Das Glück kommt aus der Dose

Das Glück kommt aus der Dose

Titel/Zitat: Künstler Franz Bellmann erweckt in seinem Mannheimer Atelier Relikte des Konsums zu neuem Leben…Ein Bericht von Helmut Orpel in der Rhein Main Presse, Metropolregion, Wormser-, Lampertheimer- und Bürstädter Zeitung, bebildert mit einem Foto von Alfred Gerold, erschienen am Freitag, den 13. April 2012, DieRedaktion.

http://www.wormser-zeitung.de/region/rhein-neckar/meldungen/11861443.htm

Ausstellung in der Galerie HartmannStrasse 45 in Ludwigshafen

KULTUR REGIONAL im MM vom 27.11.1995…Von der Dose in die Hose, Franz Bellmann schmückte die Hartmannstrasse 45: „Am schönsten“, resümiert Galeristin Eleonore Wilhelm, „ist der Regen. Was für sanfte Töne! Ich habe ihm schon gesagt, dass er dann unbedingt mal mit dem Tonband kommen soll!“…Galerist Günther Wilhelm denkt da weniger poetisch als ökologisch: „Man macht sich gar nicht gleich klar, dass hier nicht irgendein leeres Zeug am Haus hängt, sondern Material im Wert von Tausenden von Mark, das normalerweise einfach weggeschmissen wird. Wenn ich mir vorstelle, was es gekostet hat, diese Dinger alle herzustellen, bloss damit sie in Null Komma nix ausgetrunken sind…“ (Der umfangreiche, mit einem Foto von Manfred Rinderspacher bebilderte Artikel von Christel Heybrock liegt uns vor, DieRedaktion.) DIE RHEINPFALZ vom 07.11.1995…Lustlose Blechbüchsen, Franz Bellmanns Dosenkunst in der Galerie „Hartmannstraße 45″…(Dieser schmissige, überaus kritische Artikel von Cornelia Wystrichowski kann bei uns eingesehen werden, DieRedaktion.) RHEIN-NECKAR-ZEITUNG vom 04./05.11.1995…Nur Flaschen trinken aus Dosen…Wer Bier aus Dosen trinkt, ist eine Öko-Flasche…(Bericht und Foto: dpa, DieRedaktion.) BILD RHEIN-NECKAR vom 04.11.1995…10 000 plattgefahrene Dosen aus dem Hafen – ist das Kunst?…(Der als Quick-Info gestaltete Artikel stammt von Vanessa Vettel, Foto Günther von Alm, DieRedaktion.) MANNHEIMER MORGEN vom 04./05.11.1995…Kulturzentrum mit 20 000 Getränkedosen verziertSTUTTGARTER ZEITUNG vom 04.11.1995…Bad in den Dosen…Müllprobleme und Problemmüll…MANNHEIMER MORGEN vom 30.10.1995… Dosenkünstler Bellmann wieder zugange… DIE RHEINPFALZ vom 26.10.1995…Galerie wird eingedost… FÖRDERKREIS – BOTE, November 1995…Seit Jahren treibt er in Mannheim und Umgebung sein Unwesen… ABSCHRIFT TELEFONINTERVIEW

Zum Schluss eine kleine Anmerkung: Wir veröffentlichen grundsätzlich nur jene Kommentare, die personell eindeutig und ohne Prüfung (z. B. in Hinblick auf Werbung) zuzuordnen sind. Nicht identifizierbarer Kommentarschrott landet im Nirwana-digital. DieRedaktion.

Ausstellung im Tiergarten der Stadt Worms

Pressedienst der Stadtverwaltung Worms vom 28.07.1994…Neun Tage „Dosenglück“ im Wormser Tiergarten…Aktionstage zum Thema „Kunst und Recycling“ vom 13. bis 21. August mit Ausstellung und Performance des Dosenkünstlers Franz Bellmann aus Mannheim, modernistischer Blechmusik, Infoständen, „Wertstoffmauer“ und grossem Malwettbewerb. Eröffnung am 13.08. um 14 Uhr durch Baudezernent Reinhard Schandel…(Die umfangreichen Informationen des Pressedienstes der Stadt Worms liegen uns vor, DieRedaktion.)

