto Manfred Rinderspacher, entsorgt

…Wertstoffreich recyclebar, wenn alle mitmachen würden, unnützer Müll, wenn achtlos weggeworfen. Das war die Botschaft des Künstlers Franz Bellmann, dem die Grasüberwucherung seiner Objekte ein weiteres natürliches Stilmittel gewesen wäre. Aber eben unverstanden. Über Kunst läßt sich nicht streiten. Oder doch…?(hüf)

(Mit freundlicher Genehmigung durch Claudia Hüfner, siehe auch einen Artikel weiter, Die Redaktion.)

„Terra Deponia“ im Andreasstift

Auftrag 14.3.99, gedruckt 23.3.99,  „Terra Deponia“ im Andreasstift.  „Dosen im Kreuzgang, wo sonst die geballte Wucht der Geschichte vertreten ist – wie paßt das zusammen?“ gab Hans-Joachim Kosubek, stellvertretender Kulturdezernent der Stadt Worms bei seiner Begrüßung den provokanten Denkanstoß zu den Werken des Malers und Performancekünstlers Franz Bellmann…1992 entstand der Wandel von der Malerei zur Projektkunst mit dem Konzept: „Dosenglück“: Die großflächigen Bilder seiner gegenwartsbezogenen Arbeiten sind reliefartig gestaltet, farbstark demonstrieren sie eindringlich, wieviel Abfall die Erde wie eine künstlichen Haut überzieht…„Kritische Masse“, „Arche Noah“, „Photomania“ oder die Skulptur „Stangenware“ sprechen eine eindeutige Sprache; der Betrachter fühlt in beklemmender Deutlichkeit den Aufschrei der Erde durch Verbrauch und üppige „Möblierung“ einer Stadt mit Müll. (Foto links mit freundlicher Genehmigung durch Irene Kupsch und Bernhard Wondra, DieRedaktion.)

Schirmstelen in Edingen, Foto Manfred Rinderspacher
Schirmstelen in Edingen, Foto Manfred Rinderspacher

In dazu künstlerischer Spannung stehen die Arbeiten Bellmanns im weißen Saal des Museums und im Obergeschoß…„Dosenglück“ verbindet in einer Verschmelzung von gepreßten und gemalten Dosen vor schwarzblauem Hintergrund altes und neues Konzept…So sind Workshops… geplant, Anmeldungen hierfür im Museum. (hüf)…(Mit freundlicher Genehmigung durch Claudia Hüfner, beide Artikel in DIE RHEINPFALZ erschienen, hier stark gekürzt wiedergegeben, weiterer Hinweis: zur Ausstellung „Terra Deponia“ erschien ein kleiner Katalog, welcher käuflich zu erwerben ist, inclusive Versandkosten 15.-Euro, DieRedaktion.)

Blick in den Ausstellungsraum Andreasstift, Foto Manfred Rinderspacher

Ein Hinweis: Angekreuzt im MM vom 01.10.2003

Mannheims Dosenkünstler und Maler Franz Bellmann ist heute… im Fernsehen zu bewundern. Der SWR zeigt… in der Landesschau eine Glosse unter dem Titel „Im Namen der Dose“; Redakteur ist Eberhard Reuß. Anlass ist das Inkrafttreten des Dosenpfand-Gesetzes. (Ein Mitschnitt obiger Sendung kann unter Umständen beim SWR bezogen werden, Die Redaktion.)

Kunstschwanger im Sommer

Kulturfenster Mannheim Stadthaus N 1 vom 03.07. bis 30.09.2003.

Aus dem Zyklus „Geklaut“

Im Juli 2003 erhoben wir im Kunst-Kiosk „Kunstschwanger“ eine Quiz-Umfrage zu nebenstehendem Bild mit folgenden Aufgaben:

1.) Von wem stammt das mit einem roten Punkt ausgestellte Bild im Original? Name und Vorname des Malers!

2.) In welchem Jahr wurde es gemalt?

3.) Wie ist das Format des Originals?

