Neu: HEDDA SCHERMER bei FORMSTEIN

ANSPRACHE

ZUR 

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG:

Karl Kaufmann

Herzlich willkommen sehr verehrte Damen und Herren, vor mir, neben mir, hinter mir und über mir, herzlich willkommen in der Galerie FormStein. Obwohl ich keinen Zweifel habe, liebe Vernissagegäste, dass ihnen die Malerei von Hedda Schermer gefällt, hoffe ich dennoch vorsichtig, dass ich recht habe, dass es wirklich so ist.

Sie werden das verstehen, wenn ich Ihnen folgendes gestehe: Ich weiß von Hedda Schermer nicht mehr, als dass sie – in meinen Augen, für mein Empfinden – schöne, ansprechende Bilder malt. Was sie darstellt und wie sie es malt, ihre Farben sogar, meinte ich schon zu kennen als ich zwei postkartengroße Fotos von Ihren Gemälden sah, die sie mir bei unserer ersten Begegnung im vergangenen Jahr überreichte. Erst spontan, dann durch nachdenken bestätigt, wurde ich an die Farben und Motive von Paul Cézanne erinnert.

Ich weiß bis heute nicht, und habe bewusst auch nicht nachgefragt, wie Hedda Schermer zur Kunst kam, was sie außer malen sonst noch tut, auch nicht wie viel Lebensjahre sie zählt. Als ich mich auf das was ich heute sagen könnte vorbereiten wollte, wurde mir dies erst bewusst. Aber, ist das nicht eigentlich ein gutes Zeichen? Bereits durch zwei Fotos von Hedda Schermers Gemälden war ich überzeugt von ihr, von ihrem Können.

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Vertrauen Sie mir? Können Sie sich auf mich verlassen? Ich glaube, diejenigen unter ihnen, die uns, die Galerie FormStein schon länger kennen, haben bestimmt auch erkannt, dass hier bei aller Vielfalt versucht wird, solide Qualität, bewundernswerte Kunst und beachtenswerte Kunstschaffende vorzustellen.

Inzwischen ist mir bewusst geworden, dass mir schon 2009, also vor 7 Jahren ein Kunstwerk von Hedda Schermer aufgefallen ist, ein Kunstwerk über das ich bei manchen Gelegenheiten meine Bewunderung zum Ausdruck brachte – ohne damals die Künstlerin zu kennen. Dazu gehört eine außergewöhnliche Geschichte, die ich ihnen gern mitteilen möchte. Zuvor aber, damit Sie sich von allem ein Bild machen können, sollen Sie erfahren, wer Hedda Schermer ist. Mit großer Freude stelle ich Ihnen Hedda Schermer vor – hier an meiner Seite, das ist sie.

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Und nun zu der außergewöhnlichen Geschichte. Es handelt sich um die sogenannte „Raumgestaltung“, genauer Raum-Umgestaltung in der Ostpreussenstraße 24-28 in Ludwigshafen. Neben der Schriftstellerin Margot Hella Scherr war die Hauptinitiatorin die Künstlerin Christine Hohmann. Christine Hohmann, die bereits vor 15 Jahren hier ihre eigene Ausstellung hatte, kann heute leider nur in Gedanken bei uns sein. Sie bat mich, Ihnen, den Anwesenden, herzliche Grüße auszurichten.

Also Christine Hohmann ist es vor 7 Jahren gelungen in einem zum Abriss vorgesehenen, viergeschossigen Wohnblock aus den 60er Jahren, mit 3 Treppenhäusern und 24 Wohnungen, ein außergewöhnliches Raum-Kunst-Projekt zu verwirklichen.

Stellen Sie sich bitte vor, 26 Künstlerinnen und Künstler, die sich zusammengefunden haben, erhalten die Möglichkeit und sind gewillt, verlassene Wohnungen, die dementsprechend vielfältige und ausgefallene Gebrauchsspuren aufweisen, durch ihre künstlerische Kreativität vorübergehend sozusagen in Kunsträume zu verwandeln. Mit unbeschreiblichen Ideen, mit unglaublichem Aufwand und Einsatz wurden überraschend originelle und erstaunliche Kunstwerke geschaffen. Die dem Untergang geweihten Wohnungen waren kurzfristig noch einmal neu belebt. Das enthusiastisch Erschaffene ist wenige Wochen danach mit den Häusern untergegangen und nur noch durch Fotos dokumentiert.

Dort also ist mir auch Hedda Schermers Arbeit, ihre Raum-Umgestaltung aufgefallen. Sie hatte sich entschlossen, das übliche Interieur einer Wohnung, Möbel, Pflanzen, Bilder, Gardinen usw. an die Wände zu malen. Die Idee hat beeindruckt und die Ausführung war hervorragend gelungen. Das Ergebnisse waren räumliche, sozusagen dreidimensionale Gemälde, mit überraschender Wirkung. Die Fotografien davon vermitteln den Eindruck von flächigen Gemälden – und sie wirken wie selbstverständliche Stillleben. Einige Fotos sind zum Anschauen ausgelegt und dazu auch eine Broschüre, eine Dokumentation dieses Kunstprojektes.

Ich weiß schon, dass die Zuhörer bei der Einführung zu einer Ausstellung erwarten, etwas über Stil, Technik, verwendete Farben und sonstiges zu erfahren. Aber ist das nicht zweitrangig? Eigentlich kommt es doch nur darauf an, ob das dargebotene dem Betrachter gefällt, ob er entzückt ist oder begeistert. Wenigstens aber, das wünschen sich Galerie und die ausstellenden Künstler – heute die Künstlerin  sollte die Leistung des Schöpfers beachtet und geschätzt werden. Und wenn dabei Freude, der schöne Götterfunke, aufkommt, braucht’s sonst nichts.

Wenigstens eines sollte doch erwähnt werden: Hedda Schermers Arbeiten auf Leinwand und die Stillleben einmal ausgenommen, sind alle Landschaftsbilder, ob in Aquarell oder in Acryl gemalt, im Freien entstanden – mit der Natur vor Augen.

Jetzt will ich Ihnen, meine Damen und Herren, aber doch noch einen Tipp geben.

Es gibt einen Weg, Hedda Schermer, die Künstlerin zuverlässig kennen zu lernen.  Blättern Sie einfach einmal in ihren ausgelegten Skizzenbüchern. Keine Worte können besser ausdrücken, kein Text kann zutreffender vermitteln, als was diese vor Ort, in der freien Natur aufgenommenen Skizzen, die Tuschestriche und die Aquarellfarben, sozusagen die Handschrift der Künstlerin, über sie offenbaren.

WIR erlauben uns, einige Blätter aus den Büchern zu veröffentlichen (Fotos: DieRedaktion). WIR beginnen mit den Skizzen der Jahre 2014/15:

Und fahren mit Skizzen-Aufnahmen der Jahre 11/12/13 fort:

Hedda 2006/07:

Weitere Skizzenbücher bei Hedda oder in der Galerie …

Damit soll die Ausstellung von Hedda Schermer eröffnet sein. Wir bitte unseren geschätzten und beliebten Pianisten Christian Gerdon, wieder für uns zu musizieren.

Viel Vergnügen! 

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