Wormser Zeitung vom 01.08.1994…Alles nur Blech: „Müll-Kunst“ im Tiergarten…Dosen, Dosen, Dosen…Staunen und Lernen…(Die Informationen des Pressedienstes der Stadtverwaltung Worms in kompletter Übernahme veröffentlicht, DieRedaktion.)

MM vom 02.08.1994…Wormser See wird eingedost…das nächste Grossprojekt…

Wormser Zeitung vom 12.08.1994…Der „Dosenkünstler“ bei der Arbeit…der Mannheimer Künstler baut derzeit seine Dosen-Plastiken im Tiergarten auf…

MM vom 13./14.08.1994…Weißblechmeer…den See im Wormser Tiergarten wird der „Dosenkünstler“…in ein Meer aus gebrauchtem Aluminium und Weißblech verwandeln.

Wormser Zeitung vom 15.08.1994…Worms als dosenfreie Zone…Im Tiergarten dreht sich alles um weggeworfenes Blech / Ausstellung eröffnet…Doch man sollte auch nachdenklich werden, wie Baudezernent Reinhard Schandel in seiner Begrüssungsrede sagte, weil „die Wegwerfgesellschaft rücksichtslos mit der Umwelt“ umgehe…“Fast der gesamte Abfall, der hier verwendet wurde, stammt aus den städtischen Grünanlagen,…betonte Siegfried Sandreuther, der Mann, der für den Tiergarten zuständig ist…(Der umfangreiche und bebilderte Artikel kann bei uns eingesehen werden, DieRedaktion.)

Nibelungen Kurier vom 17.08.1994…Bürgermeister Gerd Lauber † zeichnete zehn junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Malwettbewerbs „Müll und Umwelt“ anlässlich der Ausstellung „Dosenglück“ mit Sachpreisen rund ums Fahrrad aus…

Wormser Wochenblatt vom 18.08.1994…Wormser Tiergarten im Blickpunkt…Müllmonster im Teich?…

Wormser Zeitung vom 23.08.1994…Fahrradhelm für Florian…Sieger des Malwettbewerbs im Tierpark ausgezeichnet…Steuern für Einweg auch in Worms?…Nachdenken in Worms…“Ruhiges Gewissen“…

Vorab die uns übergebene Kritik einer Tierärztin und eines Tierarztes:

„Diese Art von „Kunst“ ist eine Beleidigung für’s Auge, die Umweltverschmutzung und reine Geldmacherei. Eine solche Verschwendung von Geld ist mir unverständlich und der Künstler muss eine krankhafte Phantasie haben.“ (Die Namen der Kritiker sind uns bekannt, denjenigen, des wohl in der Umgebung von Worms praktizierenden Tierarztes, haben wir aus der Kurzmitteilung entfernt. Die Notiz fanden wir im Briefkasten des Tiergartens, DieRedaktion.)

Wenn auch fast 20 Jahre vergangen sind, so wollen WIR uns an dieser Stelle nochmals herzlich bei allen teilnehmenden Menschen, Firmen und nicht zuletzt bei der sehr offenen und uns zugeneigten Stadtverwaltung Worms, inclusive Tiergarten-Management und Mitarbeiter bedanken, Die Redaktion.

Zum Schluss eine kleine Anmerkung: Wir veröffentlichen grundsätzlich nur jene Kommentare, die personell eindeutig und ohne Prüfung (z. B. in Hinblick auf Werbung) zuzuordnen sind. Nicht identifizierbarer Kommentarschrott landet im Nirwana-digital. DieRedaktion.