4.) Mit welchen Materialien wurde das Werk erstellt?

5.) In wessen Besitz bzw. in welchem Museum ist das Bild zu bewundern?

6.) An welcher Stelle hat der Künstler signiert?

Wer die sechs Fragen korrekt beantwortete, durfte obiges Bild aus dem Zyklus „Geklaut“ als sein Eigentum betrachten. Siehe „Bilder und Ausstellungen“ auf dieser Webseite. Die Vergabe fand zur Finissage statt. Drei richtige Lösungen wurden eingereicht. Das Los musste entscheiden. Name und Anschrift des obsiegenden Ehepaares liegen uns vor, Die Redaktion.)

 

Im Kubus „Kunstschwanger“ bei der Arbeit, Foto Manfred Rinderspacher

Kultur Regional im MM vom 28.07.2003:

Sein Atelier gewechselt hat derzeit … der in Mannheim und Edingen arbeitende Künstler Franz Bellmann. Die Stadt hat ihm das „Kulturfenster Mannheim“ als Ausstellungs- und Arbeitsraum zur Verfügung gestellt. Man trifft ihn deshalb fast täglich dort…

 

DIE RHEINPFALZ vom 11.08.2003

Wiederkehrende Prominente ohne Botschaft, das „Kulturfenster“ im Mannheimer Stadthaus N 1 ist vorrübergehend Franz Bellmanns Atelier, von Heike Marx

›Geht man im Mannheimer Stadthaus die Treppe hoch, stösst man auf eine Art Kiosk. Meist ist er nicht gerade umlagert; als „Kulturfenster Mannheim“ ist er kulturellen Angeboten vorbehalten. Im Sommer, wenn das lokale Kulturleben pausiert, lässt sich ein Mannheimer Künstler für etwa zehn Wochen hier nieder und eröffnet eine Mischung aus Atelier und Kunstobjekt. Derzeit hat ihn Franz Bellmann bezogen. Die eine Fensterwand hat er bereits bunt beklebt, so dass man schon von weitem sieht, da tut sich was. Und dass nicht sicher zu erkennen ist, ob es sich um Kunst handelt oder um etwas anderes, macht die Sache zusätzlich interessant…Das thekenartige Fensterbrett ist ausgeklügelt beklebt und die nüchterne tragende Säule neben dem Kioskeingang hat sich in den Blickfang einer Litfaßsäule verwandelt…Bellmann arbeitet stets in Reihen. Eine hat er aufgestellt, die aus lauter Kunstzitaten besteht und deshalb „Geklaut“ heisst. Es sind nicht die allbekannten Ikonen, die er kopiert, sondern Nebenwerke, bei denen er sich am charakteristischen Stil festbeissen kann. So ist das Quiz, zu dem er per Anschlag und Handzettel einlädt, auch nicht einfach…

Festival + Jubiläum: 25 Jahre Atelier für experimentelle Malerei und Bildhauerei vom 01.07.2010 bis 07.07.2010

Festival- und Jubiläumskuchen 2010, Foto Matthias Plath

Die Festivalzeitung, wie sie nach langen und schwierigen Vorarbeiten im Juni 2010 in Druck ging.

Foto Matthias Plath

Vorbereitende Massnahmen zur Durchführung des Festivals, auf der Aufnahme links sind zwei gerade aufgehängte Jazz-Portraits vom Fotografen Manfred Rinderspacher zu erkennen. Diese Präsentation zeigten wir zum Eröffnungstag des Jubiläums.

