LE MOULIN DE LOUBETZ – Fournols / France

Im September anno 2001 belud ich mein eben erstandenes Mountainbike und fuhr nach Fournols in der Auvergne. Definiertes Ziel: LE MOULIN DE LOUBETZ, wenige Kilometer von Fournols mitten in der Pampa. Ein Freund aus vergangenen Zeiten überliess mir seine Mühle zur Betreuung. Eine Unterkunft so richtig nach meinem Geschmack. Kaum zwei Tage vor Ort erschien die Gendarmerie und wollte wissen, was denn so abgeht. Für alle Fälle dieser Art war ich mit einem Schrieb des Besitzers des Anwesens bewaffnet und ausweisen konnte ich mich auch.

Mitten in der Kontrolle stach mich eine Wespe zwischen den Schulterblättern, das war gewaltig schmerzhaft. Am nächsten Morgen erkannte ich meine Füsse nicht mehr: geschwollen so dick, dass ich nicht mehr in die Socken und Schuhe passte. Die Füsse mit Handtüchern umwickelt, schnappte ich mir mein Rad und strampelte zur Polizeistation in Fournols und fragte nach einem Mediziner. Der befand sich gleich um die Ecke und er behandelte mich mit einer Kortison-Spritze. Da wollte ich nur noch heim. Am anderen Tag war alles wieder gut und ich konnte das gewohnte Dasein ohne Probleme fortsetzen. Zunächst die Umgebung erkunden.

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Mit dem Rad/Bus/Zug nach Marokko

… Irgendwann anfangs 2000 packte mich wohl der Rappel. Im Lexikon steht dazu: „unvermittelt auftretende (vorübergehende) innere Verfassung eines Menschen, aus der heraus er auf verrückte, absonderliche Gedanken kommt und Dinge tut, die anderen unmotiviert, abwegig erscheinen“.

Frankreich

Erste Station nach einer mehrstündigen Zugfahrt: EPINAL in Frankreich.
Erste Station nach einer mehrstündigen Zugfahrt: EPINAL in Frankreich.

Das Leben im langweiligen Edingen verlor von Tag zu Tag immer mehr an Farbe, Tristesse gewann die Oberhand und von Grautönen wollte ich mich nicht beherrschen lassen: War ich doch im Malerischen als bunter Hund bekannt, was leicht nachvollziehbar in Präsentationen meiner farbstrotzenden Gemälde war. Also liess ich mich vom Rappel besiegen, schwang mich aufs Mountainbike, fuhr zum nächstgelegenen Bahnhof und verschwand, die Vogesen umgehend nach Epinal, wo ich mich auf die Rad-/Bus-/Zugreise nach Marokko machte.

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Malerei auf Karton

Linearisierung in Öl auf Malpappe (Karton), eine Auswahl:

 

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Essaouira – Kunst im „Öffentlichen Raum“

Kunst im „Öffentlichen Raum“ zeigt sich in Essaouira wie in anderen Städten vergleichbarer Grösse: allerdings auf die ihr eigene Art.

Wie in anderen mittelgrossen Orten findet der aufgeschlossene Betrachter ganz spezifische Werke, welche ein besonderes Bild einer Kommune ergeben. So prägen auch in Essaouira Wandmalereien (Graffiti) ganze Ortsteile im Sinne einer Verschönerungskultur.

Hier einige Beispiele:

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Essaouira – der Drahtesel

Wie es halt so ist mit den Fahrrädern dieser Welt: irgendwann landen sie auf den Schrottplätzen dieser Welt. In Essaouira hält der jeweilige Rad-Besitzer in unumstösslicher Treue zu ihnen. Benötigt er seinen stählernen Esel doch für Erledigungen, Besuche, kaum für Rundfahrten. An Hoteleingängen findet der Gast oft Uralträder mit Schloss zum sorgfältigen Gebrauch. Rennräder mit Elektroantrieb und spezielle Mountainbikes bekommt man selten zu Gesicht, es sei denn ein Weltenbummler kurvt gerade vorbei.

Immerhin: es existieren Reparaturwerkstätten, ebenso wird mit Drahteseln gebraucht und neu (?) gehandelt.

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Essaouira – Souira

Essaouira – Mannheim

Meine liebste Stadt heisst Essaouira. Vor langer Zeit habe ich sie immer mal wieder besucht, mit dem Rad von Deutschland aus, per Autostopp und nun par avion commercial. Das mag trivial klingen, einfach abheben und man ist nach dreieinhalb Stunden in Marokko. Und die Flughafentransfers? Mit dem Leihwagen nach Hahn! Mit dem georderten Taxi von Marrakech nach Essaouira! Eine Tagesreise insgesamt!