Karlsruher Pfosten und so…

 

WIR bringen eine Auswahl neuer Bilder aus Karlsruhe vom 24. Oktober 2012:

 

Ein Tipp:

Karlsruher Spaziergang

DieRedaktion bemüht sich um weitere Bilder aus unserer Region. Vergleiche: „Mannheimer Pfosten und so…“, veröffentlicht am 20.02.2012 und „Pfälzer Pfosten und so…“, veröffentlicht am 18.04.2012, alle Aufnahmen Karlsruhe betreffend vom 18.03.2012 und 24.10.2012.

Zum Schluss eine kleine Anmerkung: Wir veröffentlichen grundsätzlich nur jene Kommentare, die personell eindeutig und ohne Prüfung (z. B. in Hinblick auf Werbung) zuzuordnen sind. Nicht identifizierbarer Kommentarschrott landet im Nirwana-digital. DieRedaktion.

Zurück ins letzte Jahrhundert: 1993

DIE RHEINPFALZ, Montag, 20. Dez. 1993

„Glück lebt nicht in Dosen“, Performance-Künstler Franz Bellmann klappert gegen Umweltbelastung, von Cornelia Wystrichowski

Auszüge aus einem längeren Artikel:

Foto Manfred Rinderspacher
Foto Manfred Rinderspacher

Klappern gehört zum Handwerk. Das alte Sprichwort nahm Franz Bellmann wörtlich und hüllte sich in ein wallendes, schepperndes, selbstgenageltes Gewand aus leeren Coladosen, mit dem er sich am Samstag…in die Ludwigshafener Fussgängerzone wagte. Eigentlich wollte er auch die Geschäfte im Rathaus-Center besuchen, doch die dortigen Ordnungshüter wollten die „Dosenglück“ genannte Performance nicht in ihren Konsumhallen dulden…“You can beat the feeling“, sagt er in Anlehnung an den CocaCola-Werbespot, und meint eigentlich, dass die Herstellung einer Dose einen ungeheuren Energieverlust bedeutet. „Die Dose sollte völlig abgeschafft werden.“…Wie hält es der Anti-Dosen-Prophet eigentlich selbst mit dem Konsumieren? „Ich bin kein Konsument“… er kaufe nur Frischware. Doch auch andere zu solchen Verhaltensweisen zu bewegen, sei „eine Sisyphusarbeit“. Genug Zeit dazu hat Bellmann…eingeplant: „Das laufende Dezennium“.

Dosenspaziergang in Ludwigshafen am Rhein, ein Blick zurück...
Dosenspaziergang in Ludwigshafen am Rhein, ein Blick zurück…

Der MM meldete unter Kunstobjekt Getränkedosen am selben Tag: „Die Menschen auf die Umweltprobleme durch Einwegdosen aufmerksam zu machen“, das ist das Anliegen des Mannheimer Künstlers…

Platzschein der STADT  LUDWIGSHAFEN  AM  RHEIN vom 17.12.1993 Sondernutzungserlaubnis für einen „Dosenspaziergang“ (Performance) in der Fussgängerzone am 18.12.1993, mehrere Auflagen formaler Art, Stempel, Unterschrift…

Foto Manfred Rinderspacher

Gebührenbescheid der STADT  LUDWIGSHAFEN  AM  RHEIN vom 24.03.1994…Für diese Erlaubnis wird gemäss § 1 der Satzung über die Erhebung von Verwaltungsgebühren in Selbstverwaltungsangelegenheiten der Stadt Ludwigshafen am Rhein i. V. m. § 4 der Anlage zu dieser Satzung eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 35,00 DM festgesetzt…Anlage: ein Zahlschein.

Dosen zwischen den Stühlen

Auftrag 26.4.99, gedruckt 29.4.99, Dosen zwischen den Stühlen.