Frau Dr. Christel Heybrock im MM vom 30. Juni 2010

Forum für Weggefährten und Freunde, der Mannheimer Dosenkünstler Franz Bellmann feiert das 25-jährige Bestehen seines Ateliers mit Lesungen, Diskussionen, Kabarett und Kunst

…feiert er eine ganze Woche lang nun das 25-jährige…und wenn andere Leute in ähnlicher Situation sich ausufernd feiern lassen, macht er es just umgekehrt und lässt Freunde und Kollegen, Weggefährten und sogar Verwandte auf der Bühne seines Schaffens auftreten…

…Immer noch besteht der Garderobenständer aus diversen Blecheimern, Deckeln, einer Kuchenform und den verrücktesten, bunt bemalten Fundstücken, immer noch ziert eine türkisgrüne Skulptur mit dem Titel „Beuys“ jener Hut, der an den grossen Meister von Filz und Fett erinnert, während…ein schräg gekippter Plastikkorb das Ganze gefährlich instabil aussehen lässt…

„Beuys in Begleitung“, Foto Manfred Rinderspacher

…Einer, der mit seiner Kunst so in die soziale Breite und auf die Probleme der Gegenwart zielt statt ins grosse Geschäft und auf globalen Ruhm, dem nimmt man auch ab, dass er zum Jubiläum andere zu Wort kommen lässt, schliesslich haben sie alle ihn freundschaftlich begleitet…

…Wie fühlt er sich denn in der Mannheimer Kulturszene? „Oh, ich fühle mich wie im Paradies. Stellen Sie sich mal vor, alle diese Leute gäbe es nicht!“

Und ohne die Weggefährten, wie ist sie denn, die Szene hier? Da kommt ein ebenso entschiedenes wie mehrdeutiges „Hm“. Nichts sonst.

Aber nächstes Jahr, wenn er 65 wird, soll es wieder ein Atelierfest geben…

(Der gesamte Artikel kann bei uns eingesehen werden, Die Redaktion.)

 

Das MORGENmagazin berichtet am 01.07.2010

Vorträge, Kabarett, Lesungen, Franz Bellmann feiert ein mehrtägiges Fest zum 25-jährigen Jubiläum seines Ateliers

Seine „Dosen-Kunst“ ist fast schon legendär. Franz Bellmann hat sich nicht nur mit ihr einen Namen gemacht, gleichwohl sind es diese ungewöhnlichen Objekte, mit denen er deutschlandweit für Aufsehen sorgte. Unermüdlich ruft er sich…mit unterschiedlichsten Aktionen in Erinnerung – und appelliert…an das Umweltbewusstsein der Menschen.

Nora Noé beim Festival, nach der Lesung im Gespräch mit ZuhörerInnen, Foto Matthias Plath

Seit 25 Jahren hat Bellmann in Mannheim ein Atelier. Ein Jubiläum, das nun gebührend gefeiert wird: Vom 1. bis 7. Juli lädt er zu Vorträgen, Diskussionen, Lesungen, Kabarett und Musik ein. Der Kabarettist Einhart Klucke wird zu erleben sein, die Sängerin Nadia Ayche, die Autoren Nora Noé und Meinrad Braun und der Klangkünstler Hans-Karsten Raecke. In einer Diskussionsrunde sprechen Gäste über die Situation der Bildenden Künste vor Ort, Höhepunkt ist ein grosses Atelierfest am 7. Juli. Fast täglich wechselt zudem die Kunst in Bellmanns Räumen: Ausstellen werden die Fotografen Manfred Rinderspacher, Matthias Plath und Günther Wilhelm, aber auch die Malerin Christine Bellmann. (Zusammen mit Ihrem Gatten Ludwig Roth, eigener Hinweis, Die Redaktion.)

 

IN MEMORIAM: Die Künstlerin, Autorin und Aktivistin Eva Vargas

Abschied von einer Ausnahme-Aussteigerin, Nachruf im MM am 30. Juni 2010 von Simone Jakob

„Wenn das alte Trafohaus am Wehrsteg-West einmal leer steht, hab‘ ich meinen Seesack geschnürt und bin gen Süden gezogen“ – mit diesen Worten endete ein Interview mit der Heidelberger Rest-Art-Künstlerin Eva Vargas. Doch ihr grosser Traum – als Bäuerin auf Sizilien zu leben – hat sich nicht erfüllt. Eva Vargas ist am Montag nach langer Krankheit gestorben.