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Von Marrakech gibt es bedauerlicherweise nichts zu berichten, unser Taxifahrer liebt das Gaspedal:

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Essaouira – Talmest

In Marokko lässt es sich herrlich reisen. Die regionalen Busbetreiber, z. B. aus Essaouira – Lima Bus, fahren in die nähere Umgebung, oft bis zu vielen Orten, die exemplarische Bedeutung haben, wie Sidi Kaouki (Surfer-Paradies), Smimou (Regionalzentrum) und eben auch Talmest jeweils als Endstation. Nach Talmest, ca. 60 km von Essaouira zahlt man 12 Dirham, etwa einen Euro. Touristen sieht man in diesen Bussen nicht. Die Fahrzeuge sind meist stark frequentiert, da muss der Reisende mal stehen können. Ältere Personen, Frauen mit Kindern und Behinderte geniessen unbedingten Sitzplatzvorteil. Wer mit diesen zugegeben abgewirtschafteten Bussen fährt, so wie ich, bekommt ein buntes Gemisch von Menschen zu Gesicht, allesamt neugierig und aufgeschlossen, und der Ausländer fühlt sich wie daheim. Einer letzten Statistik gemäss seien die Dänen am glücklichsten, da vergass man wohl die Marokkaner zu interviewen. Nun gut, ich marschiere wieder zur bekannten Bushaltestelle in der Avenue Al Aqaba, heute nimmt das Fahrzeug die Richtung nach Marrakech (R207, (Route régionale)) und ich freue mich, dass ich nicht lange warten muss. Die Busse fahren soweit mir bekannt nur stündlich. An einem Verkehrskreisel findet der nahtlose Übergang in die N1 statt, die R207 bleibt aber bestehen. In Ounagha biegt die N1 links Richtung Safi ab und wir brauchen noch 40 km bis nach Talmest:

BEGEISTERT?

Am 21.09.2016 um 22:39 schrieb Thorsten Koch:

Hallo Franz,

ja, wie immer sehr schöne Bilder. Ich muss aber zu meinem Unglück zugeben, das ich vorher von Talmest noch nie gehört habe. Toll jedenfalls, ich beneide dich. Mein unangefochtener Favorit ist das Bild mit der Berg und Tal-Landschaft, wo im Vordergrund der Typ mit dem vollgeladenen Esel vorbei läuft oder reitet oder sonst was. Ganz großes Kino, danke dafür!

Thorsten

Essaouira – Roman Lazarev

Essaouira – Mannheim

Was passiert im Leben, wenn man plötzlich von hier nach dort gerät. Und das Geschehen nicht hinterfragen mag. Das Hier mit einem Schlag Vergangenheit, und das Dort, was ist, was wird aus dem Dort. Für viele bestimmt das Schicksal, die Welt ihr Geraten. Wenige dürfen selbst über sich entscheiden. Hat sich Roman frei bewegt und sein Tun bejaht? Wer weiss es, er spricht nicht darüber. Eine Frage nach seiner Existenz hiesse den Besuch scheitern lassen, er will sein Leben, kein adhoc-Besucher besitzt das Recht des Zugangs.

Die Front seines Atelierhauses
Die Front seines Atelierhauses

Meine vier Wochen in Essaouira und der ländlichen Umgebung spielten mir eine Informantin zu, die sich in der internationalen Kunstszene der Stadt auskennt. Bei einem Besuch bei ihr in ihrem Schokoladenlokal am Place 11 Janvier fiel der Name Lazarev. Was braucht der Sucher in einem Moment des Zufalls: Informationen! Kurze Hinweise, die Adresse! Bab Marrakech – immer geradeaus. Rue Mohamed El Qorry – immer geradeaus. Die zentrale Achse der Medina queren – immer geradeaus. In der Rue Abdelazziz Al Fachtali bin ich am Ziel. Rechts vom Hotel des Amis: sein Haus. Ich frage rum, ein Marokkaner zeigt mir die Tür und die Klingel zum Atelier, niemand antwortet. Roman muss sich bewegen – aus gesundheitlichen Gründen, sagt mir ein vertraulicher Nachrichtensprecher. Ich werfe einen mitgebrachten Wisch in den Schlitz des Briefkasten und gehe spazier’n. Nicht wie im Zettel angekündigt, sondern erst ein paar Tage später: machte ich mich erneut auf die Suche nach Roman Lazarev.

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