Foto mit freundlicher Genehmigung durch Irene Kupsch und Bernhard Wondra

Über Kunst läßt sich nicht streiten…Auf jeden Fall eckt derjenige an, der mit seiner Kunst provoziert, mit der Wahrheit konfrontiert. Ein Beispiel hierfür bietet sich derzeit in Worms. Hier mußte ein Künstler erleben, daß von ihm großflächig arrangierte Objekte plötzlich vorzeitig vom Ausstellungsort entfernt wurden. Und zwar handelte es sich um einen Teil der sozialkritischen Präsentation „Terra Deponia“ des Dosenkünstlers Franz Bellmann im „Museum im Andreasstift“.

„Die verpackte Welt“, Foto Matthias Plath

Die Rasenfläche im Innenhof des Stifts beherbergte wahre Dosenberge und zu Objekten wie Kreuze, Stelen und Ster zusammengefügte Mahnmale der heutigen Wegwerfgesellschaft. Dies mußte jetzt aufgrund Drucks von außen vorzeitig weichen. Franz Bellmann… fühlt sich in der Nibelungenstadt wie Siegfried, an seiner schwächsten Stelle tief getroffen. Durch widrige Umstände erreichte ihn die Information zusätzlich erst nach der Entfernung.

(Anmerkung: Nacht- und Nebelaktion, Die Redaktion.) Was war also geschehen? Thomas Schiwek, Leiter des Museums im Andreasstift…sah sich „zwischen den Stühlen“. Stadtrats-Mitglied der CDU Elvira Bickel hatte öffentlich dafür plädiert, die Blechdosen schon vor dem geplanten Ende der Ausstellung zu entfernen,…da viele Besucher bei dem Anblick der verstreuten Trinkbehälter „irritiert“ und „verständnislos“ reagierten.

Schiwek selbst war Zielscheibe solcher Anrufe, wie den von Hildegard D´Arco, die sich…„ja so geschämt hatte“. Auch von Seiten der FDP erreichte Schiwek eine negative Bewertung der Bellmannschen Kunst: „erklärungsbedürftige Müll-Ausstellung“ war die Formulierung. (Foto rechts mit freundlicher Genehmigung durch Irene Kupsch und Bernhard Wondra, DieRedaktion.)

Worms, derzeit öfter in kulturellem Gärprozess stehend, kann offensichtlich mit der Botschaft des Künstlers wenig anfangen; der Künstler selbst ist zwischen die eh schon gespannten Fronten geraten. Die endgültige Entscheidung Thomas Schiweks,…diente deswegen sogar eher zum Schutz des Künstlers, der, so Schiwek, als aufrüttelnder Dosenkünstler und nicht nur als Rasenvernichter in der Erinnerung der Wormser bleiben sollte.

„Die Bewässerungsanlage“, Foto Manfred Rinderspacher, entsorgt

…Wertstoffreich recyclebar, wenn alle mitmachen würden, unnützer Müll, wenn achtlos weggeworfen. Das war die Botschaft des Künstlers Franz Bellmann, dem die Grasüberwucherung seiner Objekte ein weiteres natürliches Stilmittel gewesen wäre. Aber eben unverstanden. Über Kunst läßt sich nicht streiten. Oder doch…?(hüf)

(Mit freundlicher Genehmigung durch Claudia Hüfner, siehe auch einen Artikel weiter, Die Redaktion.)

„Terra Deponia“ im Andreasstift

Auftrag 14.3.99, gedruckt 23.3.99,  „Terra Deponia“ im Andreasstift.  „Dosen im Kreuzgang, wo sonst die geballte Wucht der Geschichte vertreten ist – wie paßt das zusammen?“ gab Hans-Joachim Kosubek, stellvertretender Kulturdezernent der Stadt Worms bei seiner Begrüßung den provokanten Denkanstoß zu den Werken des Malers und Performancekünstlers Franz Bellmann…1992 entstand der Wandel von der Malerei zur Projektkunst mit dem Konzept: „Dosenglück“: Die großflächigen Bilder seiner gegenwartsbezogenen Arbeiten sind reliefartig gestaltet, farbstark demonstrieren sie eindringlich, wieviel Abfall die Erde wie eine künstlichen Haut überzieht…„Kritische Masse“, „Arche Noah“, „Photomania“ oder die Skulptur „Stangenware“ sprechen eine eindeutige Sprache; der Betrachter fühlt in beklemmender Deutlichkeit den Aufschrei der Erde durch Verbrauch und üppige „Möblierung“ einer Stadt mit Müll. (Foto links mit freundlicher Genehmigung durch Irene Kupsch und Bernhard Wondra, DieRedaktion.)