Die Heidelberger werden die Künstlerin, Songpoetin, Autorin und Aktivistin vermissen. Wer den Leinpfad flussabwärts ging, landete irgendwann vor ihrem Backsteinhaus, das wie ein verwunschenes Rapunzel-Schloss aus wildem Grün hervorlugte. Ein ausrangiertes Ofenrohr diente als Briefkasten und im Garten standen unzählige, bunt bemalte Schrottgebilde. Und bei jedem Spontanbesuch wurde man schnell selbst zum Künstler, denn aus dem Trafohaus direkt am Neckar hat Eva Vargas das „Rest-Art-Zentrum-Heidelberg gemacht…

…“Wer ein Zipfelchen vom Paradies erwischt hat, sollte es mit anderen teilen.“…

 


Hamburger Impressionen 2010

Säulengarten in Mannheim – Ausstellung Citykirche Konkordien

Der Säulengarten und die zugehörige Bilderausstellung in der evangelischen CityKirche Konkordien liefen vom 24.07. – 22.09.2002.

Die Präsentation wurde in der Information für haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende der Evangelischen Kirche in Mannheim „Namen-los“ mit einem Titelbild beworben, mitverantwortliche Redakteurin: Frau Irene Kupsch.

Frau Dagmar Burisch titelt im MM-Magazin vom 01.08.2002: Dosenkunst und farbsatte Malerei, CityKirche Konkordien zeigt Bilder und Skulpturen von Franz Bellmann

…“Inmitten der Stadt ’stolpert‘ man … über die fantasievollen Gestaltungen aus dem Strandgut unserer Überflussgesellschaft“…

…“In Artefakte verwandelt posieren…zerquetschte Getränkedosen in Form von Stelen und Kuben, einige erinnern an Schreine, die Kostbares bewahren:“…

…“Im Kircheninneren trifft man…auf das malerische Werk des Künstlers“… sie Bild unten. 

…“Und selbst Geschmecktes erhält Bildrecht in dem schokoladenbraun dominierten Gemälde ‚Tiramisu‘„.

(Die Einführung zur Ausstellungseröffnung sprach Frau Dr. Susanne Kaeppele, den Text finden Sie unter Ansprachen in der Kopfzeile dieser Webseite, Die Redaktion.)

Rückblick: Christel Heybrock findet im Mannheimer Morgen vom 27.04.2011 „Zwei Männer im Kontrast“

“Gerd Reutter (Homepage) und Franz Bellmann zeigen in Mannheim neue Arbeiten“- Gemeinsame Ausstellung vom 02. April bis 08. Mai 2011.

Gerd und Franz im Ausstellungsraum Reutter in der Kleinfeldstrasse 50

“Das Verbindende ist das Konträre“, der Kontrast spiegelt sich in den Keramiken von Gerd Reutter und den Müllbildern von Bellmann, die Verbindung fand sich in einer langjährigen Bekanntschaft und der daraus im Laufe der Zeit entstehenden Freundschaft und Zuneigung…

“Zur Eröffnung hatte Bellmann einen sagenhaften Überraschungsauftritt, der fast an die glorreichen Zeiten erinnerte, in denen er als Performancekünstler im scheppernden Getränkedosen-Outfit die Straßenpassanten erstaunte“.

(Der Auftritt kann auf dieser Webseite im alfabetisch gelisteten Themenbereich unter Videos aufgerufen werden. Zum Abschluss noch ein Ausstellungs- und Portrait-Foto von Manfred Rinderspacher, DieRedaktion)

Gerd Reutter schreibt per E-Mail am 15. Januar 2012:

Lieber Franz,

willst Du, dass ich Deine neu und grosszügig gestaltete Homepage kritisiere? Oder einen Kommentar zu unserer Ausstellung?

Christel Heybrock schreibt im MM „Zwei Männer im Kontrast“.