Schirmstelen in Edingen, Foto Manfred Rinderspacher
Schirmstelen in Edingen, Foto Manfred Rinderspacher

In dazu künstlerischer Spannung stehen die Arbeiten Bellmanns im weißen Saal des Museums und im Obergeschoß…„Dosenglück“ verbindet in einer Verschmelzung von gepreßten und gemalten Dosen vor schwarzblauem Hintergrund altes und neues Konzept…So sind Workshops… geplant, Anmeldungen hierfür im Museum. (hüf)…(Mit freundlicher Genehmigung durch Claudia Hüfner, beide Artikel in DIE RHEINPFALZ erschienen, hier stark gekürzt wiedergegeben, weiterer Hinweis: zur Ausstellung „Terra Deponia“ erschien ein kleiner Katalog, welcher käuflich zu erwerben ist, inclusive Versandkosten 15.-Euro, DieRedaktion.)

Blick in den Ausstellungsraum Andreasstift, Foto Manfred Rinderspacher

Ein Hinweis: Angekreuzt im MM vom 01.10.2003

Mannheims Dosenkünstler und Maler Franz Bellmann ist heute… im Fernsehen zu bewundern. Der SWR zeigt… in der Landesschau eine Glosse unter dem Titel „Im Namen der Dose“; Redakteur ist Eberhard Reuß. Anlass ist das Inkrafttreten des Dosenpfand-Gesetzes. (Ein Mitschnitt obiger Sendung kann unter Umständen beim SWR bezogen werden, Die Redaktion.)

Festival + Jubiläum: 25 Jahre Atelier für experimentelle Malerei und Bildhauerei vom 01.07.2010 bis 07.07.2010

Festival- und Jubiläumskuchen 2010, Foto Matthias Plath

Die Festivalzeitung, wie sie nach langen und schwierigen Vorarbeiten im Juni 2010 in Druck ging.

Foto Matthias Plath

Vorbereitende Massnahmen zur Durchführung des Festivals, auf der Aufnahme links sind zwei gerade aufgehängte Jazz-Portraits vom Fotografen Manfred Rinderspacher zu erkennen. Diese Präsentation zeigten wir zum Eröffnungstag des Jubiläums.

Frau Dr. Christel Heybrock im MM vom 30. Juni 2010

Forum für Weggefährten und Freunde, der Mannheimer Dosenkünstler Franz Bellmann feiert das 25-jährige Bestehen seines Ateliers mit Lesungen, Diskussionen, Kabarett und Kunst

…feiert er eine ganze Woche lang nun das 25-jährige…und wenn andere Leute in ähnlicher Situation sich ausufernd feiern lassen, macht er es just umgekehrt und lässt Freunde und Kollegen, Weggefährten und sogar Verwandte auf der Bühne seines Schaffens auftreten…

…Immer noch besteht der Garderobenständer aus diversen Blecheimern, Deckeln, einer Kuchenform und den verrücktesten, bunt bemalten Fundstücken, immer noch ziert eine türkisgrüne Skulptur mit dem Titel „Beuys“ jener Hut, der an den grossen Meister von Filz und Fett erinnert, während…ein schräg gekippter Plastikkorb das Ganze gefährlich instabil aussehen lässt…

„Beuys in Begleitung“, Foto Manfred Rinderspacher

…Einer, der mit seiner Kunst so in die soziale Breite und auf die Probleme der Gegenwart zielt statt ins grosse Geschäft und auf globalen Ruhm, dem nimmt man auch ab, dass er zum Jubiläum andere zu Wort kommen lässt, schliesslich haben sie alle ihn freundschaftlich begleitet…

…Wie fühlt er sich denn in der Mannheimer Kulturszene? „Oh, ich fühle mich wie im Paradies. Stellen Sie sich mal vor, alle diese Leute gäbe es nicht!“

Und ohne die Weggefährten, wie ist sie denn, die Szene hier? Da kommt ein ebenso entschiedenes wie mehrdeutiges „Hm“. Nichts sonst.

Aber nächstes Jahr, wenn er 65 wird, soll es wieder ein Atelierfest geben…

(Der gesamte Artikel kann bei uns eingesehen werden, Die Redaktion.)

 

Das MORGENmagazin berichtet am 01.07.2010

Vorträge, Kabarett, Lesungen, Franz Bellmann feiert ein mehrtägiges Fest zum 25-jährigen Jubiläum seines Ateliers

Seine „Dosen-Kunst“ ist fast schon legendär. Franz Bellmann hat sich nicht nur mit ihr einen Namen gemacht, gleichwohl sind es diese ungewöhnlichen Objekte, mit denen er deutschlandweit für Aufsehen sorgte. Unermüdlich ruft er sich…mit unterschiedlichsten Aktionen in Erinnerung – und appelliert…an das Umweltbewusstsein der Menschen.

Nora Noé beim Festival, nach der Lesung im Gespräch mit ZuhörerInnen, Foto Matthias Plath

Seit 25 Jahren hat Bellmann in Mannheim ein Atelier. Ein Jubiläum, das nun gebührend gefeiert wird: Vom 1. bis 7. Juli lädt er zu Vorträgen, Diskussionen, Lesungen, Kabarett und Musik ein. Der Kabarettist Einhart Klucke wird zu erleben sein, die Sängerin Nadia Ayche, die Autoren Nora Noé und Meinrad Braun und der Klangkünstler Hans-Karsten Raecke. In einer Diskussionsrunde sprechen Gäste über die Situation der Bildenden Künste vor Ort, Höhepunkt ist ein grosses Atelierfest am 7. Juli. Fast täglich wechselt zudem die Kunst in Bellmanns Räumen: Ausstellen werden die Fotografen Manfred Rinderspacher, Matthias Plath und Günther Wilhelm, aber auch die Malerin Christine Bellmann. (Zusammen mit Ihrem Gatten Ludwig Roth, eigener Hinweis, Die Redaktion.)

 

IN MEMORIAM: Die Künstlerin, Autorin und Aktivistin Eva Vargas

Abschied von einer Ausnahme-Aussteigerin, Nachruf im MM am 30. Juni 2010 von Simone Jakob

„Wenn das alte Trafohaus am Wehrsteg-West einmal leer steht, hab‘ ich meinen Seesack geschnürt und bin gen Süden gezogen“ – mit diesen Worten endete ein Interview mit der Heidelberger Rest-Art-Künstlerin Eva Vargas. Doch ihr grosser Traum – als Bäuerin auf Sizilien zu leben – hat sich nicht erfüllt. Eva Vargas ist am Montag nach langer Krankheit gestorben.

Die Heidelberger werden die Künstlerin, Songpoetin, Autorin und Aktivistin vermissen. Wer den Leinpfad flussabwärts ging, landete irgendwann vor ihrem Backsteinhaus, das wie ein verwunschenes Rapunzel-Schloss aus wildem Grün hervorlugte. Ein ausrangiertes Ofenrohr diente als Briefkasten und im Garten standen unzählige, bunt bemalte Schrottgebilde. Und bei jedem Spontanbesuch wurde man schnell selbst zum Künstler, denn aus dem Trafohaus direkt am Neckar hat Eva Vargas das „Rest-Art-Zentrum-Heidelberg gemacht…

…“Wer ein Zipfelchen vom Paradies erwischt hat, sollte es mit anderen teilen.“…