Dies war eine gelungene Ausstellung vom 2. April bis 8. Mai 2011. Werner Marx hielt die Einführung und Franz kam anschliessend mit einer Performance zum Thema „Katastrophe in Fukushima“. Viele Besucher kamen am Samstag, den 9. April zur „Langen Nacht der Museen“. Am Sonntag, den 17. April las Meinrad Braun (http://meinrad-braun.de/) aus seinem neuen Buch. Zum Abschluss unserer Ausstellung am Sonntag, den 8. Mai gab Hans-Karsten Raecke (http://www.raecke-klangwerkstatt.de/) ein kleines Konzert mit selbstgefertigten Instrumenten.

Nie vergessen werde ich die täglichen Schachspiele mit Franz dem grossen Meister.

Gerd Reutter

Rückblick: Todesfuge im Keller

Hans-Ulrich Fechler berichtet in DIE RHEINPFALZ vom Donnerstag, 18. Juni 2009:

Wenn am Freitag das Kunstprojekt in den Abrisshäusern Ostpreussenstrasse
24 bis 28…eröffnet wird, dann werden einige von dem Künstler Franz Bellmann
gestaltete Kellerräume verschlossen bleiben. Der…Künstler hat Paul Celans Gedicht ”Todesfuge” in eine Installation umgesetzt… Was Bellmann für Zensur hält, ist aus Sicht der Organisatorinnen Widerstand gegen dessen Anmaßungen.

Schwarze Milch der Frühe”Schwarze Milch der Frühe” hebt Paul Celans Gedicht ”Todesfuge” an und
klingt aus in den bis zum Überdruss nachgesprochenen Vers
”Der Tod ist ein Meister aus Deutschland”. Das Jahrhundertgedicht über die
Menschheitskatastrophe im 20. Jahrhundert, den Völkermord an den Juden in
den Gaskammern der Vernichtungslager, gibt in der Ostpreussenstrasse Anlass
zu kleinlichem Tratsch im Treppenhaus. Franz Bellmann hat das Gedicht vom
ersten bis zum letzten Vers an die Kellerwand in der Ostpreussenstrasse 26
geschrieben. Die wie die Todeshäftlinge durchnummerierten Kellerräume hat er
mit gefundenem Material aus den dem Abbruch geweihten Häusern bestückt…

In Raum 14358 steht ein Bottich auf dem Boden und ”Zyklon B” an der Wand. Ein alter Ofen macht einen anderen Raum zum Krematorium, ein Seziertisch einen weiteren zum Raum medizinischer Menschenversuche. Es gibt eine Haftzelle für Männer, eine für Frauen, einen Verhörraum mit der Aufschrift ”Zutritt nur für Folterer” und einen sogenannten ”Raum des Abschaums”, wo sich die Folterer aufhalten. Hier ist Farbe ausgebreitet und ein Kanalisationsdeckel geöffnet. Und schließlich gibt es auch noch einen ”Raum des Gedenkens”…(Der zur Aufklärung der damaligen Gegebenheiten beitragende Artikel liegt unserem Archiv vor und kann dort eingesehen werden, DieRedaktion.)

„Wenn Häuser weinen“ in DIE RHEINPFALZ vom 10.06.2009 von Hans-Ulrich Fechler: Vor dem Abriss eines Ludwigshafener Siedlungsblocks haben 26 Künstler die Wohnungen in Kunstobjekte verwandelt.

Das hat es in Ludwigshafen noch nie gegeben. Künstler beziehen einen Häuserblock kurz vor seinem Abriss und verwandeln Wohnungen und Fassaden in Kunstobjekte…bevor dann Anfang Juli die Abrissbirne zuschlägt.

„Das weinende Haus“ (Originaltitel von Franz Bellmann, DieRedaktion) steht an der Ostpreussenstrasse 26…Im Treppenhaus setzt Klaus Hopf die Aufschrift bildlich um. Aus abgeschlagenem Putz rinnen Farbspritzer wie Blut aus einer Wunde oder wie Tränen,…Dass es in dem Haus nicht mit rechten Dingen zugeht, macht schon Franz Bellmanns Fassadenkunst deutlich… (Der gesamte, sehr informative Artikel liegt vor und kann bei uns eingesehen werden, DieRedaktion.)